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Rheinhessen verschaffen sich Luft, Lewandowski trifft

Mainz 05 verdirbt Meisterfeier des FC Bayern

Der 1. FSV Mainz 05 hat den FC Bayern überraschend bezwungen
Der 1. FSV Mainz 05 hat den FC Bayern überraschend bezwungen
Foto: © Patrick Scheiber
24. April 2021, 17:29

Die Meisterfeier ist vertagt, der FC Bayern München hat seinen ersten Matchball trotz des Comebacks von Weltfußballer Robert Lewandowski überraschend vergeben. Die Mannschaft von Trainer Hansi Flick verlor am 31. Spieltag völlig verdient 1:2 (0:2) beim furios aufspielenden FSV Mainz 05, mit einem Sieg wäre die 31. deutsche Meisterschaft bereits vorzeitig unter Dach und Fach gewesen.

Sollte Verfolger RB Leipzig am Sonntag (15:30 Uhr) gegen den VfB Stuttgart aber verlieren, wären die Bayern mit einem Tag Verspätung "Sofa-Meister". Der Vorsprung auf die Sachsen beträgt weiter zehn Punkte.

U21-Nationalstürmer Jonathan Burkardt (3.) und Robin Quaison (37.) trafen vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw für die Mainzer, die nun schon seit sieben Spielen in Folge ungeschlagen sind (fünf Siege, zwei Unentschieden) und einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machten. Mit diesem Resultat waren die Bayern mit ihrer in der ersten Hälfte indisponierten Defensive sogar noch gut bedient.

"Gerade die Leistung in der ersten Halbzeit war zu wenig"

Auch die Rückkehr von Topstürmer Lewandowski zeigte erst spät Wirkung - zu spät. Der Pole, der wegen einer Bänderdehnung im rechten Knie die vergangenen sechs Pflichtspiele verpasst hatte und wie Leon Goretzka in die Startelf zurückkehrte, traf erst in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Anschluss. Zum ewigen Torrekord von "Bomber" Gerd Müller (40 Saisontore, 1971/72) fehlen ihm bei drei ausbleibenden Spielen nun noch vier Treffer.

Nicht nur der Weltfußballer mochte sich in Mainz wie im falschen Film vorkommen - denn wie ein Tabellenführer spielten zu Beginn nur die Rheinhessen. Nach einer zu kurz abgewehrten Flanke zog Burkardt von der Strafraumkante ab, Nationaltorhüter Manuel Neuer reagierte zu spät auf den fast zentralen Schuss und sah nicht gut aus.

"Wir hatten uns viel mehr vorgenommen. Gerade die Leistung in der ersten Halbzeit war aber zu wenig von uns, so kannst du hier nicht gewinnen", sagte der Bayern-Kapitän nach der Pleite am "Sky"-Mikrofon: "Diese Niederlage trifft uns schwer. Wir wollen uns nicht auf andere verlassen, aber wir schauen natürlich trotzdem auf morgen."

FC Bayern mit Wechselorgie in der Halbzeit

Die Gastgeber attackierten den FCB trotz Führung weiter hoch und mit dem Messer zwischen den Zähnen. Sowohl Danny Latzas Kopfball (10.) als auch ein abgefälschter Schuss Danny da Costas (18.) klatschten an den Pfosten, gegen Quaison (16.) rettete Neuer glänzend. Nach 20 Minuten waren die Bayern mit dem knappen Rückstand bestens bedient, die einzige gute Gelegenheit für die überrascht wirkenden Gäste hatte Lewandowski (15.) kläglich vergeben.

Den Münchnern fehlten gegen die kompakte FSV-Defensive komplett die Ideen. Mainz blieb hingegen brandgefährlich, war in den Zweikämpfen meist einen Schritt schneller - und kam durch Quaison nach einem Freistoß zum hochverdienten 2:0.

Im Hinspiel in München hatten die 05er ebenfalls 2:0 zur Pause geführt, aber noch 2:5 verloren. Am Samstag tat sich der FC Bayern auch nach dem Seitenwechsel weiter schwer. Der angefressene Flick wechselte gleich dreimal, Kingsley Coman, Leroy Sané und Goretzka blieben in der Kabine.

FC Bayern auch mit Gnabry ohne Schwung

Die Gäste bekamen zwar etwas mehr Ruhe und Kontrolle ins Spiel, fanden aber gegen nun tiefer stehende Rheinhessen kaum Lücken.

Der eingewechselte Ex-Mainzer Eric Maxim Choupo-Moting zielte zweimal zu zentral (67., 77.). Auch die Einwechslung des von COVID-19 genesenen Serge Gnabry (70.) brachte nicht den nötigen Schwung.

Somit konnten sich die Mainzer am Ende über einen verdienten Sieg freuen. "Das war eine sehr gute erste Halbzeit. Wir hatten den unbedingten Willen, uns hier in die Geschichtsbücher zu schreiben", sagte 05-Sportdirektor Martin Schmidt bei "Sky": "Thomas Tuchel hat es mal geschafft, ich auch mal, jetzt Bo Svensson." Durch den Heimerfolg rangiert Mainz nun vor Werder Bremen und dem FC Augsburg.

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