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"Die Sache hat aber große Wellen geschlagen"

Saudi-Arabien dementiert Gerüchte über Formel-1-Kauf

Start zum Formel-1-Rennen von Saudi-Arabien in Dschidda aus der Vogelperspektive
Start zum Formel-1-Rennen von Saudi-Arabien in Dschidda aus der Vogelperspektive
Foto: © MST
17. April 2023, 10:43

Wie der Sportminister von Saudi-Arabien auf die Gerüchte reagiert, sein Land habe ein Angebot eingereicht, um die Formel 1 für fast 20 Milliarden Euro zu übernehmen.

Saudi-Arabien erwäge, Liberty Media die Formel 1 abzukaufen und dafür fast 20 Milliarden Euro zu bezahlen. Das berichtete im Januar 2023 die Nachrichtenagentur "Bloomberg". Zu einem Verkauf aber kam es nicht. Und laut dem saudi-arabischen Sportminister Prinz Abdulaziz bin Turki Al Faisal ist das auch kein Thema.

"Ich weiß nur, was ich in den Nachrichten gelesen habe. Und ich halte das für bloße Spekulation", sagte er am Rande des diesjährigen Rennens in Dschidda.

Er gehe nicht davon aus, dass es "ernsthafte Gespräche" gegeben habe. "Die Sache hat aber große Wellen geschlagen", meint Al Faisal.

Saudischer FIA-Präsident mischt sich in Formel-1-Belange ein

In der Tat hat vor allem Mohammed bin Sulayem als Präsident des Automobil-Weltverbands (FIA) für Irritationen gesorgt, als er sich mit energischen Worten zu den Gerüchten äußerte. Er bezeichnete den spekulierten Kaufpreis für "überhöht" und "übertrieben". Aus seiner Sicht würden diese Zahlen "keinen Sinn ergeben", so bin Sulayem.

Bei der Formel 1 und Liberty Media kamen diese Aussagen nicht gut an. Die Rechtsabteilung der Rennserie wies den FIA-Präsidenten in einem Schreiben scharf zurecht, weil dieser sich lautstark eingemischt habe.

Denn: Der Weltverband hat bei kommerziellen Themen kein Mitspracherecht in der Formel 1, nur Liberty Media als Inhaber der kommerziellen Rechte.

Saudi-Arabien wiederum hat durchaus ein (kommerzielles) Interesse an der Formel 1, unterhält seit 2021 einen Grand Prix in Dschidda und könnte in den kommenden Jahren sogar ein zweites Rennen im Kalender unterbringen. Mit dem staatlichen Ölkonzern Aramco tritt das Land einerseits als Teamsponsor bei Aston Martin auf, andererseits als Werbepartner der Formel 1.

Sportswashing über die Formel 1? Saudi-Arabien nennt es "Inspiration"

Weil sich die Aktivitäten von Saudi-Arabien nicht nur auf den Rennsport beschränken, sondern auf Profisport jeglicher Form, wird dem Land immer wieder "Sportswashing" vorgeworfen. Es heißt: Saudi-Arabien wolle mit Großsportereignissen lediglich von seiner mangelhaften Menschenrechtslage ablenken.

2022 hatte das Land im Frühjahr an nur einem Tag 81 Hinrichtungen vornehmen lassen; die Anzahl vollstreckter Todesstrafen soll sich seit 2015 auf fast 130 jährlich verdoppelt haben.

Sportminister Al Faisal aber sagt, man nutze den Sport lediglich dazu, "unsere Jugend zu inspirieren und unsere Programme umzusetzen". Es gäbe in Saudi-Arabien eine große Nachfrage nach Events. Al Faisal: "Die Leute sehen die Dinge aus aller Welt und fragen sich: 'Warum können wir das nicht in unseren Städten haben?'"

Mittelfristig entsteht in Saudi-Arabien die Planstadt Qiddiya, die bewusst auf Großveranstaltungen wie die Formel 1 ausgerichtet ist. "2027 oder 2028", so heißt es, soll dort ein Grand Prix ausgetragen werden. Offen sei einzig, ob als neuer Standort für das Rennen in Saudi-Arabien oder als Ergänzung zum bestehenden (temporären) Rennplatz in Dschidda. Zwei Grands Prix stuft das Land als "machbar" ein.

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1ArgentinienFranco ColapintoAlpine F1 Team0
2FrankreichPierre GaslyAlpine F1 Team0
3SpanienFernando AlonsoAston Martin F1 Team0
4KanadaLance StrollAston Martin F1 Team0
5FinnlandValtteri BottasCadillac F1 Team0

Saudi-Arabien GP 2023

1MexikoSergio Pérez1:21:14.894h
2NiederlandeMax Verstappen+5.355s
3SpanienFernando Alonso+20.728s
4GroßbritannienGeorge Russell+25.866s
5GroßbritannienLewis Hamilton+31.065s

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