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Kruse schäumt, Hütter hadert: Blut und Drama im Krisengipfel

Viel Aufregung, aber keinen Sieger brachte das Spiel der Gladbacher gegen Wolfsburg
Viel Aufregung, aber keinen Sieger brachte das Spiel der Gladbacher gegen Wolfsburg
Foto: © Darius Simka via www.imago-images.de
27. Februar 2022, 10:14

Rot, kein Elfmeter, aberkanntes Tor: Gladbachs Aufholjagd gegen Wolfsburg bot Stoff für mehrere Spiele. Nach dem 2:2 waren beide Teams enttäuscht - und doch zufrieden.

Max Kruse schäumte auch einen Tag nach dem Vier-Tore-Spektakel, das Gesprächsstoff für mehrere Fußball-Abende bot. "Nee, war kein klarer Elfmeter", schrieb der Stürmer des VfL Wolfsburg in den sozialen Netzwerken sarkastisch und präsentierte ein Foto seines ramponierten Fußes. Sein geschwollener und teilweise von getrocknetem Blut geröteter Knöchel war die sichtbarste Erinnerung an ein turbulentes Remis.

Zwar half das 2:2 (1:2) im Kellerduell zwischen Borussia Mönchengladbach und dem VfL keiner Mannschaft wirklich weiter. Doch eine umstrittene Rote Karte, ein nicht gepfiffener Elfmeter am "zu fairen" Kruse und schließlich der erstickte späte Siegestaumel der Borussia sorgten zumindest beim neutralen Beobachter für allerbeste Unterhaltung. Enttäuscht waren beide Teams dennoch - irgendwie aber auch zufrieden.

Kruse keilt gegen Videoschiedsrichter

Kruse etwa hätte einen Elfmeter bekommen müssen - weil er aber nach einem Foul nicht umfiel, blieb die Pfeife von Schiedsrichter Tobias Reichel stumm. Ganz im Gegensatz zu Kruse.

"Es kann nicht der Fair-Play-Gedanke sein, dass ich direkt hinfalle. Dann muss ich immer direkt fallen und es gibt Elfmeter", sagte der Wölfe-Rückkehrer am "Sky"-Mikrofon: "Ich weiß nicht, wie viele Leute im Keller sitzen, aber sehr kompetent waren sie nicht."

Diskussionen gab es auch über die Rote Karte gegen Maxence Lacroix, dem schon dritten Platzverweis des Franzosen in dieser Saison. Lacroix behakelte sich als letzter Mann ausgiebig mit Landsmann Marcus Thuram, ehe er den Ball mit der Hand wegschaufelte und dafür Rot sah (70.). Wenig später glich der eingewechselte Breel Embolo (82.) in Überzahl zum 2:2 aus.

Thuram hatte zuvor (42.) nach dem schnellen Rückstand durch Jonas Wind (6.) und Sebastiaan Bornauw (33.) die Aufholjagd eingeläutet. Weil der Ex-Kölner Bornauw seinen Treffer ausgelassen vor der Gladbacher-Fankurve feierte, geriet Torhüter Yann Sommer kurz außer sich und sah die Gelbe Karte. Bornauw entschuldigte sich später, es war nur eine von vielen Randgeschichten der Begegnung.

Krönung der Achterbahnfahrt

Denn die Krönung der emotionalen Achterbahnfahrt folgte erst in der Nachspielzeit. Matthias Ginter und die 10.000 Zuschauer bejubelten schon das vermeintliche 3:2, doch Reichel nahm den Treffer nach Ansicht der Videobilder wegen eines Fouls im Spielaufbau zurück. Die Traube aus Spielern und Betreuern löste sich schnell wieder auf.

Dabei hätte Adi Hütter eine späte Erlösung gut gebrauchen können. "Ich wäre gerne hingelaufen und hätte mich auf das Knäuel gehauen. Aber ich habe lieber abgewartet", sagte der Gladbach-Coach über den letzten Akt einer hitzigen Partie - die irgendwie keinen Sieger verdient hatte.

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