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Ducati bei MotoGP-Test in Portimao am schnellsten

Ducati und Francesco Bagnaia waren beim MotoGP-Test in Portimao die Schnellsten
Ducati und Francesco Bagnaia waren beim MotoGP-Test in Portimao die Schnellsten
Foto: © IMAGO/Jose Breton
11. März 2023, 19:24

Weltmeister Francesco Bagnaia fährt beim MotoGP-Test in Portimao am Samstag die Bestzeit auf seiner Ducati. Aprilia zeigt neue Aerodynamik-Details, Honda und Yamaha leisten noch viel Grundsatzarbeit - und KTM hat Rückstand.

Am Samstag begann der zweite MotoGP-Vorbereitungstest für die Saison 2023. Schauplatz ist an zwei Tagen die Portimao-Rennstrecke in Portugal. Eine halbe Stunde vor Testende markierte Weltmeister Francesco Bagnaia Bestzeit. Der Ducati-Fahrer wurde mit 1:38.771 Minuten gestoppt und kam damit bis auf wenige Hundertstelsekunden an den Streckenrekord heran.

Die Wetterverhältnisse waren am Samstag mit blauem Himmel und etwas mehr als 20 Grad Celsius prinzipiell gut, aber es war teilweise sehr windig. Einmal gab es eine rote Flagge, weil eine Werbetafel auf die Strecke geweht worden war. Regen ist bei diesem Test kein Thema.

Prinzipiell arbeiteten die Teams am Vormittag am Set-up. Weil die Streckencharakteristik sehr speziell ist, wird die Basisabstimmung bei den ersten Rennen noch optimiert werden müssen. Am Nachmittag probierten einige Fahrer eine Simulation des Sprintrennens.

Yamaha testet verschiedene Aerodynamik-Konfigurationen

Portimao soll auch nicht die optimale Strecke für Tests der Aerodynamik sein. Trotzdem gab es noch einige Vergleiche und neue Luftleitelemente zu sehen, denn die im Reglement per Aerobody definierten Bereiche müssen vor dem ersten Rennen homologiert werden.

Im Vergleich zu vor allem Ducati und Aprilia entstand der Eindruck, dass Yamaha und Honda ihr Gesamtpaket noch nicht aussortiert hatten. In beiden japanischen Boxen war noch grundsätzliche Vergleichsarbeit zu sehen, während beim Rest der Fokus auf dem Set-up für das erste Rennen lag.

Yamaha experimentierte mit verschiedenen Verkleidungsteilen. Bei Fabio Quartararo und Franco Morbidelli waren auch unterschiedliche Aerodynamik-Konfigurationen zu sehen. Zum Beispiel gab es hinter den vorderen Winglets links und rechts zwei neue Luftleitelemente.

Mit dem neuen Motor zeigte man sich abermals zufrieden. Auch beim Chassis hat sich Yamaha festgelegt. Man fährt mit einer ähnlichen Variante wie im Vorjahr. Allerdings zeigte sich wie in Sepang, dass bei der einen schnellen Runde im Qualifying Zeit fehlt.

In der letzten Stunde schob sich Quartararo in die Top 10. Aber als Achter betrug sein Rückstand etwas mehr als acht Zehntelsekunden. Teamkollege Morbidelli legte am Samstag mit 95 Runden die meisten Kilometer aller Fahrer zurück.

Honda vergleicht zwei Chassis-Varianten

Im Honda-Werksteam hatten Marc Márquez und Joan Mir zwei unterschiedliche Motorräder zur Verfügung. Je eine RC213V war mit einem Chassis vom Sepang-Test aufgebaut. Das andere war ein modifiziertes Chassis, das Stefan Bradl jüngst in Jerez getestet hat.

Auch die Verkleidung der Kanzel unterschied sich. Eine Honda war in vollem Sponsordesign und beim anderen war der vordere Teil in schwarzem Carbon gehalten. Am Nachmittag hatte Marc Márquez einen harmlosen Ausrutscher in Kurve 14.

Das Satellitenteam LCR hat noch nicht alle neuen Teile erhalten. Beim Sepang-Test hatte Alex Rins zum Beispiel noch nicht das Chassis von Márquez und Mir. Die neueste Version war auch heute nicht in der LCR-Box zu sehen.

Als Elfter war Rins der beste Honda-Fahrer. Sein Rückstand betrug knapp neun Zehntelsekunden. Mir klassierte sich als 14. und Marc Márquez auf Position 19. Auch Bradl war mit dem Testteam im Einsatz. Der Deutsche fuhr heute 72 Runden.

Aprilia mit neuen Aerodynamik-Innovationen

Das optisch interessanteste Motorrad war die Aprilia RS-GP. Es gab einige neue Aerodynamik-Teile zu sehen, die das Team beim Sepang-Test noch bewusst zurückgehalten hat, damit die Konkurrenz die Ideen nicht kopieren kann. Neu waren zwei Luftleitelemente, die hinter dem großen Frontflügel links und rechts an der Vordergabel montiert waren. Außerdem war in der Mitte der Schwinge ein seitliches Leitelement zu sehen, dass nach unten gebogen war.

Zusätzlich wurde auf dem Höcker hinter dem Sitz wieder ein kleiner Heckflügel montiert. Schon im Vorjahr hat Aprilia damit bei Testfahrten experimentiert, diesen kleinen Formel-1-Flügel dann aber nie bei einem Rennen eingesetzt.

Maverick Vinales stürzte am Vormittag und hatte für den restlichen Tag nur noch ein Motorrad zu Verfügung. Aleix Espargaro klagte nach einem Sturz über Schmerzen in einem Fuß. Nur Espargaro fuhr am Nachmittag mit dem neuen Aero-Paket. Ansonsten setzte Aprilia die Evaluierung von Elektronik und einer neuen Motorausbaustufe fort. Die RS-GP war schnell. Am Ende der Zielgeraden wurde Aleix Espargaro mit 338,5 km/h gemessen, was ein bemerkenswerter Topwert war.

Insgesamt bezeichnete Aprilia die Fortschritte bei Aerodynamik und Motor im Vergleich zum Vorjahr als "kleinen" Schritt, aber als "definitiven" Schritt vorwärts. Prinzipiell präsentierte sich Aprilia konkurrenzfähig. Vinales war als Dritter erster Ducati-Verfolger. Raul Fernandez hatte zwar am Vormittag einen Sturz, aber am späten Nachmittag fuhr er die fünftschnellste Zeit. Auch sein RNF-Teamkollege Miguel Oliveira war als Sechster vorne dabei. Das Satellitenteam hat keine neuen Entwicklungen.

KTM mischt nicht im Spitzenfeld mit

Erstmals hatte KTM für alle vier Fahrer das Gesamtpaket zusammengestellt. Jüngst testete Dani Pedrosa damit in Jerez. Brad Binder und Jack Miller hatten je ein Motorrad im Sponsordesign und eines mit einer schwarzen Carbon-Verkleidung, mit Stufe auf der Seitenverkleidung.

Prinzipiell geht es für KTM an diesen beiden Tagen darum, dass die Fahrer das individuelle Set-up optimieren. Neuzugang Miller war noch nicht ganz happy, weil er noch nicht alles aus dem Motorrad herausholen konnte.

Im GasGas-Team hatte Pol Espargaro einen Sturz in Kurve 5. Auch Rookie Augusto Fernandez hat das neue Gesamtpaket erhalten, nachdem er in Sepang noch mit Material aus dem Vorjahr gefahren ist, um die MotoGP kennenzulernen.

Lange waren alle vier KTM-Fahrer auf den letzten Plätzen zu finden. In der letzten halben Stunde verbesserten sich Binder und Miller noch auf die Plätze 14 und 15. Der Rückstand auf die Spitze betrug etwas mehr als eine Sekunden.

Ducati wieder geschlossen stark

Beim Weltmeisterteam Ducati begann der Tag nicht plangemäß, denn Enea Bastianini rollte am Vormittag mit einem technischen Problem in Kurve 4 aus. Aber ansonsten präsentierte sich Ducati wieder sehr konkurrenzfähig.

Interessant war, dass das Werksteam und Pramac auf zwei unterschiedliche Aerodynamik-Konfigurationen setzten. Jorge Martin und Johann Zarco haben sich für die neue Seitenverkleidung mit der markanten Stufe entschieden. Diese wollen sie auch für die Saison homologieren.

Weltmeister Bagnaia und Bastianini fuhren mit einer Evolution von 2022, wo es an der vorderen Unterseite die bekannten Leitelemente gibt, die Luft Richtung Boden führen. Erst am Nachmittag wurde die Verkleidung mit der Stufe an Bagnaias Desmosedici geschraubt.

Die Bestzeit stellte er aber mit der Standard-Verkleidung auf. Unterstützt wurde Ducati auch von Testfahrer Michele Pirro, der ebenfalls mit zwei Motorrädern vor Ort war. Am Nachmittag rückte Pirro auch mit einem Bike von Martin aus, um etwas zu checken.

Zarco, di Giannantonio und Bastianini stürzen

Zarco stürzte am Vormittag in Kurve 13 und Fabio di Giannantonio beschädigte sein Motorrad bei einem Sturz ziemlich stark. Es musste komplett neu aufgebaut werden. Am Nachmittag hatten beide einen zweiten Crash. Die Giannantonio musste für Checks ins Krankenhaus.

Auch Bastianini stürzte am Nachmittag. Aber insgesamt präsentierten sich die acht Ducati-Fahrer wieder sehr konkurrenzfähig. Als Zweiter setzte Luca Marini seinen bisher starken Testwinter fort. In den Top 10 waren sechs Desmosedici zu finden.

Allen Fahrern stand so wie beim Sepang-Test ein Michelin-Vorderreifen mit einer neuen Mischung zur Verfügung. Dieser hat den Grip eines Medium-Reifens, bietet aber die Stabilität eines harten Vorderreifens. Bei sieben oder acht Rennen wird dieser Reifen zum Einsatz kommen.

Am Sonntag findet der zweite und letzte Testtag in Portimao statt. Es wird auch der letzte Testtag vor dem Saisonstart an gleicher Stelle am letzten März-Wochenende sein. Auch morgen steht die Strecke von 9:30 bis 17:30 Uhr Ortszeit den Teams zur Verfügung.

Die Testzeiten aus Portimao am Samstag:

01. Francesco Bagnaia (Ducati) - 1:38.771 Minuten (78 Runden) 02. Luca Marini (VR46-Ducati) +0,234 Sekunden (65) 03. Maverick Vinales (Aprilia) +0,254 (88) 04. Alex Márquez (Gresini-Ducati) +0,565 (65) 05. Raul Fernandez (RNF-Aprilia) +0,689 (64) 06. Miguel Oliveira (RNF-Aprilia) +0,695 (75) 07. Marco Bezzecchi (VR46-Ducati) +0,837 (76) 08. Fabio Quartararo (Yamaha) +0,843 (90) 09. Fabio Di Giannantonio (Gresini-Ducati) +0,870 (50) 10. Jorge Martin (Pramac-Ducati) +0,872 (63) 11. Alex Rins (LCR-Honda) +0,875 (77) 12. Aleix Espargaro (Aprilia) +0,877 (60) 13. Johann Zarco (Pramac-Ducati) +0,945 (57) 14. Joan Mir (Honda) +1,005 (74) 15. Brad Binder (KTM) +1,152 (69) 16. Jack Miller (KTM) +1,216 (58) 17. Enea Bastianini (Ducati) +1,238 (52) 18. Stefan Bradl (Honda) +1,391 (72) 19. Marc Márquez (Honda) +1,399 (78) 20. Michele Pirro (Ducati) +1,565 (70) 21. Franco Morbidelli (Yamaha) +1,643 (95) 22. Pol Espargaro (GasGas) +1,736 (64) 23. Takaaki Nakagami (LCR-Honda) +1,871 (74) 24. Augusto Fernandez (GasGas) +2,000 (72)

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