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Ganz nach Hoeneß' Gusto: FCB-Zukunft mit neuem Power-Duo

Uli Hoeneß wird zum Jahresende wohl zurücktreten
Uli Hoeneß wird zum Jahresende wohl zurücktreten
Foto: © Matthias Balk
25. Juli 2019, 15:18

Ihre doppelt geballte Wucht zelebrierten Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge letztmals bei der inzwischen legendären Pressekonferenz, als sie im stürmischen Herbst 2018 ihren FC Bayern gegen Kritik eigentlich verteidigen wollten.

Nach der angeblich fixen Rücktrittsentscheidung von Hoeneß zeichnet sich nun eine Zäsur beim deutschen Fußball-Rekordmeister ab. Bald könnten die zwei von einem neuen Power-Duo an der Säbener Straße abgelöst werden, das aber in seiner Zusammensetzung just von Hoeneß geformt wurde.

"Das war es noch nicht!" So wie Bayern-Patron Hoeneß die Anhänger einst auf ein Comeback nach seiner Haftstrafe einschwor, so dürfte er durch die jüngsten Personalentscheidungen sichergestellt haben, dass der Klub in seinem Interesse fortgeführt wird. Allen voran Herbert Hainer, der laut "Bild"-Zeitung seinem Freund Hoeneß als Präsident und Aufsichtsratschef im November nachfolgen soll, und der von Hoeneß geschätzte Oliver Kahn als Vorstand rücken in Zukunft in den Fokus.

"Man kennt Oliver. Er redet Klartext. Er ist ein Leadertyp. Er hat das Bayern-Gen in sich und die totale Identifikation mit dem Club", hatte Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld der Deutschen Presse-Agentur zuletzt gesagt. Im Januar 2020 wird der frühere Torwart-Titan bei den Bayern anfangen und als Vorstand eingearbeitet werden. Spätestens nach zwei Jahren, wenn dann Rummenigges Vertrag 2021 endet, soll Kahn den Vorstandsvorsitz übernehmen. Der 50-Jährige sieht darin eine "gigantische Herausforderung", traut sich diese aber absolut zu.

Lahm lehnte einst dankend ab

Spannend wird, wie Rummenigge als Platzhirsch und Kahn als Neuling nebeneinander zurechtkommen. Beide respektieren sich, allerdings hätte Rummenigge für den Posten einst Philipp Lahm favorisiert. Der lehnte den Job ab, weil ihm der Einfluss von Hoeneß zu groß war und er befürchtete, bei den Entscheidungen nicht genug Freiheiten zu haben.

"Uli Hoeneß ist der große dominante Mann der Bundesliga. Als Spieler, Manager und später als Präsident der Bayern hat er insgesamt gut über 50 Titel gesammelt. Das ist ein Resultat, das weltweit nicht zu toppen ist", sagte der frühere Leverkusen-Manager Reiner Calmund der "dpa". "Man muss einfach sagen, dass er die klare Nummer eins ist."

Sollte Hoeneß wie berichtet im Herbst als Präsident nicht mehr zur Verfügung stehen und damit - laut FCB-Usus - auch den Vorsitz im Aufsichtsrat abgeben, könnte das Rummenigges Position stärken. Jüngst hatte er bei Personalentscheidungen gegen Hoeneß das Nachsehen, etwa bei der Besetzung des Trainerpostens, als sein Favorit Thomas Tuchel verhindert und stattdessen Hoeneß-Kandidat Niko Kovac geholt wurde.

Hoeneß will Aufsichtsratsposten wohl behalten

Allerdings kehrt Hoeneß seinem FC Bayern nicht ganz den Rücken, auch wenn er mit den Auswüchsen des modernen Fußballs - etwa den absurd hohen Ablösesummen - fremdelt und ihn die harsche Kritik bei der Mitgliederversammlung im Herbst 2018 nachhaltig verletzte. "Er bleibt ja nach wie vor der Uli Hoeneß", erinnerte Calmund. "Wenn er ins Stadion geht, dann werden immer noch alle auf ihn schauen."

Seinen Posten im Aufsichtsrat will Hoeneß behalten, wie der "kicker" schrieb - und damit weiterhin Einfluss nehmen. Große Transfers und Entscheidungen werden in München von dem Kontrollgremium abgesegnet.

In Hainer weiß Hoeneß einen Vertrauten, die zwei sind eng befreundet. Auch wenn die Top-Manager inhaltlich übereinstimmen, dürfte sich der FC Bayern auf ein anderes Auftreten einstellen. Hainer als früherer Adidas-Chef zeichnet ebenso ein kontrolliertes Wesen aus wie Kahn, der seine Gefühlsexplosionen auf dem Platz ließ. Pressekonferenzen wie jene vom Herbst 2018, die dem Verein in der Außendarstellung eher geschadet denn geholfen hat, dürften Hainer und Kahn nicht abhalten.

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