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Zweites 0:4 im zweiten Spiel

VfB-Coach Weinzierl braucht bereits Rückendeckung

Düstere Mienen auf der Bank: Markus Weinzierl und der VfB
Düstere Mienen auf der Bank: Markus Weinzierl und der VfB
Foto: © getty, Matthias Hangst
28. Oktober 2018, 10:40

Der Trainerwechsel beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart ist wirkungslos verpufft. Im zweiten Spiel unter der Regie von Markus Weinzierl setzte es die zweite deftige Pleite.

Nicht nur der Dreitagebart ließ Markus Weinzierl alt aussehen. Der Blick war leer, die Zähne traktierten die Lippen. Bei den Ausführungen seines Kollegen wirkte der neue Trainer des VfB Stuttgart abwesend, in den eigenen Aussagen steckte kaum mehr als Offensichtliches. Das zweite 0:4 (0:0) im zweiten Spiel unter seiner Regie hatte Weinzierl mit Wucht getroffen. Der Coach war nach dem baden-württembergischen Derby bei der TSG Hoffenheim angeschlagen.

Derart mitgenommen von seinem Horrorstart bei den Schwaben ("Dass man als neuer Trainer zwei solche Spiele miterleben muss, ist bitter") entschied sich der 43-Jährige für den einfachsten Ansatz, um die Misere des Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga zu erklären.

Weinzierl gab, zumindest indirekt, seinem Vorgänger Tayfun Korkut die Schuld an der prekären Lage - die sich in mageren fünf Punkten und 6:21 Toren nach neun Spieltagen ausdrückt.

Reschke will Zweifel zerstreuen

"Jeder kann die Tabelle lesen. Das ist die Folge, wenn man in den ersten Spielen gegen die direkten Konkurrenten die Punkte liegen lässt", sagte der Coach mit Blick zurück auf die Amtszeit Korkuts: "Ich wusste von Anfang an um die Schwierigkeit der Situation. Mir war klar, dass mein Auftaktprogramm brutal schwer wird. Die Aufgaben sind groß, da muss man schon über sich hinauswachsen."

Obwohl Weinzierl kein gutes Bild abgab, versuchte Michael Reschke mit aller Macht die Zweifel am Sinn des Trainerwechsels zu zerstreuen. "Er ist sehr fokussiert, hat eine klare Ansprache und einen sehr guten Umgang mit der Mannschaft", äußerte der Stuttgarter Sportvorstand: "Ich bin total überzeugt davon, dass wir mit ihm den Weg zum Klassenerhalt finden werden."

Reschke gestand ein, dass es für den VfB zumindest in den kommenden Monaten nur um den Kampf gegen den Abstieg geht - obwohl er selbst vor Saisonbeginn angekündigt hatte, dass sein Klub damit nichts zu tun haben wird: "Dass ich mich als Hauptverantwortlicher im sportlichen Bereich nach so einer Bilanz hinterfragen muss, ist auch völlig klar."

"Wir kriegen die volle Breitseite"

Völlig klar war auch, dass der VfB vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena bereits in den ersten acht Minuten den Grundstein zur Pleite legte. Erst vergab Mario Gomez die große Chance zur Führung (6.), zwei Minuten später sah Emiliano Insua nach seinem Karate-Tritt gegen Pavel Kaderábek die Rote Karte. Als die Kräfte in Unterzahl schwanden, schossen Joshua Brenet (48.), Joelinton (51.) und Ishak Belfodil (57./60.) die Stuttgarter innerhalb von zwölf Minuten ab.

"Im Moment ist der Fußball sehr brutal zu uns - wir kriegen die volle Breitseite", sagte Gomez, der bei "Sky" dennoch Hoffnung verbreitete: "Das Gute an der Sache ist, dass es das erste und nicht das letzte Drittel der Saison ist. Wir können noch reagieren. Ich hatte die letzten Jahre ähnliche Situationen. Da war ich weitaus skeptischer, wie das ausgeht. Wir haben eine funktionierende Mannschaft, es ist nichts vorgefallen."

"Schlecht geschlafen, kurz geschlafen. Äußert unbefriedigend.". So beschrieb Weinzierl am Sonntag seine Gemütslage. Die Schwaben stehen mit dem schlechtesten Bundesliga-Start der Klubgeschichte von nur fünf Punkten aus neun Spielen und einem Torverhältnis von minus 15 zusammen mit Fortuna Düsseldorf am Tabellenende - und sind ziemlich ratlos. "Langsam sollte auch der Letzte realisiert haben, dass wir erstmal voll gegen den Abstieg kämpfen", sagte Ron-Robert Zieler.

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