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Mi, 21.07. - So, 08.08.

Ausblick auf den nächsten Wettkampftag in Tokio

Zwei deutsche Gold-Highlights: So lief der Olympia-Tag

Video: Ricarda Funk holt GOLD im Kanu-Slalom
27. Juli 2021, 19:42

Der vierte Wettkampftag der Olympischen Spiele in Tokio haben dem Team Deutschland die ersten Gold-Medaillen beschert. Auch sonst hatte der Tag zahlreiche Höhepunkte und Aufreger zu bieten. Der Überblick:

Drama um Biles: Im olympischen Mannschaftsfinale steigt die Jahrhundert-Turnerin Simone Biles aus. Unter Tränen begründet sie anschließend ihre Rückzug mit Angst um ihre mentale Gesundheit.

"Ich musste tun, was richtig für mich ist, mich auf meine mentale Gesundheit fokussieren und nicht mein Wohlbefinden gefährden", sagte sie und bekannte: "Wenn ich turne, habe ich weniger Selbstvertrauen, weniger Spaß und bin nervöser. Es ist Mist, wenn man mit seinem eigenen Kopf kämpft." Die Goldmedaillen gingen nach dem Rückzug von Biles an die ROC-Athletinnen, die die personelle Schwächung der US-Girls nutzten und ihnen die erste Niederlage seit elf Jahren zufügten. Den dritten Platz holte Großbritannien.

Ausgerechnet Alaska: In Alaska gibt es genau ein Schwimmbecken, das über eine 50-m-Bahn verfügt. Die 17 Jahre alte Lydia Jacoby aus dem 2600-Seelen-Dorf Seward kann ab und an nur in einem 25-m-Becken an ihrer Form feilen - doch das hält sie nicht von großen Taten ab: Über 100 m Brust stieß Jacoby völlig überraschend ihre Landsfrau und Rio-Doppel-Olympiasiegerin Lilly King vom Thron. Daheim in Alaska flippten ihre Leute völlig aus - allerdings vorbildlich mit Maske.


Mehr dazu: Der Medaillenspiegel der Olympischen Spiele


Goldene Bretter: Der Brasilianer Italo Ferreira und die US-Amerikanerin Carissa Moore sind die ersten Surf-Olympiasieger der Geschichte. Der 27 Jahre alte Weltmeister Ferreira entschied die Finalpremiere auf dem Shortboard gegen den japanischen Favoritenschreck Kanoa Igarashi für sich - obwohl ihm gleich zu Beginn sein Board auseinandergebrochen war. Igarashi hatte zuvor Ferreiras Landsmann und Goldfavorit Gabriel Medina ausgeschaltet.

Freier Mensch: Saeid Mollaei streichelte seine Silbermedaille, tätschelte die mongolische Flagge auf seiner Brust - und im Sportministerium von Teheran ging vermutlich gerade eine Schreibtischplatte zu Bruch. "Es sind viele schlechte Dinge passiert, ich habe mein Land verloren", sagte der Judoka, "aber ich habe gezeigt, was ein freier Mensch erreichen kann." Im Iran gilt Mollaei als Volksverräter, nach seiner Flucht nach Deutschland startet er nun für die Mongolei.

Japan jubelt: Nochmal, was die Japaner, in diesem Fall die Japanerinnen, derzeit anfassen, scheint sich in Gold zu verwandeln. Jetzt gewannen sie wie schon 2008 in Peking sensationell gegen die USA im Softball, also in einer Sportart, in der sich die US-Meister wie selbstverständlich "Weltmeister" nennen. Wenn das jetzt auch noch im Baseball passiert ... Japan steht mit zehn Goldmedaillen (nach 72 Wettbewerben) auf Platz eins in der Nationenwertung.

So lief der Tag für Team Deutschland

Erstes Gold: Im größten Moment ihrer Laufbahn, im Moment des puren Glücks überwältigte Ricarda Funk der Gedanke an unfassbares Leid. Die Katastrophe im Ahrtal, ihrer Heimat, ihr früherer Trainer Stefan Henze, der in Rio nach einem tragischen Autounfall verstorben war - all das bewegte die erste deutsche Olympiasiegerin in Tokio an einem Nachmittag der großen Gefühle zutiefst. "Ich schicke ganz viel Liebe nach Hause", lautete die Botschaft der Slalom-Kanutin an die Menschen daheim. Nur so nebenbei erwähnte sie dann noch, dass sie sich mit Gold einen Traum erfüllt habe.

Zweites Gold: Mit einer Machtdemonstration allererster Güte erfüllten die Dressurreiterinnen die riesigen Erwartungen und flogen regelrecht zum 14. Team-Gold seit 1928. Isabell Werth mit ihrer grazilen Traumstute Bella Rose, Dorothee Schneider mit dem mächtigen Showtime und Schlussreiterin Jessica von Bredow-Werndl auf der eleganten Tänzerin Dalera ließen keinen Zweifel an ihrer Favoritenrolle aufkommen. Überlegen siegten sie vor den USA und Großbritannien.

Boll scheitert mal wieder im Achtelfinale: Timo Boll trottete mit einem schwarzen Rollkoffer im Schlepptau aus der leeren Halle, die nächste olympische Einzel-Enttäuschung hatte ihn unerwartet und daher tief getroffen. "Tischtennis ist meine große Liebe - natürlich bin ich frustriert. Ich dachte, dass ich ganz gut drauf bin", sagte der schon 40-Jährige. Sein Traum von der ersten Einzel-Medaille bei Olympia ist erneut geplatzt, bereits zum vierten Mal nacheinander scheiterte er im Achtelfinale.

Wellbrock mit deutschem Rekord: Florian Wellbrock blickte kurz zur Anzeigetafel, nahm seinen deutschen Rekord regungslos zur Kenntnis - und hakte den überzeugenden Start in seine Goldmission schnell ab. "Ich wollte relativ souverän ins Finale schwimmen. Deswegen wollte ich jetzt einfach mal Gas geben", sagte der Doppel-Weltmeister. In 7:41,77 Minuten verbesserte der 23-Jährige im Vorlauf über 800 m Freistil seine eigene Bestmarke um 1,26 Sekunden.

Das bringt der 5. Wettkampftag der Olympischen Spielen

Basketball: Die deutsche Mannschaft könnte bei einer Niederlage gegen Nigeria (3:00 Uhr MESZ/10:00 Uhr OZ) schon keine Chance mehr aufs Viertelfinale haben.

Fechten: Max Hartung (Säbel, Mannschaft) bestreitet seinen letzten Olympia-Wettkampf (ab 4:25/11:25)

Fußball: Siegen oder Fliegen: Deutschland trifft im letzten Vorrundenspiel auf das Team der Elfenbeinküste (10:00/17:00)

Handball: Deutschland trifft auf Frankreich (14:30/21:30)

Hockey: Die deutschen Frauen bestreiten gegen Irland ihr drittes Vorrundenspiel (5:15/12:15)

Kunstturnen: Lukas Dauser und Philipp Herder stehen im Mehrkampf-Finale (12:15/19:15)

Radsport: Straßen-Zeitfahren der Frauen (4:30/11:30, mit Lisa Brennauer und Hannah Ludwig) und Männer (7:00/14:00, mit Nikias Arndt und Maximilian Schachmann)

Reiten: Dressur, Einzel, Grand Prix Kür (ab 10:30/17:30) mit Jessica von Bredow-Werndl, Dorothee Schneider und Isabell Werth

Wasserspringen: Patrick Hausding und Lars Rüdiger springen synchron um eine Medaille vom 3-m-Brett (08:00/15:00)

3x3 Basketball: Die Finalspiele der Frauen (14:55/21:55) und Männer (15:25/22:25)

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