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Matthäus wittert Doppelmoral beim FC Bayern

Serge Gnabry könnte den FC Bayern noch im Sommer verlassen
Serge Gnabry könnte den FC Bayern noch im Sommer verlassen
Foto: © IMAGO/kolbert-press/Ulrich Gamel
28. Juni 2022, 07:43
sport.de
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Lothar Matthäus hat die Doppelmoral des FC Bayern im Umgang mit der Causa Robert Lewandowski im Vergleich zum Umgang mit Serge Gnabry angeprangert. 

Auf dem Papier ist die Lage eindeutig: Serge Gnabry und Robert Lewandowski haben beim FC Bayern beide noch einen Vertrag, der in ziemlich genau einem Jahr abläuft.

Im Fußballgeschäft bedeutet das im Normalfall, dass ein Spieler sein Arbeitspapier entweder verlängert oder aber zeitnah verkauft wird, um noch eine angemessene Ablöse zu kassieren. Allerdings sieht das im Fall der beiden Münchner Stars ein wenig anders aus. Das liegt laut Lothar Matthäus auch daran, dass sich der FC Bayern nicht stringent verhält, der TV-Experte wittert sogar Doppelmoral.

"Bei Gnabry ist es ja so, dass er das Vertragsangebot in der aktuellen Form nicht annehmen möchte und der FC Bayern der Meinung ist, dass man sich dann eventuell trennen muss, wenn ihm diese Offerte nicht reicht", schrieb Matthäus in seiner "Sky"-Kolumne. Dem Vernehmen nach soll dem DFB-Kicker ein Gehaltsangebot von 19 Millionen Euro pro Jahr vorliegen, sollte er verlängern.

Doch Gnabry zögert. Die Bosse setzen ihm deshalb die Pistole auf die Brust. "Wenn sich ein Spieler nicht für den Klub entscheiden möchte, dann ist nur fair, das dem Klub zu sagen, so dass man für alle Beteiligten eine Lösung findet, die alle zufriedenstellt", erklärte Sportvorstand Hasan Salihamidzic vor Kurzem in "Sport Bild" und deutete damit bereits einen möglichen Verkauf an.

"Bei Lewandowski handelt der Verein allerdings anders. Hier bringt der Spieler einen Verein, der bereit ist, Ablöse zu bezahlen, aber man lässt ihn nicht ziehen", wunderte sich Matthäus. Lewandowski hatte seinen Wechselwunsch zuletzt in der Öffentlichkeit immer wieder klar artikuliert. Spanien gilt als großes Ziel des Weltfußballers, der FC Barcelona stünde für einen Wechsel bereit. Salihamidzic und Co. legten jedoch bislang ein Veto ein. 

Lothar Matthäus warnt FC Bayern vor ablösefreien Abgängen

"Die genauen Details kennen natürlich nur die direkten Beteiligten. Sowohl bei Robert Lewandowski als auch bei Serge Gnabry drang zwar viel an die Öffentlichkeit, aber vielleicht nicht jedes einzelne Detail. Die Wahrheit liegt wohl wie so oft in der Mitte", vermutete Matthäus.

Dass die Bayern-Verantwortlichen Lewandowski für sein forsches Vorgehen aufgrund seines Veränderungswunsches kritisieren, obwohl auch er - genau wie Gnabry - nur noch ein Jahr Vertrag in München hat, grenzt für den Rekordnationalspieler an Doppelmoral.

Man müsse "damit vorsichtig sein, wenn man dem einen oder anderen fehlende Moral vorwirft, jedoch als Verein ebenfalls so handelt, wie es die eigenen Interessen verlangen", legte Matthäus den Finger in die Wunde. 


Mehr dazu: Lewandowski-Wechsel wohl immer wahrscheinlicher


Außerdem warnte der 61-Jährige die Bayern-Bosse: "Das Schlimmste wäre natürlich, wenn sowohl Gnabry als auch Lewandowski nächstes Jahr ablösefrei gehen. Und das ist absolut im Bereich des Möglichen."

Dass es überhaupt so weit kam, macht Matthäus auch an der aktuellen Führungsriege des deutschen Rekordmeisters fest. "Ob es diese Themen so auch unter [...] Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß gegeben hätte, weiß ich nicht. Sie haben den Verein anders als Salihamidzic und Oliver Kahn geleitet", wurde Matthäus deutlich.

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