Zum Start seiner Karriere verbrachte Thorben Marx sechs Jahre bei Hertha BSC. Für die Hauptstädter absolvierte der gebürtige Berliner insgesamt 100 Pflichtspiele, ehe zu Arminia Bielefeld und später Borussia Mönchengladbach weiterzog. Vor allem die aktuelle Situation bei der "Alten Dame" bringt den ehemaligen Mittelfeldspieler allerdings auf die Palme.
"Wahnsinn, was bei Hertha alles gerade passiert! Die letzte Woche hatte ja schon vor der Pleite 'gut' angefangen – mit dem verbalen Rundumschlag des eigenen Investors! Da kam schön Dampf rein. Hat sich Lars Windhorst da keine Gedanken über die Folgen gemacht? Für den Verein und die Außendarstellung war das eine absolute Katastrophe!", lässt Marx im Gespräch mit der "Bild" seinem Frust freien Lauf.
Investor Windhorst hatte unlängst öffentlich beklagt, dass sein Einstieg bei der Hertha wohl ein Fehler war. Trotz großer Investitionen, vieler Neuzugänge auf allen Ebenen und hoher Ambitionen rangieren die Berliner in der Bundesliga derzeit nur auf dem 15. Tabellenplatz. Zuletzt wurde man von RB Leipzig mit 1:6 abgefertigt.
Obwohl sein Ex-Klub vor der Partie gegen die Sachsen von einer "heftigen" Anzahl an Corona-Fällen geschwächt wurde, ist die gebotene Leistung für Marx völlig "enttäuschend". "Da standen immer noch sehr erfahrene Spieler auf dem Platz, da kann man – gerade in einem Heimspiel – mehr erwarten", stellt der 40-Jährige klar.
Dass der Einbruch erst erfolgte, nachdem Abwehrchef Marc Oliver Kempf in der 62. Minute mit Rot vom Platz flog, ist für Marx ebenfalls kein Alibi. "Die Hertha-Mannschaft kommt mir zu leblos rüber. Da muss man sich cleverer anstellen und besser wehren, denn am Ende kann das Torverhältnis im Abstiegskampf entscheidend sein."
Hertha BSC mit Horror-Bilanz
Eben dieses Torverhältnis spricht nicht für die Berliner: Mit 51 Gegentoren stellt man die zweitschlechteste Defensive der Liga. Nur Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth hat bislang mehr Treffer kassiert. Die Ansprüche und Voraussetzungen der "Kleeblätter" sind allerdings auch gänzlich andere.
Das Problem verortet Marx daher auch nicht auf der Trainerbank, sondern im Kader: "Das Problem ist hier weniger der Trainer, sondern die Spieler, die schon in den letzten Jahren unter vielen Trainern unter ihren Möglichkeiten spielen. Die Profis müssen in die Pflicht genommen werden." Den ganz großen Kick würde ohnehin niemand mehr erwarten, der Abstiegskampf müsse nun im Fokus stehen.
Ob die Akteure auf dem Rasen den Schalter umlegen können, lässt Marx allerdings offen: "Das Schlimmste ist, wenn du Spieler unter Vertrag hast, denen alles scheißegal ist. Das darf nicht sein! Alle müssen jetzt für den Verein, deren Mitarbeiter und die Fans brennen!"




























