Der deutsche Sprintstar Marcel Kittel steht in seinem Team Katusha-Alpecin stark in der Kritik. Sportdirektor Dimitri Konyshev warf dem bei der Tour de France bislang enttäuschenden Thüringer in "L'Equipe" öffentlich Egoismus vor.
"Wir bezahlen ihm eine Menge, aber er ist nur an sich selbst interessiert", sagte der 52 Jahre alte Russe über Kittel, den er sich "nicht ausgesucht" habe: "Vor dem Mannschaftszeitfahren in Cholet hat er während der Teambesprechung mit seinem Handy herumgespielt. Das hat mir zu verstehen gegeben, dass ihn das nicht interessiert."
Kittel-Manager Jörg Werner, der sich am Ruhetag am Montag um ein klärendes Gespräch bemühen will, war in seinen Äußerungen wenig diplomatisch. Er nannte Teile der Mannschafts-Führung "old School", mahnte den fehlenden Teamspirit an und sprach von einer Teilung zwischen der vierköpfigen (deutschen) Sprinter-Fraktion um Kittel und den übrigen vier Fahrern, die sich um den für das Gesamtklassement vorgesehenen Ilnur Zakarin kümmern sollen.
Werner schwärmte von vergangenen Zeiten, in denen sein Schützling noch für das belgische Quick-Step-Team fuhr, in dem jetzt der Topsprinter Fernando Gaviria mit bisher zwei Etappenerfolgen für Furore sorgt. "Bei Quick-Step herrscht eine gute Stimmung, auch die Klassementsfahrer Alaphilippe und Jungels unterstützen den Sprinter", sagte er am Samstag der "Deutschen Presse-Agentur". Im Vorjahr hatte Kittel für Quick-Step fünf Etappen gewonnen.
Kittel wartet weiter auf einen Etappensieg
Kittel, der nach seinen fünf Tour-Etappensiegen des Vorjahres von Quick-Step zu Katusha gewechselt ist und bei der in der Schweiz lizenzierten Mannschaft russischen Ursprungs zu den Großverdienern zählt, blieb in der ersten Tour-Woche ohne Etappensieg.
Gemeinsam mit seinen Landsleuten Rick Zabel, Tony Martin und Nils Politt bildet Kittel die deutsche Fraktion in Katushas Tour-Team, die vor allem in den Sprints aktiv werden soll. Die Russe Ilnur Sakarin soll um das Gesamt-Podest fahren.




