Meister Red Bull München verliert das erste Viertelfinale in den Play-offs gegen den Vorrunden-Neunten Bremerhaven nach Verlängerung. In Spiel zwei der Best-of-Seven-Serie steht der Titelfavorit am Freitag damit bereits unter Zugzwang.
Während die Bremerhavener Pinguine ihren Siegtorschützen Nicolas Jensen auf dem Eis ausgelassen feierten, herrschte bei den 4720 Zuschauern in der Olympia-Eishalle in München Schockstarre. Mit 3:4 nach Verlängerung hatte der haushohe Favorit Red Bull München gegen die Fischtown Pinguins verloren und damit seinen Heimvorteil zum Auftakt der Viertelfinal-Playoffs in der Deutschen Eishockey Liga aus der Hand gegeben.
"Wie es heute lief, ist einfach nur bitter", sagte Münchens Stürmer Maximilian Kastner nach der Partie, "wir haben unsere Chancen einfach nicht genutzt, viel in deren Zone gespielt. Bremerhaven hat dann schlicht die Chancen reingemacht." Dem pflichtete Coach Don Jackson bei: "Wir haben eine Menge an guten Möglichkeiten liegengelassen und am Ende einen Fehler zu viel gemacht. Das hat uns den Sieg gekostet."
Für Jackson war es aber nur ein Ausrutscher und noch nicht das Ende. "Es war nur ein Spiel in den Playoffs. Es ist eine Best-of-Seven-Serie", sagte der Coach, der mit seinem Star-Ensemble mit sieben Olympiazweiten den dritten Meistertitel in Folge anstrebt.
Pinguins-Goalie Pöpperle hält den Sieg fest
Auf der anderen Seite konnte Bremerhavens Matchwinner Jensen sein Glück kaum fassen, lobte aber vor allem den herausragenden Pinguins-Torhüter Tomas Pöpperle, der 45 der 48 Schüsse abgewehrt hatte. "Er ist der Game-Winner - zu 100 Prozent", sagte der 28 Jahre alte Verteidiger.
Tatsächlich schien es so, als würden die Münchener ihrer Favoritenrolle von Beginn an gerecht werden. Silbermedaillengewinner Frank Mauer (5.) und Torjäger Michael Wolf (11.) hatten die Bayern scheinbar beruhigend in Führung geschossen. Doch der Vorrunden-Neunte, der sich in den Pre-Playoffs gegen Iserlohn durchgesetzt hatte, drehte die Partie.
Den Münchener Ausgleich von Mauer 77 Sekunden vor der Schlusssirene in Überzahl konterte Jensen mit seinem Siegtreffer nach nur 3:18 Minuten der Verlängerung. Nach einer schönen Einzelaktion hatte der Däne die Scheibe im Fallen an Olympia-Keeper Danny aus den Birken vorbeigelegt. So steht der Titelfavorit aus München beim Auswärtsspiel am Freitag (19:30 Uhr) schon unter Zugzwang und benötigt einen Auswärtserfolg, um sich das verlorene Heimrecht zurückzuholen.
Zwei weitere Favoriten schwächeln
In den weiteren drei Viertelfinal-Begegnungen verloren zwei weitere Favoriten ihre Heimspiele. Die Nürnberg Ice Tigers unterlagen den Kölner Haien deutlich mit 1:4. Der ERC Ingolstadt verlor gegen die Adler Mannheim 1:3.
Haie-Kapitän Christian Ehrhoff war mit der Leistung der Mannschaft zufrieden. "Wir haben ein solides Auswärtsspiel gespielt. Wir sind gut aus dem eigenen Drittel gekommen und haben nicht zu viele Fehler gemacht. Insgesamt war es eine gute und geschlossene Mannschaftsleistung von uns." Spiel zwei findet bereits am Donnerstagabend in Köln statt (19:30 Uhr).
Nur DEL-Rekordmeister Eisbären Berlin fuhr in der heimischen Mercedes-Benz-Arena einen souveränen 4:1-Erfolg gegen Vizemeister Grizzlys Wolfsburg ein. "Wir müssen Schwung behalten und Selbstgefälligkeit vermeiden", sagte Berlins Doppeltorschütze Louis-Marc Aubry.



















