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Eintracht-Büffel sorgt für Schlagzeilen

Schalke-Pechvogel wagt Neustart, Ex-BVB-Knipser trifft

Für Abdul Rahman Baba gab es beim FC Schalke 04 selten Grund zum Jubel
Für Abdul Rahman Baba gab es beim FC Schalke 04 selten Grund zum Jubel
Foto: © Agenturfoto via www.imago-images.de
24. Februar 2021, 18:12
sport.de
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Viele bekannte Gesichter aus der Bundesliga spielen inzwischen weitgehend unbeachtet von den deutschen Medien im Ausland. Heute im sport.de-Rampenlicht: ein ehemaliger Schalke-Pechvogel, ein früherer BVB-Publikumsliebling und ein Teil der legendären Frankfurter Büffelherde.

Wer sich seine fußballerischen Träume erfüllen möchte, sollte derzeit lieber nicht zum FC Schalke wechseln, schließlich taumeln die Knappen unaufhaltsam der 2. Bundesliga entgegen. Vor wenigen Jahren war die Perspektive noch eine ganz andere. Damals spielten die Königsblauen regelmäßig im Europacup und galten auf gewisse Weise als Vorzeigeklub.

Auch deshalb hatte Abdul Rahman Baba im Sommer 2016 kein Problem damit, seinen eigentlichen Wunschverein FC Chelsea zu verlassen und nach nur einem Jahr Premier League wieder in die Bundesliga zu wechseln, in der er sich zuvor im Trikot des FC Augsburg einen Namen gemacht hatte.

Horror-Monate beim FC Schalke

Schalke sei "ein Top-Klub" mit "geilen Fans" und im positiven Sinne "ganz anderes", schwärmte der Linksverteidiger damals von den Knappen. Doch mit der heilen Welt war es schnell vorbei. Mitte Januar 2017, Baba war gerade vom kraftraubenden Afrika-Cup zurückgekommen, folgte der Schock. Eine Kreuzbandverletzung beendete Babas Saison und die Leihe nach Gelsenkirchen vorzeitig.

Ziemlich genau zwölf "Reha-Monate" später wagte er einen zweiten Anlauf auf Schalke. Doch dieser Versuch lief sogar noch schlechter. Diesmal war Baba aber nicht verletzt, er spielte einfach schlecht. So schlecht, dass er es nicht in die Mannschaft schaffte. Das Kapitel "Schalke 2.0" endete nach nur sechs Monaten.

17 Minuten bis zum Traumeinstand

Im vergangenen Halbjahr fristete der Ghanaer nach zwei weiteren Leihen nach Reims und Mallorca immer noch ein tristes Dasein in der U23 des Chelsea. Bis sich im Winter der griechische Traditionsklub PAOK Saloniki meldete.

PAOK startete eine große Einkaufstour, in deren Zug unter anderem der Ex-BVB-Profi Shinji Kagawa geholt wurde. Und auch Baba schaffte es auf die Shopping-Liste der Griechen, für die er am Wochenende sein erstes Spiel spielte - und was für eins.

Baba brauchte ganze 17 Minuten und 20 Sekunden für sein erstes Pflichtspieltor seit 639 Tagen und seinen erst dritten Profitreffer in einer ersten Liga überhaupt.

"Das beste Gefühl der Welt", frohlockte der Außenverteidiger, der weitere Arbeit versprach: "Und jetzt geht es zurück ins Training." Bleibt zu hoffen, dass sich das Training diesmal für den mittlerweile 26-Jährigen auszahlt und er seinen Traum nicht schon wieder frühzeitig begraben muss.

Ex-BVB-Knipser hat nichts verlernt

Derartige Sorgen konnte Lucas Barrios noch nie teilen. Der Paraguayer trat im Laufe seiner Karriere regelmäßig als Torschütze und Matchwinner in Erscheinung. Unvergessen sind seine drei Jahre im Trikot des BVB, als er dabei half, die Borussia zu zwei Meisterschaften zu schießen. 49 Tore in 102 Spielen erzielte er für die Schwarz-Gelben.

Das Toreschießen hat der mittlerweile 36-Jährige keineswegs verlernt. Am Wochenende setzte er den Schlusspunkt unter den 3:0-Sieg seines neuen Klubs, den argentinischen Erstligisten Gimnasia de la Plata. Dem Klub, der im vergangenen Jahr noch von Diego Maradona gecoacht wurde. 

"Lucas hat viel Erfahrung und wird körperlich immer stärker. Das war die einzige Frage, die er beantworten musste", lobte Gimnasia-Co-Trainer Leandro Martini den Auftritt des Stürmers, der in den vergangenen Wochen immer wieder von einigen kleinen Verletzungen zurückgeworfen wurde.

"Teamintern ist er eine echte Führungsfigur, das steht außer Frage. Er ist voll bei der Sache und ist eine wichtige Hilfe", schwärmte Martini von Barrios, der in La Plata bereits die neunte sportliche Heimat seit seinem BVB-Abschied im Sommer 2012 gefunden hat. Und es sieht so, als sei seine Reise noch lange nicht vorbei. 

Neue Herde für den Frankfurter Büffel

Gerade erst angefangen hat die Reise von Sébastien Haller bei Ajax Amsterdam. Als Teil der Eintracht-Büffelherde machte sich der Franzose von 2017 bis 2019 in Frankfurt einen Namen. Nach eineinhalb unglücklichen Jahren bei West Ham United wechselte der Stürmer im Januar 2021 zum niederländischen Rekordmeister. 

Seine Zeit dort begann direkt mit einem peinlichen Patzer, denn sein Klub hatte vergessen, ihn für den Europacup zu melden. Spuren hat das bei Haller aber nicht hinterlassen. Im Gegenteil. Der kopfballstarke Knipser trifft für seinen neuen Verein wie am Fließband. Seine beeindruckende Ausbeute: sieben Treffer in zehn Spielen. In der Liga kommen sogar noch fünf Assists hinzu.

In der ruhmreichen Ajax-Historie gab es nur einen Spieler, der es in weniger Eredivisie-Einsätzen auf zehn Scorerpunkte brachte: Luis Suárez, der nur sechs Spiele für seine ersten zehn Torbeteiligungen brauchte. "Haller wandelt seinen Frust in Tore um", titelte der "Telegraaf" nach Hallers Doppelpack beim 4:0-Erfolg gegen Rotterdam.

Als nächstes soll Hallers Zorn die PSV Eindhoven mit Roger Schmidt und Mario Götze zu spüren bekommen. Sie sind am kommenden Wochenende der Gegner im vielleicht schon entscheidenden Spiel um die Meisterschaft.

Christian Schenzel

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