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Russland sperrt größte Online-Schachplattform

In Russland ist die größte Online-Schachplattform nicht mehr zu erreichen
In Russland ist die größte Online-Schachplattform nicht mehr zu erreichen
Foto: © via www.imago-images.de
25. April 2022, 10:45
sport.de
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Russland hat der größten Online-Schachplattform "chess.com" den Stecker gezogen. Seit Sonntag ist die mit knapp 30 Millionen Mitgliedern größte Schach-Community der Welt in Russland nicht mehr erreichbar.

Wie die russische Informations- und Kommunikationsbehörde Roskomnadzor am Wochenende mitteilte, ist die Webseite "chess.com" ab sofort für alle russischen Schachspielerinnen und -spieler nicht mehr aufrufbar. Die offizielle Begründung: Die Plattform habe zwei russlandfeindliche Artikel veröffentlicht. Da das Sperren einzelner Artikel nicht möglich ist, sperrte die Behörde direkt die gesamte Plattform. 

Der erste der beiden beanstandeten Artikel wurde am 26. Februar unter der Überschrift "Zur Invasion der Ukraine" veröffentlicht. Darin verurteilte "chess.com" den Angriff der Russen auf das Nachbarland und beantwortete die meistgestellten Fragen der User.

Zudem erklärte die Plattform, bereits Accounts von sanktionierten Oligarchen gesperrt zu haben und russische sowie belarussische Flaggen nicht mehr anzeigen zu wollen. Einzelne Russen wie der Großmeister Sergey Karjakin, der sich öffentlich für den Krieg aussprach, wurden zudem von Turnieren verbannt.

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Der zweite von der russischen Regierung kritisierte Artikel erschien am 19. März unter dem Titel "Ukrainische Schachspieler in Zeiten des Krieges". Darin schilderten mehrere ukrainische Spieler die dramatische Situation in ihrer Heimat. Für die russische Regierung fällt sowohl dieser als auch der vorherige Artikel in die Kategorie "Verbreitung von Falschinformationen". 

"chess.com" bekräftigt seinen Standpunkt

"chess.com" wiederum bekräftige seinen Standpunkt zum Krieg und erklärte gleichzeitig: "Wir werden weiterhin Mitglieder aus Russland begrüßen, die sich dem Bann der russischen Regierung widersetzen und auf 'chess.com' spielen."

Putin-Freund Karjakin reagierte via Twitter auf die Sperre von "chess.com" und schrieb: "Auf russischem Territorium ist chess.com blockiert. Alles wegen der Geschäftspolitik der Seite, die Fakenews über Russland verbreitet und Flaggen von russischen Usern entfernt."

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