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Meilenstein für Müller: Bayern zieht Bremen den Zahn

Der Bremer Max Kruse (l.) ist enttäuscht, die Bayern-Stars jubeln hingegen glücklich
Der Bremer Max Kruse (l.) ist enttäuscht, die Bayern-Stars jubeln hingegen glücklich
Foto: © getty, Sebastian Widmann
21. Januar 2018, 17:27

Nach einem echten Kraftakt und dank der Kaltschnäuzigkeit von Robert Lewandowski und Thomas Müller strebt Bayern München weiterhin ungehindert seinem sechsten Meistertitel in Folge entgegen. Der Fußball-Rekordmeister besiegte ein überzeugendes Werder Bremen allerdings nur mit großer Mühe 4:2 (1:1) und liegt vor allem wegen seiner individuellen Klasse fast uneinholbar mit riesigem Vorsprung vor der Konkurrenz.

Jérôme Gondorf (25.) erzielte zunächst nach einem Traumpass des bärenstarken Max Kruse das erste Werder-Tor in der Allianz Arena seit April 2014. Gegen das wehrhafte und mutige Team von Trainer Florian Kohfeldt gelang Müller (41.) aus kurzer Entfernung der Ausgleich.

Der bis dahin unauffällige Torjäger Lewandowski (63. und 76.) sorgte mit seinen Saisontreffern 16 und 17 für die Vorentscheidung, ehe Weltmeister Müller dann mit seinem 100. Bundesligator in der 84. Minute für die Bayern alles klar machte. Niklas Süle (74.) war zudem noch ein Eigentor unterlaufen.

Mit dem 15. Ligaerfolg nacheinander gegen Werder baute die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes eine Rekordserie aus. Bremen kassierte zwar die 600. Niederlage seiner Bundesliga-Geschichte, war in München aber lange nicht mehr so nah an einer Überraschung.

Matchwinner Thomas Müller freute sich nach Abpfiff bei "Sky" sowohl über die nächsten drei Punkte in der Bundesliga als auch über seine beiden Tore: "Es ist immer schön zu treffen. Ich werde sicher gut schlafen." Das Erreichen der 100-Tore-Marke hatte der Angreifer allerdings vor dem Spiel "nicht auf dem Schirm". Werder-Stürmer Max Kruse war dagegen enttäuscht: "Ich glaube, dass wir heute ein gutes Spiel gemacht. Aber am Ende fehlen die Punkte. Wenn man vier Gegentore bekommt, hat man nicht alles richtig gemacht."

Kruse und Junuzovic hellwach

Vier, sechs, fünf, sechs, fünf, sechs - so viele Treffer hatte der FC Bayern in den letzten sechs Heimspielen gegen Bremen erzielt. Doch so leicht war es diesmal nicht. Der Außenseiter, der überhaupt nicht wie ein Abstiegskandidat auftrat, machte den Bayern das Leben sehr schwer, agierte strukturiert und verdichtete die Räume geschickt. Kohfeldt ermunterte sein Team zudem immer wieder, sich von den Münchnern nicht hinten reindrängen zu lassen.

Auch das Offensivspiel der Hanseaten war durchaus ansprechend. Kruse (7.) etwa hatte die erste wirklich gefährliche Aktion, traf per Kopf allerdings nur den Pfosten. Ein Fernschuss von Zlatko Junuzovic (23.) ging nur knapp daneben, kurz darauf hatte Kruse einen genialen Moment beim Zuspiel auf Gondorf.

Die Münchner waren engagiert, aber gegen die mutigen Bremer fehlten erst einmal die zündenden Ideen, Gondorfs Gegentreffer lähmte zusätzlich. Heynckes war an der Seitenlinie die Unzufriedenheit anzusehen. In der ersten halben Stunde blieben ein Flachschuss von Franck Ribéry (12.) und ein unpräziser Kopfball von Lewandowski (14.) die einzigen halbwegs brisanten Torszenen.

Vidal sorgt für Gefahr - Lewandowski dreht auf

Heynckes hatte Lewandowski erstmals in der Rückrunde aufgeboten, nachdem dessen Probleme an der Patellasehne nahezu abgeklungen waren. Ersetzen musste der Bayern-Coach den zuletzt erkrankten Mats Hummels und David Alaba, der wegen eines Magen-Darms-Infekts ausfiel.

Die Bayern hatten Glück, dass sie eine Unaufmerksamkeit von Milos Veljkovic, die Müller prompt bestrafte, zurück in die Partie brachte. An Werders couragierter Grundhaltung änderte das nichts, Gondorf (56.) hatte nach dem Wechsel die nächste verheißungsvolle Szene.

Erst der eingewechselte Arturo Vidal (61.) sorgte wieder für Gefahr vor dem Werder-Tor. Bremen steckte auch nach Lewandowskis Doppelpack nicht auf und hielt das Spiel bis in die Schlussminuten spannend. Bayern-Keeper Sven Ulreich rettete noch glänzend gegen Junuzovic, ehe Lewandowski und Müller für Ruhe beim Favoriten sorgten.

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