Neue Entwicklung im größten Betrugs- und Korruptionsskandal der Snooker-Geschichte: Der Weltverband WPBSA hat am Mittwoch die Ergebnisse seiner Untersuchungskommission präsentiert und den zehn gesperrten chinesischen Profis erstmals konkrete Vergehen vorgeworfen.
Besonders lang ist das Statement, das der Weltverband WPBSA am Mittwoch veröffentlichte, nicht. Dafür haben es die wenigen Zeilen in sich.
In der Mitteilung wirft die WPBSA den zehn gesperrten chinesischen Snooker-Profis um den Weltranglisten-16. Yan Bingtao unter anderem vor, offizielle Turnierspiele manipuliert zu haben. Alle zehn Spieler sollen vorgeladen werden und die Möglichkeit bekommen, sich zu den schweren Vorwürfen zu äußern.
Im Zentrum des Skandals stehen die beiden chinesischen Spitzenspieler Yan Bingtao und Liang Wengbo. Dem erst 22-Jährigen früheren Masters-Sieger Bingtao wird vorgeworfen, Matches auf der World Snooker Tour manipuliert zu haben. Zudem soll der Spitzenspieler auf Snooker-Spiele gewettet haben.
Noch schwerer sind die Vorwürfe, die gegen Wengbo erhoben werden. Der 35-Jährige soll selbst Spiele manipuliert und darüber hinaus andere Spieler dazu gedrängt haben, ihre Spiele zu manipulieren. Zudem wird dem früheren Weltranglisten-11. vorgeworfen, die Untersuchungen der WPBSA nicht ausreichend unterstützt zu haben. Er habe nicht mit dem Verband kooperiert, heißt es.
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Ganz ähnlich liest sich die Anklage gegen die ebenfalls bereits gesperrten chinesischen Spielern Li Hang, Lu Ning, Zhao Xintong, Zhang Jiankang, Chen Zifan, Chang Bingyu, Zhao Jianbo und Bai Langning. Auch ihnen werden Spiel-Manipulationen und illegale Wetten auf Snooker-Matches zur Last gelegt. Einige der beschuldigten Spieler sollen es zudem versäumt haben, dem Verband Annäherungsversuche mit dem Ziel der Ergebnis-Manipulation gemeldet zu haben.
Im nächsten Schritt wird der Weltverband einen Termin für die Anhörungen festlegen. Im Anschluss an diese wird entschieden, welche Strafe gegen jeden einzelnen der Beschuldigten ausgesprochen wird.
