Die Zielsetzung bei Hertha BSC vor dem Jahreswechsel war eindeutig: Aus den sechs Januar-Spielen gegen vermeintlich schwächere Gegner sollten ausreichend Punkte geholt werden, um den Anschluss an die Europapokalplätze doch noch herzustellen.
Doch anstatt im oberen Tabellendrittel anzuklopfen, rangieren die Berliner nur auf Platz 14. Ein unbefriedigender Zustand für die Hertha-Bosse, der schon bald Konsequenzen haben könnte.
Besonders trostlos waren die letzten Auftritte gegen die Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld (0:1) und den 1. FC Köln (0:0) sowie die TSG 1899 Hoffenheim (0:3). In den drei Partien fiel den Herthanern viel zu wenig ein, um die individuell schwächer besetzten Kontrahenten zu bespielen und zu dominieren. Gleiches droht in den kommenden Tagen gegen Werder Bremen (23.1.) und Eintracht Frankfurt (30.1.).
Der Rückstand auf Europapokal-Platz 6 beträgt nach der Hälfte der Saison elf Zähler. Laut einem jüngsten Bericht der "Berliner Zeitung" haben sich die Verantwortlichen bei der Hertha längst damit arrangiert, dass es auch 2021 nichts wird mit der Rückkehr auf die europäische Fußballbühne.
Große Transfers sollen demnach erst einmal aufgeschoben werden. In der laufenden Saison ist der Rückstand auf die oberen Plätze ohnehin schon zu groß. Der Klassenerhalt zumindest soll auch ohne Probleme mit dem vorhandenen Material eingetütet werden.
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Derweil nehmen die Spekulationen immer mehr an Fahrt auf, dass es bei der Alten Dame zeitnah zu einer Trennung von Cheftrainer Bruno Labbadia kommen könnte. Die Partie gegen Bremen soll laut "Sport Bild" und "kicker" zum Endspiel für den Coach werden.
Vor dem Duell demonstriert der 54-Jährige Kämpfermentalität. "Ich gehe da nicht mit Angst rein", sagte er auf der Pressekonferenz am Donnerstag: "Man liegt ein Stück weit am Boden, die Frage ist: Will man liegenbleiben? Davon bin ich noch nie ein Freund gewesen. Jetzt gilt es, die Ärmel hochzukrempeln, sich gegen Widerstände zu wehren."
Angesichts von nur zwei Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang könne er "nachvollziehen, dass es negative Schlagzeilen gibt", so Labbadia: "Wir hätten mehr Punkte machen müssen, der Kritik müssen wir uns stellen."
Das trifft auch auf Sport-Geschäftsführer Michael Preetz zu, der genau wie Labbadia unter Druck steht. "Es gibt nur einen Ausweg: Du musst dich stellen, die Kritik annehmen, deinen Überzeugungen folgen und ihnen Ausdruck verleihen", sagte Preetz, der die Europacup-Träume endgültig begraben hat: "Da, wo wir jetzt stehen, ist die erste Bürgerpflicht, den Abstand auf die unteren Plätze zu vergrößern."
Hertha BSC reagiert auf Rangnick-Gerücht
Sogar über Nachfolgekandidaten wird bereits spekuliert. Laut der "BZ" wird der Name Ralf Rangnick rund um das Berliner Olympiastadion gehandelt. Dem "kicker" zufolge hat der Hauptstadtklub sogar schon Kontakt zu dem ehemaligen Schalke- und RB-Leipzig-Coach aufgenommen.
Demnach käme ein Hertha-Engagement für Rangnick aber nur in Frage, wenn er das alleinige Sagen hätte. Ein Zusammenarbeit mit Manager Michael Preetz sei ausgeschlossen. Zudem liebäugelt Rangnick angeblich mit dem Trainerposten beim FC Chelsea, wo Frank Lampard mächtig in der Kritik steht.
Mittlerweile reagierte auch Hertha auf die Rangnick-Gerüchte. An den Spekulationen sei "gar nichts" dran, so Manager Michael Preetz.
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Auch Ex-Schalke-Trainer Domenico Tedesco wird von der "BZ" mit Hertha BSC in Verbindung gebracht. Der 35-Jährige steht noch bis zum Sommer bei Spartak Moskau unter Vertrag. Dass er ohnehin eine Deutschland-Rückkehr geplant hat, ist kein Geheimnis.
Labbadia ist es bis heute nicht gelungen, der Hertha Konstanz in ihren Leistungen zu verleihen. Starke Vorstellungen wie das 3:0 in Augsburg im November oder vor allem der 3:1-Derbysieg gegen Union Berlin im Dezember waren eher die Ausnahmen. Nach solchen Partien folgten direkt die neuen Nackenschläge.


























