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Heidel gibt sich trotz Last-Minute-Remis gelassen

Christian Heidel kann mit dem Schalker Remis gegen Wolfsburg leben
Christian Heidel kann mit dem Schalker Remis gegen Wolfsburg leben
Foto: © getty, Maja Hitij
28. Oktober 2017, 22:24

Ein Ausgleich in letzter Minute beendet bei Schalke 04 die aufkommende Euphorie. Statt in Richtung Champions-League-Plätze zu schielen, müssen die Königsblauen nun doch erst einmal wieder kleinere Brötchen backen.

Christian Heidel konnte nach dem Euphoriekiller in letzter Sekunde schnell wieder lachen. "Ich bin nicht sauer. Ist doch klar, wenn du in der 93. Minute den Ausgleich bekommst, bist du enttäuscht", sagte der Manager von Schalke 04, dann erlaubte er sich einen Scherz: "Ich bin nur auf Divock Origi sauer. Der hätte den Ball nicht reinschießen müssen."

Wenige Augenblicke zuvor hatte Origi Schalke mit dem 1:1 in der Nachspielzeit den sicher geglaubten Sieg über den VfL Wolfsburg noch aus den Händen gerissen.

Die Königsblauen verpassten dadurch nach Patzern der Konkurrenz die große Chance auf den Sprung in die Spitzengruppe der Bundesliga - doch der Frust hielt sich in Grenzen.

"Wir sind momentan nicht in einer Phase, wo wir auf dem Handy gucken, auf welchem Tabellenplatz wir sind", sagte Heidel. Mit einem Sieg hätte sich seine Mannschaft bis auf einen Zähler an den Ruhrpott-Rivalen Borussia Dortmund (20) und den Champions-League-Rang vier geschoben.

Schalke offensichtlich noch kein Top-Team

Mit 17 Punkten liegen die fünftplatzierten Schalker nach dem 10. Spieltag dennoch auf Europapokal-Kurs. Doch in Gelsenkirchen reift die Erkenntnis, dass der Angriff auf die Ligaspitze noch zu früh kommt.

"Es ist ja nicht so, dass wir hier glauben, dass wir schon alles komplett im Griff haben. Wir haben immer noch einige Dinge, die wir verbessern müssen. Wir gehen Schritt für Schritt", erklärte Heidel.

In einer äußerst dominanten ersten Halbzeit hatte Schalke die Wolfsburger kaum ins Spiel kommen lassen und war verdient durch einen Foulelfmeter von Nabil Bentaleb in Führung gegangen (43.). Nach der Pause zeigte Schalke aber, was noch zu einer Spitzenmannschaft fehlt, und ließ schwache Wolfsburger wieder ins Spiel kommen.

"Es waren alle am Limit, sie haben alles rausgepustet", sagte Schalkes Trainer Domenico Tedesco über die Leistung seines Teams, gab jedoch zu: "Wir müssen schon Abstriche machen in Abhängigkeit vom Gegner."

Erneut viel Kritik am Videobeweis

Zuvor hatte auch wieder einmal der Videobeweis im Mittelpunkt gestanden. Nicht nur vor Schalkes Führungstreffer hatte Schiedsrichter Markus Schmidt nach Rücksprache mit Videoassistent Marco Fritz auf Strafstoß entschieden.

Auch auf der Gegenseite zeigte Schmidt nach Ansicht der Fernsehbilder auf den Punkt, Nationalstürmer Mario Gomez verschoss aber bei seinem Startelfcomeback nach sechswöchiger Verletzungspause (60.).

"Es ist ein bisschen wie Geschenke auspacken, wenn es Videobeweis gibt und wir Elfmeter kriegen", sagte Tedesco, Manager Heidel fügte hinzu: "Es wird immer gesagt: 'Uns fehlen die Diskussionen am Sonntagmorgen am Stammtisch.' Ich glaube, wir haben noch nie so viel diskutiert, seit es den Videoschiedsrichter gibt."

Auch der Wolfsburger Coach Martin Schmidt übte Kritik: "Ich fand es gerecht, ich bin ein Befürworter davon. Aber es muss viel schneller gehen."

Dieser war ansonsten aber hochzufrieden und gefühlter Sieger: Wie ein Duracell-Häschen und mit breitem Grinsen hüpfte Schmidt durch die Arena. "Ich bin es mittlerweile gewohnt, Unentschieden zu kommentieren", witzelte der Schweizer nach dem sechsten Remis in seinem sechsten Bundesligaspiel auf der VfL-Bank, was Bundesliga-Rekord bedeutete: "Wir haben sechsmal nicht verloren, haben uns dagegengestemmt. Ich bin sicher: In den nächsten Spielen werden wir den Bock umstoßen."

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