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Sven Mislintat statt Sebastian Kehl?

So plant der BVB die Zorc-Nachfolge

Wer folgt beim BVB auf Sportdirektor Michael Zorc?
Wer folgt beim BVB auf Sportdirektor Michael Zorc?
Foto: © sport.de/Imago
25. Februar 2021, 08:17
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Lange galt Sebastian Kehl bei Borussia Dortmund als designierter Nachfolger von Sportdirektor Michael Zorc. Nun scheint der BVB umzuplanen. Im Zentrum der Gedankenspiele steht ein alter Bekannter: Sven Mislintat, aktuell beim VfB Stuttgart tätig.

Womöglich konnte Sebastian Kehl den jüngsten 4:0-Derbysieg des BVB gegen den FC Schalke 04 nicht ganz so genießen, wie es eigentlich für einen langjährigen Dortmunder üblich gewesen wäre. Verwunderlich wäre es nicht, wenn dem Ex-Kapitän der Borussia die Gerüchte der letzten Tage um seine berufliche Zukunft ein wenig die Laune verhagelt hätten.

Kehl hegte bislang große Hoffnungen, ab dem Sommer 2022 bei der Borussia vom Leiter der Lizenzspielerabteilung zum Sportdirektor aufzusteigen. Er traue sich "die Aufgabe natürlich zu" und sei "überzeugt davon, dass ich das gut regeln kann", sagte der 41-Jährige noch Anfang 2021.

Dass Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke Kehl vor wenigen Wochen in einem "WAZ"-Interview erneut die "Pole Position" bei der Sportdirektoren-Suche zusicherte, dürfte den 31-maligen Nationalspieler zusätzlich in seiner Meinung bestärkt haben.

BVB: Beförderung von Sebastian Kehl wackelt

Doch spätestens am vergangenen Wochenende bekam Kehls Zukunftsplanung einen herben Dämpfer. Die in Dortmund ansässigen "Ruhr Nachrichten", so etwas wie das Haus- und Hof-Blatt des BVB, enthüllten als erste, dass Kehls Berufung zum Zorc-Nachfolger offenbar wackelt.

Stattdessen beschäftige sich die Klub-Führung intensiv mit einer Rückkehr von Sven Mislintat, aktuell Sportchef des VfB Stuttgart. Bereits im März sei ein Treffen zwischen Watzke und dem früheren Chefscout und Direktor Profi-Fußball anberaumt.

Mislintats Reaktion auf den Bericht sprach Bände. Es gebe zwar "keinen festen Termin und es wurde auch noch nicht gesprochen", teilte der 48-Jährige mit, der außerdem betonte, der BVB brauche "verdammt gute Argumente", um ihn aus Stuttgart wegzulocken. Allerdings, so Mislintat weiter: "Ich bin gebürtiger Dortmunder. Das heißt, wenn es da ein Interesse gibt, dann ist das nichts, was mich kalt lässt, sondern dann freue ich mich über die Wertschätzung."

BVB: Keine "klassische Ausstiegsklausel" bei Sven Mislintat

Wahrscheinlicher macht eine Mislintat-Rückkehr nach Dortmund dessen Vertragssituation beim VfB. 

Eine "klassische Ausstiegsklausel" habe er für 2022 nicht in seinem bis 2023 datierten Kontrakt, betonte der international nicht erst seit seiner Zeit als Sportdirektor des FC Arsenal bestens vernetzte frühere Spielanalyst, der beim BVB unter anderem die Verpflichtungen von Shinji Kagawa, Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang anstieß. Aber: "Ganz ursprünglich gibt es einen gewissen Handlungsspielraum für mich im Sommer 2022, weil man schon in diesem Klub manchmal das Gefühl hat, dass es nicht immer nur um Fußball geht."

Damit spielte er auf den Machtkampf in der Führungsetage beim VfB an, der zuletzt für zahlreiche Negativschlagzeilen sorgte. "Wir haben zu wenig über Fußball gesprochen in letzter Zeit und darauf müssen wir uns fokussieren", so Mislintat. "Und dann ist es auch ganz einfach für mich, hier sehr lange zu bleiben."

Doppelspitze beim BVB denkbar?

Sollten er und der BVB in den anstehenden Gesprächen dennoch zueinander finden, würde das nicht automatisch das Aus für Kehl in Dortmund bedeuten. 

Eine denkbare Variante soll für die BVB-Bosse eine Doppelspitze sein, mit "Diamantenauge" Mislintat als Verantwortlicher für Transferfragen und Kaderplanung sowie Kehl als Zuständiger für weitere Belange rund um die Mannschaft - also wohl eine ähnliche Rolle wie die, die er bereits in seiner jetzigen Position ausfüllt, womöglich mit leicht angepassten Kompetenzen und einem neuen Titel. Fraglich ist, ob dem ehrgeizigen Hessen das reicht.

Gewisse Versprechungen, was seinen Aufstieg in der Klub-Hierarchie angeht, sollen Kehl laut "kicker" in der Vergangenheit gemacht worden sein. Ansonsten hätte er seinen Vertrag beim BVB im Frühjahr 2020 wohl gar nicht noch einmal verlängert.

Tobias Knoop

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