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Europameister womöglich vor dem Abflug zu PSG

Darum ist Raphael Guerreiro noch wichtig für den BVB

Raphael Guerreiro vor dem Abgang vom BVB?
Raphael Guerreiro vor dem Abgang vom BVB?
Foto: © Maja Hitij, getty
28. August 2019, 19:01
sport.de
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Geht er oder geht er nicht? Paris Saint-Germain buhlt seit Wochen um Raphael Guerreiro von Borussia Dortmund. Der BVB würde gerne mit dem Allrounder verlängern - und das aus gutem Grund.

"Die Priorität ist auf jeden Fall, ihn im nächsten Sommer beim BVB spielen zu sehen", erklärte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor genau zwei Wochen und stellte Raphael Guerreiro gleichzeitig ein Ultimatum. "Es wäre gut, wenn wir in den nächsten 14 Tagen Klarheit hätten." Auf genau diese Klarheit warten alle Beteiligten jedoch bis heute.

Einen Bericht des gewöhnlich gut informierten PSG-Fanportals "Paris United", Guerreiro weile bereits für Vertragsverhandlungen in Paris, dementierte dieser am Wochenende via Twitter zwar entschieden.

Die Pariser mit dem früheren BVB-Trainer Thomas Tuchel sollen dem Sohn einer französischen Mutter aber einen lukrativen Vertrag mit einem Jahresgehalt von bis zu zehn Millionen Euro angeboten haben. Fakt ist: Ein neues Arbeitspapier beim BVB hat Guerreiro noch nicht unterschrieben.

Die Situation spitzt sich also weiter zu. Denn mit Ablauf seines aktuellen Vertrags bei den Schwarz-Gelben im Sommer 2020 könnte der Europameister von 2016 den Verein ablösefrei verlassen. Ein Szenario, welches die BVB-Offiziellen möglichst verhindern wollen. "Wir sind dem Verein auch eine gewisse kaufmännische Solidität schuldig", so Watzke.

Raphael Guerreiro unter Lucien Favre ein Leistungsträger beim BVB

Aus sportlicher Hinsicht erschließt sich schnell, warum der BVB die Tür für Guerreiro überhaupt so lange offen lässt. Unter Lucien Favre ist der Linksfuß eine feste Größe.

Das war nicht immer so, denn Guerreiros ersten beiden Jahre in Dortmund verliefen durchwachsen. Nachdem der nur 1,70 Meter große Techniker 2016 für zwölf Millionen Euro vom FC Lorient zum BVB wechselte, warfen ihn Verletzungen immer wieder zurück.

2016/2017 und 2017/2018 verpasste er 41 Partien aufgrund von mal mehr mal weniger schweren Blessuren. Seine Zukunft in Dortmund schien im vergangenen Sommer ungewiss.

Doch Guerreiro zog die richtigen Konsequenzen. Er stellte seine Ernährung um und arbeitete privat mit einem eigenen Physiotherapeuten. Weitgehend verletzungsfrei, avancierte in der abgelaufenen Rückrunde zum festen Bestandteil der Dortmunder Vizemeister-Mannschaft und sammelte fleißig Pluspunkte bei Favre.

Darum ist Raphael Guerreiro für den BVB so wertvoll

Der Schweizer liebt mitdenkende Profis und verlangt ihnen mit seinem anspruchsvollen und variablen System viel ab. Dass er Guerreiro als "sehr, sehr guten Spieler" und "extrem clever" lobte, zeigt, wie hoch der in der Öffentlichkeit extrem zurückhaltende Profi in seiner Gunst steht.

Wenig überraschend also, dass sich auch Guerreiro unter Favre pudelwohl fühlt. "Ich habe immer versucht, im Kopf vorwegzunehmen, was später auf der Platz passiert", so der 25-Jährige, der gerade mit Marco Reus und Paco Alcácer zuletzt hervorragend harmonierte. "Da hilft es natürlich sehr, dass wir einen Trainer haben, der diese Philosophie nicht nur teilt, sondern sie in der täglichen Arbeit fördert."

Neben Guerreiros Spielverständnis machen ihn seine internationale Erfahrung und Vielseitigkeit immens wertvoll. Der Portugiese kann auf der linken Seite vom Außenverteidiger bis zum Flügelstürmer jede Position ausfüllen und auch im zentralen Mittelfeld spielen.

Das ist nicht nur aufgrund der Dortmunder Dreifachbelastung und der damit einhergehenden Rotation ein Plus. Auch während eines Spiels kann Favre dank Guerreiro eine sofortige Systemanpassung generieren.

Raphael Guerreiro trotz Neuverpflichtungen nicht überflüssig

Angesichts dieser Vorzüge machen die namhaften Neuzugänge Julian Brandt, Thorgan Hazard und Nico Schulz Guerreiro ebenfalls nicht überflüssig - zumal Hazard wegen einer Rippenverletzung aus dem Bundesligaspiel beim 1. FC Köln mehrere Wochen ausfällt.

"Rapha zählt zu den Profis, die man gerne auf dem Platz sieht, weil sie immer auch etwas Überraschendes machen. Man sieht ihm die Freude an und da hat Lucien Favre gerade zuletzt sicherlich eine Rolle gespielt", sagte BVB-Manager Michael Zorc zuletzt über Guerreiro.

Ein Verlust eines solchen Spielers würde jeder Mannschaft wehtun. Erst recht, wenn sie wie der BVB in dieser Saison jeden Pfeil im Köcher haben will, um die deutschen Meisterschaft zu gewinnen.

Moritz Wollert

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