Obwohl bereits von "konstruktiven Gesprächen" die Rede war, lehnte Ralf Rangnick es unlängst ab, den Posten des Sportvorstandes beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 anzutreten. Die Gründe, die der Entscheidung des 62-Jährigen zugrunde liegen sollen, wurden nun angeblich enthüllt.
"Ich hätte mich gerne eingebracht, um Schalke auf dem schwierigen Weg zurück zu alter Stärke zu helfen. Leider sehe ich mich aufgrund der zahlreichen Unwägbarkeiten innerhalb des Vereins derzeit nicht in der Lage, die sportliche Verantwortung bei S04 zu übernehmen", lautete die wenig konkrete Erklärung, mit der Rangnick bekanntgab, als neuer starker Mann der Königsblauen nicht zur Verfügung zu stehen.
Der "kicker" deckte nun auf, was hinter den "zahlreichen Unwägbarkeiten" steckt. Dem Fachmagazin zufolge hadert Rangnick vor allem damit, "dass die nahe Zukunft bei Schalke weder finanziell noch strukturell genau absehbar ist". Konkret soll dem Ex-Coach die aktuelle Kaderstruktur Sorgen bereiten. Die gut dotierten Verträge einiger Stars behalten auch in der 2. Bundesliga ohne Abzüge ihre Gültigkeit. Eine nicht unerhebliche Menge des ohnehin schrumpfenden Etats würde so verschlungen.
Zwar soll Schalkes Finanzchefin Christina Rühl-Hamers Rangnick im schlimmsten Fall immer noch einen Etat von mindestens 20 Millionen Euro versprochen haben, bei ersten Kontakten mit der Gruppe "Tradition und Zukunft", die sich für eine Verpflichtung Rangnicks eingesetzt hatte, soll dem Schwaben allerdings "deutlich mehr Budget in Aussicht" gestellt worden sein, heißt es.
Neuzugang des FC Schalke 04 passt nicht zu Rangnick
Weiterhin soll Rangnick aufstoßen, dass die künftige Besetzung des S04-Aufsichtsrates derzeit noch nicht absehbar ist. Erst am 13. Juni wird auf einer Mitgliederversammlung abgestimmt, wer die insgesamt fünf endenden Mandate erhält. Insgesamt fürchtet Rangnick dem Bericht zufolge, dass die vielen gegenläufigen Strömungen im Verein seine Arbeit erschweren würden.
Dass der FC Schalke 04 mit Danny Latza in der vergangenen Woche den ersten Neuzugang für die kommende Saison unter Dach und Fach gebracht hat, soll bei Rangnick ebenfalls nicht für Begeisterung gesorgt haben. Mit 31 Jahren sei der Mittelfeldspieler kein Akteur, der in Rangnicks Philosophie passe.
Auf Schalke soll man trotz aller Unabwägbarkeiten weiterhin die Hoffnung hegen, Rangnick von einem Engagement überzeugen zu können. Anfang dieser Woche soll ein weiteres Telefonat zwischen Aufsichtsratsboss Jens Buchta und Rangnick-Berater Marc Kosicke anberaumt sein. Der "kicker" ist jedoch sicher, dass Rangnicks Entscheidung "so gut wie endgültig" ist.




























