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Stuttgart feiert "Torschütze" Gomez

Mario Gomez feiert ein Traum-Comeback im Trikot des VfB
Mario Gomez feiert ein Traum-Comeback im Trikot des VfB
Foto: © getty, Matthias Hangst
13. Januar 2018, 19:57

Bei der Rückkehr von Mario Gomez gelingt dem VfB Stuttgart ein äußerst glücklicher Sieg. Der Einsatz des Nationalspielers zeigt dabei eine nicht zu unterschätzende Wirkung.

Als der erlösende Treffer endlich gefallen war, da hatte die Wahrheit für einen Moment lang keine Chance gegen das dringende Verlangen, den Heimkehrer mal so richtig abzufeiern. Also brüllte der Stadionsprecher in sein Mikrofon, dass der Torschütze gerade eben, ja, genau, Mario Gomez gewesen sei, und wie das so üblich ist, rief er den Vornamen dreimal, und dreimal brüllten die Menschen im brodelnden Rund den Nachnamen hinterher. Dass Mario Gomez nicht sein erstes Tor für den VfB Stuttgart seit 3157 Tagen erzielt hatte - geschenkt.

"Man feiert ja nicht den gegnerischen Spieler", sagte Mario Gomez nach dem Spiel mit einem Schmunzeln zu den kuriosen Szenen nach dem Tor in der 78. Minute, dem Siegtreffer zum 1:0 (0:0) gegen Hertha BSC.

Den Treffer erzielt hatte der Berliner Niklas Stark, dem ein Klärungsversuch in einem Zweikampf mit, ja, immerhin, Gomez grandios misslang. "Null Prozent", sei sein Beitrag gewesen, versicherte Gomez hernach, er habe ja längst "abgeschaltet" gehabt in dieser Situation im Strafraum, weil er sich gedacht habe: "Rote Karte, Elfmeter." Was falsch gewesen wäre.

"Das Glück fällt ja nicht vom Himmel"

Weil Gomez immerhin nah dran war an Stark und damit auch am Tor, durfte er sich allerdings auch ein klein wenig fühlen wie dessen Schütze. "Er hat es erarbeitet", sagte Mannschaftskapitän Christian Gentner. Und ja, sagten Trainer Hannes Wolf und alle anderen Stuttgarter hernach, in dieser Szene hätten sie einfach mal Glück gehabt. "Aber das Glück fällt ja nicht vom Himmel", sagte Sportvorstand Michael Reschke, vielmehr habe es sich die Mannschaft eben auch "verdient". Und für dieses Verdienen stand einer exemplarisch: Mario Gomez.

Er habe Schmunzeln müssen vor dem Spiel, sagte der Rückkehrer, denn obwohl er ja schon einiges hinter sich habe, obwohl die Bundesliga eben auch nur ein Job sei, habe sich sein 122. Spiel für den VfB angefühlt "wie mein erstes". Anzumerken war ihm das auf dem Platz nicht. "Hut ab, das war eine starke Leistung", sagte Reschke über Gomez, dessen Wirkung sich allerdings noch deutlicher entfalten wird, wenn seine Mitspieler mit den Bällen, die er hält und verteilt, und mit den Räumen, die er schafft, etwas anzufangen wissen.

Stuttgart bejubelt "Meilenstein"

So war der Sieg doch arg glücklich. Ja, analysierte Trainer Wolf, "wir haben jetzt nicht die Sterne vom Himmel gespielt". Und ja, Hertha BSC war ein unbequemer Gegner, der in Führung hätte gehen können beim Pfostenschuss von Valentino Lazaro (23.), und in Führung hätte gehen müssen, hätte Salomon Kalou unbedrängt eine Flanke von Arne Maier nicht über das leere Tor geköpft (37.). Aber gewonnen hat eben dann doch Stuttgart - nach zuvor vier Niederlagen ohne Tor. Reschke sagte deshalb sogar: "Das war ein Meilenstein für uns."

Was Gomez bewirken kann, das haben sie in Stuttgart bislang nur erahnt, jetzt haben sie es gesehen. "Er strahlt sehr viel Präsenz aus", sagte Daniel Ginczek, "er hat sich toll reingehauen", sekundierte Gentner und betonte die "Wirkung, die er auf die gegnerische Verteidigung hat". Kurzum: Der Rückkehrer personifizierte den Willen der Stuttgarter, dieses Spiel für sich zu entscheiden. Egal wie. "Wenn wir jede Woche so einen Dreckssieg machen, bin ich total happy", sagte Gomez und betonte: "Ich brenne für diese Aufgabe."

Den Schlusspfiff hätte er allerdings beinahe nicht erlebt. In der 90. Minute erhielt Gomez von Schiedsrichter Felix Brych die Gelbe Karte - für eine Ohrfeige gegen Eigentorschütze Stark. Die hätte man auch anders sehen können.

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