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Rückblick und Ausblick der sport.de-Redaktion

F1-Meinungspanel: "... dann fährt Vettel aufs Treppchen"

Video: Max Verstappen im großen Weltmeister-Interview
01. Januar 2022, 11:37
sport.de
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Die abgelaufene Formel-1-Saison gipfelte unlängst in einem denkwürdigen Finale. Der dramatische Kampf um die WM-Krone zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton dürfte so schnell nicht in Vergessenheit geraten.

Die sport.de-Redaktion schaut im Meinungspanel zur Formel 1 zurück auf ein Jahr voller Überraschungen, Action und Spannung. Wer waren die Top-Fahrer? Wer hat enttäuscht?

Außerdem wagen wir einen Blick auf das Jahr 2022, und beantworten die Frage, ob Mick Schumacher die großen Namen der Szene endlich ärgern kann.

  • Folgt nach der Hamilton- nun die Verstappen-Ära?

Christian Schenzel: Die Frage ist, wie man Ära definiert. Ich finde, die Verstappen-Ära hat schon vor Jahren begonnen. Gewinnt er jetzt auch sieben Titel? Ziemlich sicher nicht, denn dafür braucht es ein enorm dominantes Auto. Ob Red Bull dieses bauen kann, weiß niemand. Davon ab wird er mit Norris, Russell, Leclerc und vielleicht ja auch Mick in den nächsten Jahren Konkurrenten haben, die mindestens genau so hungrig (und ähnlich schnell) sind wie er selbst. 

Chris Rohdenburg: Nein! So schnell wird es keine neue Ära im klassischen Sinne geben. Dafür scharren auch die schon in ihren derzeit noch eher unterlegenen Boliden verdammt schnellen Fahrer wie Lando Norris, Charles Leclerc und Co. zu sehr mit den Hufen. Weltmeister-Titel hin oder her: Verstappen wird auch 2022 wieder am großen Hamilton gemessen werden. 

Damian Ozako: Ist die Hamilton-Ära überhaupt vorbei? Der Brite hat gezeigt, dass er auch in einem engen WM-Kampf mithalten kann und ist weit davon entfernt, abgeschrieben werden zu können. Verstappen muss nun erst einmal beweisen, dass er auch mit der Rolle als Titelverteidiger und Gejagter klar kommt. 

  • Ist der WM-Fight 2021 noch zu toppen?

Mats-Yannick Roth: Die WM-Entscheidung von Abu Dhabi war in diesem Jahr die knappste seit dem ersten Hamilton-Titel 2008. Damals fuhr er erst in der aller letzten Kurve im legendären Brasilien-Rennen an Timo Glock vorbei zum Titel gegen Felipe Massa. Vom Drama-Faktor her wird diese Entscheidung die beste aller Zeiten bleiben. Das Niveau, auf dem sich Verstappen und Hamilton in diesem Jahr begegneten, war aber wohl noch einmal eine Steigerung des Ganzen. Das noch einmal zu übertrumpfen, erscheint mir äußerst unwahrscheinlich.

Christian Schenzel: Entscheidung in der letzten Runde des letzten Rennens? Nein, mehr geht nicht! Das Duell wird für immer als spannendstes in die Geschichte eingehen. Wie sich Hamilton und Verstappen im Laufe des Jahres regelrecht bekriegt haben, macht diese Saison so außergewöhnlich.

Jannik Kube: Das Finale von Abu Dhabi kann so schnell nicht übertroffen werden. Zu außergewöhnlich war es, dass Hamilton und Verstappen die WM in der letzten Runde untereinander entschieden. Dennoch wird die Formel 1 auch in den kommenden Jahren alles andere als langweilig - zumindest solange Toto Wolff und Christian Horner noch an den Kommandoständen sitzen.

Damian Ozako: Ein Finale, das nach all dem Drama in der letzten Runde entschieden wird, ist nur schwer zu toppen. Nach den Kontroversen rund um die Entscheidungen von Masi und Co. werden sowohl Mercedes und Red Bull kein Interesse daran haben, dass dieser Zweikampf noch weiter eskaliert. Ich glaube, dass es im nächsten Jahr auf und neben der Strecke ruhiger zugehen wird.

  • Wer oder was war die größte Enttäuschung 2021?

Christian Schenzel: Schwer zu sagen. Vielleicht der Verlauf der Sprint-Rennen. Auf dem Papier eine großartige Idee, in der Umsetzung aber noch mit ganz viel Luft nach oben. Silverstone und Monza waren sterbenslangweilig, Sao Paulo nur spannend, weil Hamilton von ganz hinten kam. Das Format ist grundsätzlich gut, bedarf aber noch einiges an Nachbearbeitung. 

Damian Ozako: Aston Martin. Ich habe nicht erwartet, dass sie um Siege mitfahren, aber ein Auto, das regelmäßig und ohne jegliche Probleme in die Punkte fahren kann, wäre dann doch schön gewesen. So war es eine sehr enttäuschende Saison für Sebastian Vettel und Co.

Chris Rohdenburg: Ich fand es besonders schade, dass der wohl spannendste Titelkampf der Formel 1 nicht im frei empfangbaren Fernsehen für viel mehr Zuschauer zu sehen war. Das hätte diese Saison eigentlich verdient gehabt.

  • Kann Vettel die Weltspitze noch einmal attackieren?

Christian Schenzel: Nein! Wer Vettel immer noch zu den fünf, sechs besten Fahrern im Feld zählt, sollte die deutsche Brille langsam mal absetzen. So ziemlich nichts deutet darauf hin. Ist das ein Problem? Nein. Der Mann wird bald 35 Jahre alt und hat alles erreicht, was ein Formel-1-Pilot erreichen kann. Seb ist immer noch ein sehr guter Fahrer. Die Wahrheit ist aber, dass seine beste Zeit hinter ihm liegt.

Chris Rohdenburg: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Dass Vettel immer noch ein klasse Fahrer ist, hat er auch 2021 bewiesen, als er den Award für die meisten Überholungen einheimste. Wenn es Aston Martin schafft, ihm 2022 - wenn die Karten regeltechnisch neu gemischt werden - ein Auto maßzuschneidern, warum nicht?

Mats-Yannick Roth: Die Nummer 2 im ewigen schwarz-rot-goldenen Fahrerranking braucht endlich mal wieder Erfolgserlebnisse über mehrere Renn-Wochenenden, um die Ergebniskrise endlich zu überwinden. Ob es für die Weltspitze reichen wird, liegt dann nicht wirklich in seinen Händen. Leistet Aston Martin bis zum kommenden Frühjahr gute Arbeit, dann fährt Vettel auch endlich wieder aufs Treppchen.

Damian Ozako: Vettel hat sich seinen Platz in den Geschichtsbüchern der Formel 1 redlich verdient, aber es ist bereits abzusehen, dass er nicht so gut als Pilot reift wie es beispielsweise Fernando Alonso tut. Mittlerweile gibt es zu viele junge und hungrige Talente, die Vettel den Weg zu weiteren Titelkämpfen blockieren würden. 

  • Was ist 2022 von Mick Schumacher zu erwarten?

Chris Rohdenburg: Die Erwartungen sind groß, die Enttäuschung wird am Ende ebenso groß sein. Das liegt aber nicht unbedingt an Mick Schumachers Leistungen, sondern eher am Team. Wenig deutet darauf hin, dass sich Haas 2022 massiv verbessern können wird. Die anderen Teams haben sich einfach einen viel zu großen Vorsprung aufgebaut. Aber: Als neuer Ersatzfahrer bei Ferrari könnte Schumi jr. am Ende doch mal ein Pünktchen holen, wenn das Glück (und gleichzeitig das Pech bei Leclerc/Sainz) mitspielt.

Mats-Yannick Roth: Im Vergleich zu den beiden anderen Rookies Mazepin und Tsunoda hinterließ Schumacher den konstantesten Eindruck. Knüpft er daran an, wird es 2022 die ersten WM-Punkte geben. Mit neuem Reglement will Haas dann neu durchstarten und wird zumindest den Anschluss an die übrigen Teams herstellen.

Christian Schenzel: Mazepin dominieren, Leichtsinnsfehler abstellen bzw. stark reduzieren und sich weiter ans Mittelfeld heranrobben - das sollten seine Ziele sein. Ich bin mir sicher, dass er genau diese Ziele auch erreichen wird. Nicht mehr, nicht weniger. 

Damian Ozako: Er hat viel Lehrgeld in seiner Debütsaison zahlen müssen. Schumacher wird konstanter fahren, Leichtsinnsfehler abstellen und Mazepin erneut in Grund und Boden dominieren. Bei einem halbwegs konkurrenzfähigen Auto dürften auch die ersten Pünktchen herausspringen. Das Talent dafür hat er definitiv.

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1ArgentinienFranco ColapintoAlpine F1 Team0
2FrankreichPierre GaslyAlpine F1 Team0
3SpanienFernando AlonsoAston Martin F1 Team0
4KanadaLance StrollAston Martin F1 Team0
5FinnlandValtteri BottasCadillac F1 Team0

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