Doppel-Comeback mit Schwierigkeiten: Marcel Nguyen und Andreas Bretschneider sind beim Weltcupturnier der Kunstturner in Stuttgart leer ausgegangen. Nach langer Pause im Mehrkampf mussten sich der doppelte Olympiazweite von London und der Stuttgart-Sieger von 2016 mit den Plätzen sechs und sieben begnügen.
Als souveräner Gesamtsieger durfte sich David Belyavskiy feiern lassen. Der Russe turnte am ausgeglichensten und setzte sich mit 85,732 Punkten vor Akash Modi aus den USA (84,098) und dem Japaner Yusuke Tanaka (83,998) durch.
"Ich hatte mir keine spezielle Platzierung vorgenommen. Ich wollte stabil turnen und möglichst wenige Fehler machen", sagte der ehemalige Barren-Europameister Nguyen. An seinem Spezialgerät allerdings bewies der 30-Jährige alte Stärke, zeigte seinen Tsukahara-Abgang und erhielt 14,633 Punkte. Nur ein Zehntel erturnte Bretschneider am Reck.
Wackler auf dem Pauschenpferd, Schmerzen an den Ringen
Ansonsten merkte man den beiden Routiniers vor 5000 Zuschauern in der Porsche-Arena die fehlende Wettkampfpraxis im Sechskampf an. Nguyen muss sich nach einer Regeländerung im Hinblick auf Olympia 2020 in Tokio wieder in der "Königsdisziplin" beweisen. Der Chemnitzer wagte sich nach zwei Schulteroperationen erstmals seit Olympia 2016 wieder an alle sechs Geräte.
Was in erster Linie fehlte, war die Konstanz. Am Pauschenpferd mussten beide Schützlinge von Bundestrainer Andreas Hirsch schwer gegen einen Sturz vom Gerät kämpfen, an den Ringen hatte der 28 Jahre alte Bretschneider sichtlich Schmerzen und Probleme.
Deutsche Damen setzen auf Seitz und Voss
Wenige Stunden vor Wettkampfbeginn hatte es noch eine kurzfristige Absage gegeben. Brinn Bevan aus Großbritannien verzichtete auf einen Start, nachdem sein Trainer krankheitsbedingt in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste.
Sportlich besser als die Männer können es am Sonntag die Stuttgarter Lokalmatadorin Elisabeth Seitz und Sarah Voss aus Köln machen, die die deutschen Farben bei der Weltcup-Entscheidung der Frauen vertreten.
Die 18 Jahre alte Voss gibt ihr Weltcup-Debüt, nachdem Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer aus Chemnitz wegen Trainingsrückstandes nach einer Flut von Terminverpflichtungen noch nicht wieder zur Verfügung steht.