Vor 17 Jahren startete Peter Joppich erstmals bei einer Fecht-WM. Bei den Titelkämpfen in Budapest hat der viermalige Einzel-Weltmeister vor allem ein großes Ziel.
Als Peter Joppich 2002 von seiner ersten WM gleich mit Mannschaftsgold dekoriert nach Hause reiste, war sein aktueller Teamkollege Luis Klein gerade einmal drei Jahre alt. 17 Jahre später steht Joppich bei den Weltmeisterschaften in Budapest wieder einmal bei großen Titelkämpfen auf der Planche - und der Dauerbrenner ist noch immer heiß auf Erfolg.
"Es waren jetzt schon einige Weltmeisterschaften. Aber es macht mir immer noch Spaß. Die Gegner haben sich schon geändert, aber das macht keinen Unterschied. Die Einstellung ist immer noch die gleiche", sagte der Koblenzer dem "SID".
Doch am Samstag kommt es erst einmal anders: Zum Auftakt des Einzelwettbewerbs trifft Joppich in einem deutschen Duell auf Peking-Olympiasieger Benjamin Kleibrink. Joppich und auch Kleibrink sind dabei so etwas wie die letzten Überbleibsel einer Generation, in der das deutsche Fechten noch die viel zitierte Medaillenschmiede war.
Joppichs WM-Gold 2010 in Paris ist bis heute der letzte Einzeltitel für den Deutschen Fechter-Bund (DFeB) bei einer WM, es war sein insgesamt vierter im Einzel (2003, 2006, 2007) dazu kommen das Teamgold 2002 und Olympiabronze im Team 2012, bei der EM 2013 gewann er sogar im Einzel und mit der Mannschaft.
Mehr als eine Florett-Generation hat Joppich schon "überlebt" - und dabei auch einige kuriose Momente erlebt. "Es ist schon vorgekommen, dass Gegner alte Fotos herausgekramt haben, die sie damals mit mir gemacht haben, als sie acht, neun oder zehn Jahre alt waren", erzählte Joppich mit einem Lachen.
Mittlerweile hat er aber auch mit den kleinen Wehwehchen des Alters zu kämpfen. Kurz vor der WM zwickte es im Rücken, doch das wird nicht als Ausrede gelten. Bei der Heim-EM in Düsseldorf zeigten Joppich, Kleibrink und Co. im Team, dass mit ihnen auch für Tokio zu rechnen ist. Silber war eine starke Vorlage für die WM, bei der es am Dienstag in der Mannschaft um die Medaillen geht. Der Ansporn ist klar: Olympia 2020 in Tokio - es wären Joppichs fünften Spiele.
"Wir wurden immer ein bisschen belächelt, dass wir an Peter und Benni festgehalten haben", sagte DFeB-Sportdirektor Sven Ressel dem "SID": "Peter ist Leistungssportler durch und durch. Ich glaube, er kann sich kein Leben ohne Fechtsport vorstellen."
An ein Karriereende denkt Joppich ohnehin noch nicht. 2017 schloss er sein BWL-Studium ab, derzeit ist der 36-Jährige Sportsoldat. "Der Körper funktioniert. Darüber hinaus mache ich mir erstmal keine Gedanken", sagte er. Aber, so viel sei auch klar: "Es wird nicht mehr ewig gehen."