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Trainer Matarazzo erkennt "grenzenloses" Potenzial

Wie Silas Wamangituka den VfB Stuttgart beflügelt

Silas Wamangituka (l.) beflügelt den VfB Stuttgart
Silas Wamangituka (l.) beflügelt den VfB Stuttgart
Foto: © Ralf Ibing
19. Dezember 2020, 12:26

Der Auftritt von Silas Wamangituka beim 5:1-Sieg des VfB Stuttgart am vorigen Wochenende bei Borussia Dortmund hatte fast symbolischen Charakter.

Als Orel Mangala den Torjäger des Fußball-Bundesligisten kurz nach der Pause im Strafraum von rechts anspielte, prallte der Ball drei Mal an die Unterschenkel des Kongolesen.

Wamangituka aber schaffte es irgendwie noch, seine langen und dünnen Beine zu sortieren und die Kugel mit dem rechten Fuß an BVB-Torwart Roman Bürki vorbei ins Tor zu schaufeln. Es sah zunächst fast ein wenig tollpatschig aus - und endete mit der zwischenzeitlichen 2:1-Führung des VfB.

Mit diesem Tor brachte Silas, wie er sich selbst gerne nennt, den fulminanten Aufsteiger in Dortmund endgültig auf Siegkurs, nachdem er in der ersten Halbzeit schon per Foulelfmeter getroffen hatte.

Sieben Tore hat er nach zwölf Spieltagen bereits erzielt, das sind so viele wie in der gesamten vergangenen Saison in der 2. Bundesliga. Dort war sein enormes Potenzial schon zu erkennen, manche Aktionen machte er sich mit Unkonzentriertheiten oder eben einer gewissen Tollpatschigkeit am Ball aber auch selbst kaputt.

Matarazzo erkennt "grenzenloses" Potenzial

"Was den ersten Kontakt und sein Entscheidungsverhalten angeht, ist er auf einem guten Weg", sagte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo vor dem letzten Bundesliga-Spiel des Jahres am Sonntag beim VfL Wolfsburg. "Silas ist ein Spieler, der noch weitere Schritte gehen kann."

In Dortmund erklärte Matarazzo in der Euphorie nach dem Kantersieg sogar, dass das Potenzial von Wamangituka und vieler anderer Spieler in seinem Kader "grenzenlos" sei.

Der 21-Jährige bildet mit dem Franzosen Tanguy Coulibaly, dem argentinischen Nationalspieler Nicolas González und dem österreichischen Nationalspieler Sasa Kalajdzic eines der interessantesten Offensiv-Projekte in der Bundesliga. Im Schnitt sind sie 21,25 Jahre jung, Kalajdzic ist mit 23 der Älteste.

Wamangituks riskanter Stil ist dem VfB Stuttgart recht

Wamangituka, der in der Bundesliga gerade zum "Rookie", also Neuling des Monats November, gewählt wurde, könnte in Wolfsburg wieder zu einem entscheidenden Faktor werden.

Denn auswärts kann er bei Kontern seine Schnelligkeit noch besser ausspielen als zu Hause, wenn die Räume enger sind. So erzielte er sechs seiner sieben Saisontore auf fremden Plätzen - unter anderem auch mit einem weiteren Doppelpack beim 2:1 gegen Werder Bremen.

Dass er bei Dribblings manchmal viel riskiert, ist den VfB-Verantwortlichen recht. Der Stürmer gehöre zu einer Art von Profis, "die in spielentscheidenden Situationen vor nichts Angst haben, die mutig sind", sagte Sportdirektor Sven Mislintat einmal dem "kicker".

Mit der Ablöse von acht Millionen Euro, die der VfB im Sommer 2019 an den FC Paris überwies, ist Wamangituka gemeinsam mit Davie Selke weiterhin der Zweitliga-Rekordeinkauf.

Bei der Verpflichtung soll Mislintat unter anderem Schalke 04 ausgestochen haben. Verläuft die Entwicklung von Wamangituka weiter so wie in den vergangenen Monaten, dürfte sein Marktwert in Zukunft auf ein Mehrfaches steigen.

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