Tadej Pogacar sorgte sich nach seiner nächsten Machtdemonstration zunächst einmal um die anderen. "An alle: Ich hoffe, ihr langweilt euch nicht", sagte der Slowene, nachdem er seine Konkurrenten beim Fleche Wallonne mal wieder spielend leicht abgeschüttelt hatte. Es war Pogacars zehnter Sieg im 18. Saisonrennen. Nun kann der 24-Jährige etwas schaffen, worauf sogar Radsport-Legende Eddy Merckx neidisch sein dürfte.
Fast schon unverschämt locker flog Pogacar an der Mur de Huy, diesem gefürchteten, weil so unheimlich steilen Schlussanstieg, an der Konkurrenz vorbei zum Sieg. Nach seinem Erfolg am Sonntag beim Amstel Gold Race krallte sich der zweimalige Tour-de-France-Gewinner drei Tage später den nächsten Klassikersieg.
"Gewinnen ist natürlich schön. Ich hatte großen Spaß und genieße jetzt den Moment", sagte Pogacar nach den schwierigen 194,2 Kilometern von Herve zur Mur de Huy, die insgesamt dreimal überwunden werden musste. Viel Zeit für Regeneration bleibt dem Ausnahmeathleten jedoch nicht, am Sonntag steht in Lüttich-Bastogne-Lüttich das letzte große Eintagesrennen des Frühjahrs an.
Radsport-Star Pogacar könnte Geschichte schreiben
Dann kann Pogacar in historische Sphären aufsteigen. Das Ardennen-Triple aus dem Gewinn der drei Klassiker im westlichen Teil des Schiefergebirges hatten zuvor nur Davide Rebellin (2004) und Philippe Gilbert (2011) geschafft. In Merckx' schier endloser Titelsammlung taucht dieses seltene Kunststück dagegen nicht auf, der Belgier konnte in einer einzelnen Saison "nur" zwei der Rennen gewinnen.
"Es ist ein etwas anderes Rennen, mit längeren Anstiegen", sagte Pogacar über Lüttich-Bastogne-Lüttich. Es sei "eines der schwierigsten der Saison. Aber ich bin gut in Form." Und gewonnen hat er das älteste noch ausgetragene Eintagesrennen vor zwei Jahren auch schon.
Die Chancen auf das historische Triple stehen also ziemlich gut.




