Angesichts des anhaltenden Angriffskriegs gegen die Ukraine bleiben die Sanktionen gegen russische Sportlerinnen und Sportler bestehen. Der russische Biathlon-Sport steht zudem vor dem großen Problem, dass wichtige Ausrüstung fehlt, die im Ausland entwickelt wird. Der Biathlon-Chef schlägt nun Alarm.
Der Vorsitzende des Russischen Biathlon-Verbands Viktor Maigurov will die Ausrüstung für seine Sportler schleunigst verbessern. Der RBU-Chef musste im Interview mit "Championat" zugeben: "Zweifellos werden sich die Sanktionen auf die Bereitstellung von Ausrüstung für Biathleten auswirken."
Zahlreiche russische Spitzensportler nutzen für ihre Wettkämpfe eigentlich das Material ausländischer Hersteller. Nach Kriegsausbruch wurde die Zusammenarbeit teilweise ausgesetzt, sodass es Russland nun an Spitzen-Ausrüstung mangelt.
Maigurov verwies zwar darauf, dass der Verband schon in der vergangenen Saison "positive Erfahrung" mit der Nutzung einheimischer Materialien gemacht habe. Bei den Olympischen Winterspielen von Peking hätten russische Biathletinnen und Biathleten etwa "einige Medaillen mit Produkten russischer Hersteller gewonnen, die im Rahmen eines gemeinsamen Projekts des RBU und des Innovationszentrums des ROC (Russian Olympic Committee, Anm. d. Red.) ausgewählt wurden".
Russland will mit ausländischen Biathlon-Herstellern weiter zusammenarbeiten
Dennoch ist auch Maigurov klar: "Was den Rest betrifft, so wird die Entwicklung von Geräten der Eliteklasse nicht nur Jahre, sondern wahrscheinlich Dutzende von Jahren dauern."
Darüber könne man "in unserer heutigen Realität nicht hinwegsehen", so der 53-Jährige, der längst schon nach neuen Wegen sucht. Mit einheimischen Sportverbänden und Ausrüstungsherstellern hätten bereits mehrere Treffen stattgefunden, an denen auch Abgeordnete der Staatsduma teilgenommen haben. Dennoch tritt der RBU-Chef auf die Bremse: "Die Arbeit hat begonnen, aber wir sollten keine sofortigen Ergebnisse erwarten."
Mit ausländischen Herstellern wolle der Verband die Beziehungen nicht abbrechen, betonte der ehemalige Biathlet und Olympia-Teilnehmer, "sondern wir suchen nach Wegen, um unter den neuen Umständen angemessen zusammenzuarbeiten".
