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Spektakel bei der Tour de France

Sky-Coup! Froome und Thomas düpieren die Konkurrenz

Chris Froome und das Team Sky haben die 11. Etappe der Tour beherrscht
Chris Froome und das Team Sky haben die 11. Etappe der Tour beherrscht
Foto: © isslerimages
18. Juli 2018, 18:02
sport.de
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Das mächtige Team Sky hat mit erdrückender Dominanz das Gelbe Trikot zurückerobert - doch der Träger heißt nicht Chris Froome.

Froomes Edelhelfer Geraint Thomas ist bei der ersten Bergankunft der 105. Tour de France zum Etappensieg und ins Maillot jaune geklettert und hat die schwelende Debatte über die Führungsrolle im erfolgsverwöhnten Star-Team befeuert. Sein Vorsprung auf den zweitplatzierten viermaligen Tour-Sieger beträgt vor dem Alpen-Spektakel in L'Alpe d'Huez am Donnerstag 1:25 Minuten.

"Am Berg zu gewinnen, ist etwas Spezielles. Ich habe nicht damit gerechnet", sagte Thomas nach dem Rennen bei "Eurosport". "Ich musste auf den Sieg gehen. Es wäre dumm gewesen, es nicht zu tun." Das Gelbe Trikot sei "immer eine große Ehre".

Thomas auf einem Level mit Froome?

Der Waliser Thomas löste auf der 108,5 km langen 11. Etappe über vier Alpenpässe den Belgier Greg Van Avermaet nach über einer Woche als Gesamtführenden ab. Thomas kam mit 20 Sekunden Vorsprung auf Froome ins Ziel. Wird aus der B-Lösung Thomas nun die A-Lösung für Sky?

Das Rennen werde über die Kapitänsrolle entscheiden, hatten Bahnrad-Olympiasieger Thomas sowie Froome am Montag gesagt. Thomas versuchte nach seinem Triumph die schwelende Debatte über die Führungsrolle im erfolgsverwöhnten Star-Team zu ersticken. "Wenn es darauf ankommt, werde ich Chris den Vortritt lassen", sagte der Waliser.

Dass Froomes Helfer sportlich gegen den Kapitän aufbegehren, ist nichts neues. Schon im Vorjahr wirkten die spanischen Domestiken Mikel Landa und Mikel Nieve bei der Tour zeitweise stärker als der Boss, vor allem Landa hätte Froome in den Bergen wohl stehen lassen können. Landa (jetzt bei Movistar) und Nieve (bei Mitchelton-Scott) traten nach der Saison die Flucht an, spielen aber bei der laufenden Tour nicht die erhoffte Rolle.

Vor allem aber kennt Froome die Position von Thomas aus eigener Erfahrung: 2012 wirkte der damalige Tour-Debütant stärker als sein Sky-Kapitän Bradley Wiggins, der deutlich populärere Wiggins sollte allerdings unbedingt die Rundfahrt als erster Brite gewinnen - Froome musste sich mit Platz zwei begnügen, erst ein Jahr später erhielt er den Freifahrtschein.

Auch Dumoulin distanziert die Konkurrenz

Ein Erfolg gelang Sky-Herausforderer Tom Dumoulin. Der Niederländer vom Team Sunweb überraschte mit einer Attacke in einer Abfahrt und kam zeitgleich mit Froome ins Ziel. Er distanzierte aber zahlreiche Konkurrenten im Kampf um die Podestplätze, im Klassement verbesserte er sich auf Rang drei (+1:44).

Die zweite Alpen-Hatz hatte temporeich begonnen. Das Feld sparte sich eine lockere Einrollphase, stattdessen bildete sich schnell eine erste Fluchtgruppe um Weltmeister Peter Sagan, der bei der Sprintwertung (Kilometer 11,5) die volle Punktzahl sammelte und seine Führung in der Sonderwertung ausbaute. Das Grüne Trikot dürfte der Slowake vom deutschen Team Bora-hansgrohe wohl nur noch durch Sturz oder Krankheit verlieren.

Beim folgenden ersten Anstieg der Hors Categorie, der Montee de Bisanne, übernahm Sky umgehend das Kommando im Feld der Favoriten. Froomes Helfer diktierten das Tempo, nur wer keine ernsthafte Gefahr für die eigenen Ambitionen darstellte, wurde fahren gelassen.
>>> Informationen zur Tour de France in der Übersicht

Valverde fällt Sky zum Opfer

Am bis zu 11,3 Prozent steilen Col du Pre begann in der Gruppe Froome die Selektion. Neben Van Avermaet konnte auch der angeschlagene Mitfavorit Rigoberto Uran (Kolumbien/EF Drapac) nicht folgen. Dagegen forcierte Routinier Alejandro Valverde (Spanien/Movistar) erfolgreich eine Attacke, später setzte sich auch Dumoulin in einer Abfahrt ab.

Gegen die Nachführarbeit der bärenstarken Sky-Mannschaft war Valverde machtlos. Am Schlussanstieg nach La Rosiere wurde er eingeholt.

Kampf mit offenem Visier

Auf den letzten fünf Kilometern fuhren die Top-Favoriten mit offenem Visier. Als erster machte sich Thomas davon, dann ergriffen nacheinander auch Froome und der Franzose Romain Bardet die Initiative. Die hoch gehandelten Bardet, Nairo Quintana und Vincenzo Nibali gingen letztlich als Verlierer der Kraftspiele hervor. Sie erreichten das Ziel 59 Sekunden nach Thomas.
>>> die Etappe im Re-Live

Am Donnerstag wird sich das Gesamtklassement weiter manifestieren. Die 12. Etappe mit Start in Bourg-Saint-Maurice endet nach 175,5 km auf der berühmt-berüchtigten Ski-Station L'Alpe d'Huez. Hunderttausende Fans werden entlang der steilen Serpentinen für eine Stadionatmosphäre sorgen, wie sie im Radsport wohl einmalig ist.

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