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Rheinhessen sogar eine Halbzeit in Unterzahl

Kantersieg zum Einstand: Beierlorzers Mainzer zerlegen 1899

Der FSV Mainz 05 feiert in Hoffenheim
Der FSV Mainz 05 feiert in Hoffenheim
Foto: © Lars Baron, getty
24. November 2019, 20:01

Zehn Mainzer "Mentalitätsmonster" haben ihrem neuen Trainer Achim Beierlorzer einen traumhaften Einstand beschert. Trotz einer Hälfte in Unterzahl holte der FSV Mainz 05 im ersten Spiel unter Beierlorzer ein überraschendes 5:1 (1:0) bei der TSG Hoffenheim, die zuvor sechs Pflichtspiel in Folge gewonnen hatte. Dank des Dreiers kletterten die Rheinhessen nach dem 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga auf den 13. Platz.

"Es war heute unheimlich Leidenschaft von unserer Seite im Spiel. Die Leistung ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Wie wir mit zehn Mann verteidigt haben und auch in der Offensive gespielt haben, war schon unglaublich. Mein Vorgänger Sandro Schwarz hat aber auch einen großen Anteil an diesem Sieg", sagte Beierlorzer bei "Sky".

Levin Öztunali (33.), Pierre Kunde Malong (62., 90.+3) und Jean-Paul Boetius (90.) trafen für die Mainzer, bei denen Ridle Baku die Rote Karte wegen groben Foulspiels (45.+2.) sah. Dazu kam ein Eigentor von Pavel Kaderábek (52.). Andrej Kramaric (83.) traf für die TSG. Zuvor hatte Hoffenheim in fünf Heimspielen in Folge nicht gegen Mainz verloren.

Beierlorzer hatte am Montag seinen Job beim FSV angetreten. Es war eine der bizarrsten Trainerverpflichtungen in der Bundesliga-Geschichte, da der 51-Jährige nur neun Tage zuvor beim 1. FC Köln entlassen worden war - nach einer Pleite gegen Hoffenheim (1:2). Durch die Länderspielpause verpasste der Coach keine Partie.

Beierlorzer hatte in Mainz Sandro Schwarz abgelöst. Unter Schwarz hatte der FSV binnen einer Woche zwei Vereins-Negativrekorde aufgestellt. Das 0:8 bei RB Leipzig war die höchste Liga-Niederlage, die folgende Pleite gegen Aufsteiger Union Berlin (2:3) war bereits die achte in der laufenden Saison. So viele Niederlagen hatten die Mainzer an den ersten elf Spieltagen noch nie kassiert.

Hoffenheim kommt nicht gefährlich vors Tor

Die 23.129 Zuschauer in der Sinsheimer Arena sahen bereits in der 2. Minute die erste große Chance für die Hoffenheimer. Jürgen Locadia konnte den Lapsus des Mainzer Verteidigers Jeremiah St. Juste aber nicht zur Führung nutzen. Auf der Gegenseite vergab Jean-Paul Boetius eine gute Möglichkeit (10.).

Fünf Minuten später hatten die Mainzer, bei denen Stefan Bell, Dong-Won Ji und Jean-Philippe Mateta fehlten, viel Glück. Bei einem Schuss von Sebastian Rudy klärte Malong auf der Torlinie.

Nach dieser Szene bestimmten die Gastgeber, die auf Sargis Adamjan, Dennis Geiger, Ishak Belfodil, Havard Nordtveit und Steven Zuber verzichten mussten, das Geschehen. Richtig brenzlig wurde es vor dem Mainzer Tor allerdings erst einmal nicht mehr.

Boetius und Malong machen Deckel drauf

Dazu kamen Nachlässigkeiten der Hoffenheimer in der Abwehr. Beim Treffer von Öztunali sah die gesamte Defensive der Kraichgauer schlecht aus. Mit der Führung im Rücken drängten die Gäste auf das zweite Tor. Allerdings war es Locadia auf der anderen Seite, der per Kopf hätte treffen müssen (42.). Kurz darauf flog Baku wegen seines Fouls an Sebastian Rudy nach Videobeweis vom Platz.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs erhöhten die Hoffenheimer die Schlagzahl. Die dezimierten Mainzer wurden in die Defensive gedrängt. Das Eigentor von Kaderabek machte die Bemühungen der TSG erst einmal zunichte. Der starke Malong baute den Mainzer Vorsprung sogar aus.

Kramaric sorgte dann allerdings noch einmal für eine spannende Schlussphase, ehe Boetius und Malong alle Zweifel am Mainzer Sieg zerstreuten.

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