Sieg für Marco Wittmann im zweiten DTM-Rennen in Budapest 2018. Der BMW-Pilot überquerte nach 26 Runden vor seinen Markenkollegen Timo Glock (2.) und Philipp Eng (3.) die Ziellinie und sorgte für einen Überraschungssieg der Münchner.
Pole-Setter Auer setzte sich beim Start gegen seine Teamkollegen durch und behauptete die Führung vor Wehrlein, di Resta, Mortara und Paffett. Im Getümmel wurde Timo Glock von Nico Müller in der zweiten Kurve umgedreht und fiel auf den letzten Platz zurück.
Im Laufe der fünften Rennrunde vermeldeten einige Fahrer erste Regentropfen, der im Vergleich zum Vortag stärker wurde. Mit Slicks auf nass werdender Strecke musste Auer Vorsicht walten lassen. Wehrlein nutzte die Situation und zog an seinem Teamkollegen vorbei und übernahm die Führung. Auch Glock kämpfte mit den schwierigen Bedingungen und rutschte von der Strecke.
"Scheiße! Du weißt, wohin das geht"
Die erste Schrecksekunde gab es in der Boxengasse bei dem folgenden Boxenstopp: Auf nassem Asphalt rutschte Auer ohne einzulenken in seine Mannschaft und traf dabei einen Marschall. Auch Mortara und Spengler kollidierten in der Box mit der Crew. Das Rennen wurde daraufhin durch die rote Flagge unterbrochen. Ersten Informationen zufolge erlitt ein Sportwart schwere Beinverletzungen. Zwei Mercedes-Mechaniker sind mittelschwer verletzt. Keiner der Verletzten schwebt in Lebensgefahr.
"Scheiße! Du weißt, wohin das geht. Da sind nur Leute beim Boxenstopp... schrecklich", schildert Auer die Szene. "Ich würde lieber rausgehen und mich erkundigen. Ich habe gehört, dass er in Behandlung ist, und da kann ich nicht helfen. Für mich heißt es abwarten, alles andere ist sekundär."
"Als Fahrer ist es Horror"
"Die Boxengasse ist megarutschig und wir sind dort mit Slicks angekommen. Du blockierst halt einfach. Du bist sehr langsam unterwegs, und mein Ingenieur hat gesagt: Pass auf! Ich hatte schon gut Tempo rausgenommen, aber es hat nicht gereicht. Wenn die Slicks im Regen einmal blockieren, hast du keine Chance mehr - speziell auf diesem rutschigen Belag. Es ist kein Asphalt mehr, sondern eher Zement - und da habe ich gar keine Chance mehr, das Auto zu stoppen. Ich habe die Boxenstation getroffen und meine Mechaniker auch", bedauert Bruno Spengler.
"Ich habe schon die Information bekommen, dass alle okay sind - Gottseidank. Als Fahrer ist es Horror. Du weißt nicht, wie es ist. Du willst gar nicht mehr losfahren, weil du dir echt Sorgen um sie machst. Durch das Funkverbot hast du keine Information, ob sie okay sind oder nicht. Ich habe öfters am Funk gefragt und nur eine kurze Antwort bekommen - aber das hat mir nicht gereicht. Sie sind zu mir gekommen und haben gesagt, wir sind alle okay. Das tut gut, aber es ist nicht schön", so der Kanadier.
"Bilder, die keiner sehen will"
"Es hat einen Marschall stärker erwischt und auch zwei von unseren Mechanikern. Das schaut eher nach leichteren Verletzungen aus, alles andere ist Spekulation. Ich denke, das sind Bilder, die keiner sehen will. Den Fahrern kann man keinen Vorwurf machen. Es ist sowohl bei BMW wie auch bei Mercedes und Audi passiert. Das war einfach rutschig wie Schmierseife. Es war wie Zeitlupe, als Edo hier reingerutscht ist. Am Schluss ist Rennsport halt Rennsport, und ein Restrisiko ist immer dabei. Wir hoffen, dass es den Kollegen entsprechend gut geht", sagt Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz.
"Hier wechselt der Belag, das ist purer Beton. Mit dem ganzen Gummi der von den Boxenstoppübungen hier liegt, ist es einfach unkontrollierbar und rutschig. Man muss sich vorstellen, dass es ist, als würde man über eine Eisfläche fahren. Man hat es gesehen: Die Jungs standen voll auf der Bremse, und es ging einfach nur geradeaus. Edo ist noch gewarnt worden, aber es war so rutschig, dass es anscheinend nicht kontrollierbar war", erklärt er.
"Das Rennen ist zweitrangig"
"Die Bilder sind nicht schön zu sehen, speziell der eine Streckenposten, der eingeklemmt wurde. Das sind alles Leute, die das hier freiwillig machen und begeisterte Motorsportfans sind. Das tut doppelt weh, jemanden zu sehen, der da verletzt wird. Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist, und er schnell wieder zu Gesundheit kommt. Das Rennen ist zweitrangig", sagt Glock während der Rennunterbrechung.
"Ich habe nur das Replay gesehen und es sah wirklich so aus, als wenn es eine Eisfläche gewesen wäre. Das Problem ist einfach, dass die Betonfläche mit stehendem Wasser anscheinend überhaupt keinen Grip bietet. Dann passiert sowas natürlich. Die Fahrer sind schon langsamer reingefahren, aber es war unmöglich, das Auto in der Box zu stoppen. Es war schon verrückt zu sehen", ergänzt er.
Nach rund 35 Minuten Unterbrechung wurde das Rennen fortgesetzt. Beim Restart drehte Paffett Rast um. Für beide war das Rennen danach gelaufen.
Die Läufe sieben und acht der DTM finden vom 22. bis 24. Juni statt. Dann gastiert die DTM auf dem Norisring in Nürnberg.

