Bei Eintracht Frankfurt herrschen bereits kurz nach dem Saisonbeginn unruhige Zeiten. Neben dem sportlichen Fehlstart mussten sich die Hessen mit vielen personellen Fragen auseinandersetzen. Mittendrin: Filip Kostic. Kurz vor dem Ablauf der Wechselfrist forcierte der Linksaußen einen Transfer zu Lazio Rom und sorgte damit nicht nur bei den Fans für Unmut.
Wie "Sport Bild" berichtet, muss Kostic für sein Verhalten eine Strafe in Höhe von rund 100.000 Euro bezahlen. Demzufolge forderte auch der Mannschaftsrat um Kapitän Sebastian Rode eine harte Sanktion.
Die Mannschaft sei zwar bereit, den 28-Jährigen nach seinem geplatzten Abgang wieder aufzunehmen, wünscht sich aber auch ein deutliches Zeichen von Eintracht Frankfurt, heißt es.
Laut Gregor Reiter, der bis zu Beginn des Jahres Geschäftsführer des Spielerberater-Verbands DFVV war, hätte es Kostic deutlich härter treffen können. So hofft der 49-Jährige, dass Eintracht Frankfurt seinen Leistungsträger wegen des Streiks fristlos kündigt.
"Ein Training und ein Spiel individuell vorsätzlich zu verweigern ist schwerwiegende Vertragsverletzung, die in meinen Augen ausreicht, um nach einer erfolgten Abmahnung eine fristlose Kündigung durch den Verein zu rechtfertigen", erklärte Reiter gegenüber dem Sportmagazin.
In diesem Fall wäre Kostic nicht ablösefrei, erläuterte der Sportrechtler seinen Standpunkt. Dabei beruft sich Reiter auf den Paragraf 628 aus dem BGB, durch den Schadensersatz fällig werden könnte. Der Richtwert soll die entgangene Ablöse für Kostic sein, die angeblich bei rund 15 Millionen Euro plus Bonuszahlungen gelegen hätte.
Eintracht Frankfurt verzichtet wohl auf Klage
Jedoch verzichtet Eintracht Frankfurt wohl auf diesen drastischen Schritt. Als Gründe nennt "Sport Bild" Kostics Wichtigkeit sowie dessen Vermögenswert. Immerhin wird der Marktwert auf 35 Millionen Euro taxiert.
Reiter hofft derweil weiter auf rechtliche Schritte. "Meiner Ansicht nach würde bereits ein Urteil eines Arbeitsgerichts zulasten des sich vorsätzlich weigernden Spielers reichen, um diese Unsitte in Deutschland zu beenden", so der Sportrecht-Experte: "Die DFL wäre gut beraten, wenn sie – im Interesse aller Vereine und aller rechtschaffenden Spieler – Eintracht Frankfurt angerufen hätte und um den Gefallen einer Klage gebeten hätte."
Doch anstatt vor Gericht zu ziehen gibt die SGE dem wechselwilligen Profi wohl eine zweite Chance.




























