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Biathlon-Juwel holte sich Ratschläge bei Herrmann-Wick

Lisa Maria Spark gab beim Saisonfinale ihre Weltcupdebüt
Lisa Maria Spark gab beim Saisonfinale ihre Weltcupdebüt
Foto: © IMAGO/Harald Deubert
22. März 2023, 19:33
sport.de
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Lisa Maria Spark gehört zu den großen Hoffnungsträgerinnen im deutschen Biathlon. In ihrer sport.de-Kolumne berichtet die 22-Jährige aus Traunstein über ihre ersten Weltcuperfahrungen.

Mein erster Weltcup liegt hinter mir. Die Eckdaten sind schnell im Stakkato erzählt: ich wurde 53. mit fehlerfreiem Schießen, was natürlich damit zusammenhängt, dass ich am Ende der Saison meine Kraftakkus doch so langsam leergezogen habe.

Die Platzierung bei meinem ersten Weltcuprennen, einem Sprint, ist jedoch nicht wesentlich gewesen, wenn ich das mal als Leistungssportlerin an dieser Stelle sagen darf. Ich war nach Oslo gekommen, um zu lernen, und dies hat auch funktioniert.

Am ersten Tag war ich doch sehr beeindruckt. Swohl von der gigantischen Wintersportanlage am Holmenkollen, dem norwegischen Publikum, aber auch von dem Umstand, dass die weltbesten Biathletinnen neben mir standen und nicht im Fernsehen betrachtbar waren.

Julia Simon und Elvira Oeberg standen kurz vor dem ersten Rennen in unmittelbarer Nähe von mir und das ergibt im Körper einen schönen Adrenalin-Cocktail.

Wenn man so will, war das schon die erste Erfahrung, die ich machen durfte: man muss auf sich schauen und nicht auf andere, Respekt vor der Leistung des anderen ist gut, aber man darf sich nicht lähmen lassen. Man muss lernen, ein gesundes Selbstbewusstsein aus sich selbst herauszuentwickeln.

Dann kam der Sprinttag, bei dem ich eine niedrige Startnummer hatte und wir alle viel Nebel: auch eine Situation, die ich noch nicht so häufig hatte. Das Gewehr wurde mit einem Nebelkorn ausgestattet, damit in den Zielkreis mehr Licht gelangen konnte. Holmenkollen im Nebel, anstatt Holmenkollen im Sonnenschein. Gut, die Bedingungen kann man sich nicht aussuchen und ich war heiß auf den Start.

Dann begann die Zitterpartie, der Nebel wurde dichter, der Start um 30 Minuten verschoben. Auch ein Moment für die Gesamtentwicklung, sich neu motivieren, sich neu aktivieren. Dann kam die Absage für den Renntag.

Alles wurde wieder auf Null gefahren, nächster Start am Folgetag, diesmal mit Sonne und Wärme und mit der für derartige Verhältnisse nicht gerade idealen Startnummer 99. Die weiche Piste und die vielen Rennen der Saison machten sich bei meinem Debüt bemerkbar. Läuferisch war ich zugegebenermaßen nicht bei 100 Prozent. Aber ich schoss fehlerfrei und hatte demnach bei meinem ersten Weltcup die Nerven im Griff.

Ein besonderes Erlebnis war dann natürlich der Sieg meiner Mannschaftskameradin Denise Herrmann-Wick. Bei einem Mannschaftsabendessen mit anschließender Party durfte ich mir von ihr noch den einen oder anderen Ratschlag aus erster Hand geben lassen, was mir sehr gefallen hat.

Oslo war ein Ansporn: ich will mit den Besten der Welt laufen und dafür braucht man seine Erfahrungen. Die Saison ist zu Ende. Ich werde nun ein paar Tag Ruhe brauchen, um alles zu verarbeiten.

Herzliche Grüße

Lisa Maria Spark

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