Keine NHL-Stars, keine DEL-Topspieler - ein Muster ohne Wert sind die ersten WM-Testspiele am Wochenende in der Slowakei für Toni Söderholm trotzdem nicht. Der Eishockey-Bundestrainer startet voller Vorfreude sein WM-Casting und macht der zweiten Reihe Hoffnungen auf den Saisonhöhepunkt. "Wer an Tag eins im Kader steht, hat eine bessere Möglichkeit als der, der nicht dabei ist", sagte der Finne.
Klar ist aber auch: Von den Spielern, die in Phase eins der Vorbereitung berufen wurden, werden nicht viele den Sprung in den Kader für die Weltmeisterschaft in Lettland (21. Mai bis 6. Juni) schaffen. Profis von den ausgeschiedenen Playoff-Teams der Deutschen Eishockey Liga (DEL) werden nachrücken, und Söderholm hat auch die Hoffnungen auf Verstärkungen aus der NHL noch nicht aufgegeben.
Umso wichtiger ist es für den aktuellen Kader, sich in den Testspielen am Samstag (20.15 Uhr) und Sonntag in Piestany gegen die Slowakei zu empfehlen. Das gilt für die sechs Debütanten, aber auch für etablierte Spieler, die in der Saison deutlich unter ihren Möglichkeiten geblieben waren. "Wir haben Erfahrungen und wissen, was die Spieler können und wollen schauen, dass wir sie trotz einer schwierigen Saison auf Hochleistung bringen können", sagte Söderholm.
Stehen Draisaitl, Stützle und Co. zur Verfügung?
Die Düsseldorfer EG stellt mit acht Spielern die größte Fraktion im aktuellen Kader. Abwehrspieler Tobias Fohrler vom HC Ambri Piotta aus der Schweiz ist der einzige Profi, der sein Geld nicht in Deutschland verdient. Doch schon in der zweiten Vorbereitungsphase in Nürnberg mit den Testspielen am 29. April und 1. Mai gegen Tschechien wird sich das Gesicht der Mannschaft wesentlich verändern. Der Spielstil aber möglichst nicht.
Er wolle trotz der coronabedingten Widrigkeiten an seiner auf Scheibenbesitz zielenden Philosophie festhalten, betonte Söderholm: "Vielleicht werden wir es ein bisschen einfacher machen, aber im Grundgedanken bleiben wir bei unserer DNA."
NHL-Profis würden dabei natürlich helfen, doch das Thema ist kompliziert. Leon Draisaitl, Tim Stützle und Co. stecken in einem immensen Terminstress durch ausgefallene Hauptrundenspiele. Außerdem müssten sie im Falle einer Einreise nach Lettland vor der Spielerlaubnis in eine sechstägige Quarantäne gehen.
Die DEB-Auswahl trifft bei der WM im lettischen Riga in der Gruppe B auf die Titel-Mitfavoriten Kanada, Finnland und USA. Weitere Vorrundengegner sind Gastgeber Lettland, Norwegen, Italien und Aufsteiger Kasachstan.





