Die italienische Presse ist mit ihrer Nationalmannschaft nach der verpassten WM-Qualifikation wie erwartet hart ins Gericht gegangen.
Von einer "unerträglichen Fußball-Schande" und einem "unauslöschlichen Fleck" schrieb der "Corriere dello Sport", für die "Gazzetta dello Sport" stand fest: "Italien, das ist die Apokalypse."
"Apokalypse, Tragödie, Katastrophe: Es ist vorbei. Unser Fußball ist in einer tiefen Krise", schrieb der "Corriere dello Sport" weiter. "La Repubblica" titelte schlicht: "Tschüss, Russland!", "La Stampa" bezeichnete den WM-Knockout als "Desaster".
De Rossi: "Ein schwarzer Moment"
Italiens Nationalmannschaftstrainer Gian Piero Ventura entschied nach dem WM-Aus unterdessen noch nicht über seine Zukunft. "Ich trete nicht zurück, weil ich noch nicht mit dem Präsidenten gesprochen habe. Es gibt zahlreiche Überlegungen", sagte er laut Nachrichtenagentur "Ansa". "Ich fühle mich danach, mich bei den Italienern zu entschuldigen, für das Ergebnis, nicht für unsere Anstrengungen."
Der untröstliche Buffon nannte das Fehlen bei der WM eine "Katastrophe". Es hätte für die Mannschaft und für das Land viel bedeutet. Auch im TV-Interview weinte er. Für seine langjährigen Teamkollegen Daniele De Rossi und Andrea Barzagli war es ebenfalls die letzte Partie im Trikot der Azzurri. "Ich glaube, das ist die größte Enttäuschung meines Lebens", sagte Barzagli.
"Es ist ein schwarzer Moment für unseren Fußball, und ein tiefschwarzer für uns Spieler", kommentierte De Rossi. Nach dem Spiel habe eine Atmosphäre wie bei einem Begräbnis geherrscht. "Dabei ist niemand gestorben."
Ventura-Verbleib unwahrscheinlich
Bei den äußerst passiv agierenden Schweden brach dagegen Jubel aus, nachdem sie zum zwölften Mal das WM-Ticket gelöst hatten. Sie sind nach zuletzt zwei gescheiterten Versuchen erstmals seit 2006 wieder dabei. Vor elf Jahren waren die Skandinavier im Achtelfinale an Gastgeber Deutschland gescheitert. Schweden steht als 29. von 32 WM-Teilnehmern fest.
Italien hat bislang an 18 Weltmeisterschaften teilgenommen und - wie Deutschland - vier Mal den Titel geholt, zuletzt 2006. In der Qualifikation für Russland reichte es in der Gruppenphase hinter Spanien in den vergangenen Monaten nur zum zweiten Platz. Gegen die Iberer setzte es im September ein 0:3.
Die spanische Zeitung "AS" nannte die verpasste WM ein "Drama", die befürchtete Apokalypse sei bereits Wirklichkeit. Der bereits im Vorfeld der Partie kritisierte Chef des Fußballverbands, Carlo Tavecchio, wollte sich 48 Stunden Zeit nehmen, um Konsequenzen aus der verpassten Qualifikation zu verkünden. Dass es Ventura sein wird, der die Mannschaft bis zur Europameisterschaft 2020 wieder aufbaut, gilt als unwahrscheinlich.








