Russland und Belarus planen nach dem Ausschluss von allen internationalen Wettbewerben eine eigene Biathlon-Serie nach Vorbild des Weltcups.
Details dazu enthüllte Victor Maygurov, Präsident des russischen Biathlon-Verbands RBU. "Nach aktuellem Stand sind sechs Stationen geplant, zwei im August und September sowie vier im Winter", zitiert das Portal "championat.com" Maygurov. "Es wird das gleiche Punktesystem wie im Weltcup verwendet."
Es herrsche "eine große Motivation" unter den Biathletinnen und Biathleten, an der neuen Wettbewerbsserie teilzunehmen, berichtet der RBU-Chef, "aber das Preisgeld steht derzeit noch nicht fest".
Maygurov ergänzte: "Wir werden die Anzahl der Teams nicht begrenzen, aber jedes sollte vier Mitglieder haben, damit Staffelrennen möglich sind."
Die Wettbewerbe seien "offen", kündigte Maygurov an. "Wir freuen uns, wenn Athleten aus anderen Ländern teilnehmen möchten."
Baldige Rückkehr von Russland und Belarus in den Biathlon-Weltcup?
Maygurov rechnet nicht mit einem dauerhaften Ausschluss Russlands und Belarus aus dem Biathlon-Weltcup.
"Die Situation wird sich stabilisieren und dann werden unserer Mannschaften zurückkehren können", sagte der 53 Jahre alte frühere Biathlet. Er blicke "optimistisch in die Zukunft".
Mit dem Biathlon-Dachverband IBU stehe die RBU "in Kontakt", stellte Maygurov klar. Es werde am Saisonende auch vereinbarte Zahlungen von der IBU an den russischen Verband geben, mit dem dieser unter anderem ein Stipendium für Kinderwettbewerbe finanzieren will.
Die neue Wettbewerbsserie solle "sicherstellen, dass wir das Trainingsniveau nicht verlieren, und das gilt nicht nur für die Spitzenteams, sondern auch für die Jugend", erklärte Maygurov.
Biathlon-Ausschluss für Russland und Belarus gilt vorerst bis September
Die RBU vereinbarte im Zuge der Schaffung des eigenen "Ersatz-Weltcups" eine noch engere Zusammenarbeit mit dem belarussische Biathlon-Verband.
"Diese Vereinbarung beinhalten nicht nur die Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen, sondern auch den Erfahrungsaustausch", so Maygurov, der von einem "bedeutendem Ereignis" sprach.
Die Suspendierung der Verbände von Russland und Belarus durch die IBU gilt bis auf Weiteres. Sie soll auf dem nächsten ordentlichen Kongress des Verbands vom 15. bis 19. September überprüft werden.
