Christian Horner hat Formel-1-Konkurrent Mercedes vorgeworfen, die Silberpfeil-Piloten dazu zu animieren, sich ausufernd über die hüpfenden Boliden zu beschweren. Der Red-Bull-Teamchef wittert taktische Gründe.
In der aktuellen Formel-1-Saison werden einige Fahrer in ihren Boliden so durchgeschüttelt, wie lange nicht mehr. Das so genannte Porpoising, Bouncing oder Hoppeln des Autos auf den Geraden setzt insbesondere den Mercedes-Piloten zu. Siebenfach-Weltmeister Lewis Hamilton war nach dem Großen Preis von Aserbaidschan dermaßen durchgerüttelt worden, dass er entkräftet aus dem Boliden stieg und gestützt werden musste. Sogar ein Ausfall im kommenden Rennen in Kanada stand im Raum.
Geht es nach Red-Bull-Teamchef Christian Horner, dann sind die ausgiebigen Beschwerden über das Porpoising jedoch nur ein "Trick" der Konkurrenz, wie er gegenüber "The Race" sagte. Auf die Frage, was er machen würde, wenn sein Rennstall so sehr vom Hüpfen des Autos betroffen wäre wie die Silberpfeile, erklärte Horner: "Ich würde den Fahrern sagen, sie sollen am Teamradio so viel über das Porpoising meckern, wie es geht und das größtmögliche Fass aufmachen." Das sei schließlich "Teil des Spiels".
Auf die Rückfrage, ob er damit meine, dass die anderen Teams, allen voran Mercedes, genau dies tun würden, antwortete er: "Natürlich, so ist das."
Horner wittert in den Klagen von Hamilton und Co. eher eine taktische Variante, um die Formel 1 dazu zu bekommen, über Regeländerungen nachzudenken. Auf diesem Weg könnten die derzeit unterlegenen Silberpfeile wieder näher an die Spitze heranrücken.
Horner: Es wäre unfair, diejenigen zu bestrafen, die einen guten Job gemacht haben
"Es ist zwar unschön, aber es gibt durchaus Mittel zur Abhilfe", erklärte Horner mit Blick auf die hüpfenden Autos der Konkurrenz. "Aber diese Mittel sind schädlich für die Leistung des Autos", so der 48-Jährige, der damit auf die Möglichkeit anspielte, den Abtrieb zu verringern, damit sich die Boliden nicht mehr zeitweise an der Strecke festsaugen.
Während Red Bull und Ferrari das Problem mittlerweile weitestgehend in den Griff bekommen haben und gleichzeitig weiter volle Leistung bringen können, strauchelt Mercedes bereits seit Saisonbeginn sowohl in Sachen Porposing als auch mit Blick auf die Performance.
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"Wenn es ein Sicherheitsproblem bei allen im Lager wäre, dann sollte man sich das genauer anschauen", sagte Horner, "aber es betrifft ja nur einzelne Personen oder Teams, und das ist dann etwas, womit diese Teams selbst fertigwerden sollten."
Von einem bereits diskutierten Mindestabstand zum Asphalt hält Horner aus diesem Grund gar nichts. "Es wäre unfair, die Teams zu bestrafen, die einen guten Job gemacht haben, nur weil andere ihre Ziele leicht verpasst haben."


