Martin Kaymer meldet sich rechtzeitig vor dem ersten Major Turnier des Jahres wieder fit. Nach einer mehrwöchigen Turnierpause aufgrund einer Verletzung am rechten Handgelenk absolviert die ehemalige Nummer eins der Golf-Welt zunächst ab Donnerstag die Houston Open, bevor es ab dem 5. April in Augusta beim Masters Tournament um das weltberühmte grüne Siegerjackett geht.
sport.de sprach exklusiv mit dem 33-Jährigen über seine Ziele für das Masters, die Rückkehr von Tiger Woods und ein mögliches Alkoholverbot für die Zuschauer.
Herr Kaymer, Sie befinden sich laut eigener Aussage nun gut eine Woche wieder im Training. Wie geht es gesundheitlich bei Ihnen voran nach den Problemen mit dem Handgelenk?
Martin Kaymer: Ich fühle mich sehr gut. Ich bin letzte Woche in die USA geflogen, um mich hier auf die kommenden Turniere vorzubereiten und es gibt absolut keine Beschwerden mehr mit dem Handgelenk.
Vom 5. bis 8. April steht in Augusta das erste Major-Turnier des Jahres an. Was haben Sie sich für das Masters in diesem Jahr vorgenommen, nachdem das Jahr bislang nicht so nach Plan lief?
Aufgrund der Verletzung weiß ich momentan nicht genau, wo mein Spiel nach der doch längeren Pause steht. Mein Ziel ist es aber, das Ergebnis aus dem Vorjahr mit Platz 16 zu toppen und damit mein bestes Ergebnis in Augusta zu erreichen. Nach dem Masters geht es in Hilton Head bei der RBC Heritage für mich direkt in den USA weiter.
Sie haben das Masters jüngst als das vielleicht schwierigstes Turnier im ganzen Kalender bezeichnet. Erklären Sie uns bitte einmal, was den Kurs und das Event so besonders macht.
Das ist sehr schwer in wenigen Sätzen zu erklären. Aber bei anderen Turnieren hat man beim Grünanspiel meistens zwei oder sogar drei Seiten - lang, links und rechts -, auf der man das Grün verfehlen kann und trotzdem noch eine gute Chance hat, ein Par zu retten. In Augusta ist es genau andersherum: Verfehlst Du das Grün dort, hast du von zwei bis drei Seiten so gut wie keine Chance.
Im letzten Jahr haben Sie mit dem geteilten 16. Platz Ihr bisher bestes Ergebnis dort erzielt. Worauf wird es bei Ihrem Spiel ankommen, um wieder möglichst weit vorne zu landen?
In Augusta ist alles wichtig. Die Drives müssen sitzen, man darf nicht allzu viele Grüns verfehlen und falls doch, muss man im kurzen Spiel Sicherheit haben. Ich denke, entscheidend werden außerdem die Putts um die zwei Meter werden, da diese häufig als Rückputt bleiben, weil die Grüns sehr schnell sind.
Wer sind für Sie die großen Favoriten auf den Titelgewinn in diesem Jahr?
Mit den Ergebnissen der letzten Wochen gibt es für mich vier Favoriten: Bubba Watson, Rory McIlroy, Phil Mickelson und Tiger Woods.
Die von Ihnen angesprochenen Größen um Rory McIlroy mit seinem Sieg in Orlando oder Phil Mickelson mit seinem Sieg in Mexiko bringen sich in Stellung. Was macht gerade diese beiden für Augusta so stark?
Beide haben in Augusta schon gut gespielt oder sogar gewonnen, dementsprechend liegt ihnen der Platz. Mit dem Selbstvertrauen eines Sieges im Rücken gehören sie mit Sicherheit zum engen Favoritenkreis.
Auch Superstar Tiger Woods hat vor wenigen Wochen sein Comeback gefeiert und mit ordentlichen Resultaten von sich reden gemacht. Was trauen Sie ihm in den kommenden Monaten noch zu?
Ich denke, für ihn persönlich wird es erst einmal wichtig sein, wieder schmerzfrei spielen zu können. Es sieht so aus, als ob auch seine Form pünktlich zum Masters da ist. Er hat in den letzten Turnieren schon wieder eindrucksvoll bewiesen, dass er absolut konkurrenzfähig ist.
Was bedeutet es für Ihren Sport, dass mit Tiger Woods das Aushängeschild des Golfs überhaupt wieder zurück ist?
Tiger Woods ist sehr wichtig für unseren Sport. Ohne ihn wären wir alle nicht dort, wo wir jetzt sind. Insofern freue ich mich sehr, ihn wieder in Aktion auf dem Golfplatz zu sehen.
Mit Rory McIlroy forderte jüngst ein prominenter Kollege von Ihnen eine Limitierung der Ausgabe von Alkohol rund um die Turnierplätze. Wie stehen Sie dieser Forderung gegenüber? Was haben Sie schon für Erfahrungen mit ange- oder betrunkenen Zuschauern rund um die Kurse gemacht?
Grundsätzlich gebe ich Rory recht, es ist in den letzten Jahren besonders in den USA deutlich mehr geworden und teils auch über ein annehmbares Maß hinaus gegangen. Phoenix zum Beispiel ist mittlerweile mehr ein Volksfest mit Golf als Nebenunterhaltung.
2018 ist wieder Ryder-Cup-Jahr. Ist dieses Event für Sie in diesem Jahr noch ein Ziel? Wie beurteilen Sie selbst Ihre Chancen auf eine fünfte Teilnahme?
Die Qualifikation für den Ryder Cup hat für mich neben den Major Turnieren oberste Priorität. Ich würde gerne ein kleines Jubiläum mit der fünften Teilnahme in Folge in Paris schaffen, zumal ich den Platz sehr mag, dort schon gewonnen und gute Erinnerungen habe.
Das Gespräch führten Mats-Yannick Roth und Christian Schenzel


