Zwar ist der FC Bayern durch den 2:1-Sieg beim SV Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga in die Erfolgsspur zurückgekehrt, dennoch wirkt die Jahreshauptversammlung der Münchner weiter nach.
Dort war vor allem Präsident Uli Hoeneß von einigen Fans verbal angegriffen worden. "Hier war von einem von ganz kleinen Teil der Versuch unternommen worden, meinen tadellosen Ruf als Manager, Vorstand und Präsident zu beschädigen. Da muss ich ehrlich sagen: Ich war schockiert, ich war überrascht und deshalb bin ich sehr glücklich, dass ich so besonnen reagiert habe", so Hoeneß am Rande eines Fanklub-Besuchs im südtiroler Latzfons-Feldthurns.
Die scharfe Kritik kam für den langjährigen Funktionär überraschend: "So etwas habe ich noch nicht erlebt, und ich hoffe, dass sich das wieder ändert, sonst ist das nicht mehr mein FC Bayern. Denn das ist etwas, was ich nicht akzeptiere."
Sogar einen baldigen Rückzug scheint Hoeneß nicht mehr auszuschließen: "Ich werde in aller Ruhe die nächsten Wochen und Monate beobachten, wie sich das alles entwickelt, werde mir viele Gedanken machen und entscheiden, was ich will und was nicht. Dieser Abend geht nicht spurlos an einem vorüber und man kann nicht zur Tagesordnung übergehen."
Uli Hoeneß: "Paul Breitner ist nicht Opfer, sondern Täter"
Ein Kritikpunkt der Bayern-Fans war der Umgang mit Klub-Ikone Paul Breitner. Dieser hatte zuletzt heftige Kritik an Hoeneß und Vorstandschef Rummenigge nach deren umstrittener Pressekonferenz geübt. Der Verein reagierte mit dem Ausschluss Breitners aus dem Ehrengastbereich.
"Dieses Verhältnis ist nicht mehr zu kitten, er hat den Rubikon überschritten", tönte Hoeneß. Breitner werde jetzt "zum Märtyrer gemacht. Aber Paul Breitner ist nicht Opfer, sondern Täter". Doch damit nicht genug: "Wenn er ein Problem mit uns hat, soll er uns das selbst sagen - und nicht den Weg über die Presse gehen", polterte der Präsident weiter.
Die "Causa Breitner" war allerdings nicht die einzige Sache, die einen Teil der Bayern-Anhänger störte. Die Zurückhaltung auf dem Transfermarkt war ebenfalls Thema bei den Wortmeldungen der Mitglieder.
"Am 1. Juli 2019 wird unsere Mannschaft auf einigen Positionen verändert sein. Wir werden eine sehr offensive Transferpolitik machen. Die Kassen sind gut gefüllt", kündigte Hoeneß nun an.
Auch prominente Namen dürften dem Umbruch zum Opfer fallen: "Franck Ribéry und Arjen Robben machen sehr wahrscheinlich ihr letztes Jahr beim FC Bayern", so Hoeneß zur weiteren Planung. Inzwischen bestätigte Robben seinen Abschied im Sommer.
Auch zum spektakulären Transfer von Cristiano Ronaldo zu Juventus Turin äußerte sich der Bayern-Boss. Ein Kauf des Superstars war demnach nie ein Thema: "Er ist 33 und hätte im Jahr 100 Millionen gekostet. Für Spieler im Alter von 24 oder 25 würden wir die Augen zudrücken, jedoch nicht in der Größenordnung von Cristiano Ronaldo."
Bayern-Bosse wollen Niko Kovac Zeit geben
Neben Hoeneß stand zuletzt auch Trainer Niko Kovac in der Kritik. Nach dem 3:3 gegen Fortuna Düsseldorf prophezeiten viele Experten ein baldiges Ende seiner Amtszeit. Darüber hinaus wurde über ein Zerwürfnis mit dem Team spekuliert.
"Wir haben Gespräche geführt und überhaupt nicht das Gefühl gehabt, dass die Mannschaft nicht hinter Niko Kovac steht. Mannschaft und Trainer wachsen gerade richtig schön zusammen", stellte Hoeneß klar.
Auch Karl-Heinz Rummenigge sprang dem Übungsleiter zur Seite: "Wir haben eine Krise gehabt - die liegt jetzt hinter uns. Wir haben in Bremen wieder Bayern-München-like gespielt. Man muss Niko Kovac einfach Zeit für Entwicklung geben - und die geben wir ihm."


























