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Baldige Rückkehr? IOC will Russen-"Dilemma" lösen

Die IOC-Zentrale in Lausanne
Die IOC-Zentrale in Lausanne
Foto: © unknown
16. September 2022, 11:59

Paris 2024 wirft seine Schatten voraus - und das IOC lotet die Resonanz einer möglichen Rückkehr der verbannten russischen und belarussischen Sportler aus.

Die russischen Streitkräfte hinterlassen in der Ukraine weiter verbrannte Erde, das Internationale Olympische Komitee aber sucht nach einem gangbaren Weg, inmitten des Krieges die Aktiven des Riesenreichs wieder in die Sportfamilie zu integrieren.

"Wir wissen, dass das IOC darüber nachdenkt, ob es für die russischen Athleten einen Weg zurück gibt", sagte Susanne Lyons, die Vorsitzende des Olympischen und Paralympischen US-Komitees (USOPC) und brachte mit ihren Aussagen das Thema in die breitere Öffentlichkeit.

Die Ringe-Organisation habe damit begonnen, erklärte Lyons weiter, "sich an alle ihre Interessengruppen zu wenden, einschließlich der NOKs, der internationalen Verbände, um Beiträge zu diesem Thema zu erhalten."

Die Zeit drängt schließlich. Zwar sind es noch fast 700 Tage bis zur Eröffnungsfeier der Sommerspiele 2024 - die Tickets nach Paris werden aber schon sehr viel früher in den Qualifikationen vergeben.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bestätigte auf SID-Anfrage die Aufnahme der Diskussion. "Das Thema war Gegenstand eines Calls zwischen dem IOC und den Nationalen Olympischen Komitees", erklärte ein Sprecher: "Im DOSB gilt aktuell die Positionierung vom Februar, derzufolge russische und belarussische Funktionäre sowie Sportlerinnen und Sportler ausgeschlossen sind." Allerdings beobachte man die "sportpolitische Diskussion aufmerksam".

Lyons ging bereits aus der Deckung, sie zeigte sich prinzipiell offen für einen sportlichen Gnadenakt. "Wir alle haben irgendwann das Gefühl, dass die einzelnen Athleten nicht die Opfer ihrer jeweiligen Regierungen, politischen oder anderen Spannungen auf der ganzen Welt sein sollten", erklärte die US-Funktionärin.

Das IOC teilte dem Branchenportal insidethegames mit, man werde seine "Bemühungen verstärken", um aus dem "Dilemma, in dem wir uns befinden" herauszukommen. "Die Olympische Bewegung ist sich einig in ihrer Mission, die Athleten aller Nationalen Olympischen Komitees und Mitgliedsverbände der Internationalen Föderationen in einem friedlichen Wettkampf zusammenzubringen", ließ das IOC wissen. Die Sanktionen infolge des im Februar begonnenen russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine blieben aber "vorerst in Kraft".

Athleten aus Russland und dem militärisch verbündeten Belarus wurden als Reaktion auf die Invasion in der Ukraine auf Empfehlung des IOC prinzipiell weitgehend vom internationalen Sport ausgeschlossen - so durften etwa die russischen Basketballer nicht an der derzeit laufenden Europameisterschaft teilnehmen. Außerdem wies das IOC die internationalen Sportverbände an, alle Veranstaltungen aus beiden Ländern abzuziehen.

Nicht immer sind russische und belarussische Sportler aber in ihrem Tun sonderlich eingeschränkt. So durften die Tennisstars beider Länder mit Ausnahme der Mannschafts-Wettbewerbe Davis Cup und Billie-Jean-King-Cup und dem Grand-Slam-Turnier in Wimbledon seit Kriegsbeginn weiter an den Start gehen. Einschränkung: Sie starten unter neutraler Flagge.

Der Krieg in der Ukraine hat nach Angaben der Vereinten Nationen bislang mehr als 5800 Zivilisten das Leben gekostet.