Der erste große Titel der WM ist vergeben, Mercedes bejubelt den vierten Konstrukteurstitel in Folge. Derweil hadert Ex-Champion Fernando Alonso mit dem achten Ausfall der laufenden Saison. Die Gewinner und Verlierer des Wochenendes:
Die Gewinner des Wochenendes:
Mercedes. Dieses Team setzt einfach die Maßstäbe in der Formel 1! Das ist seit 2014 so, und das wird sich in diesem Jahr auch nicht mehr ändern. Zum vierten Mal nacheinander sicherte sich die Mercedes-Mannschaft vorzeitig den Weltmeister-Titel als bester Konstrukteur. Das Gesamtpaket bei den Silberpfeilen ist dabei ebenso beeindruckend wie die Konstanz. WM-Leader Lewis Hamilton fuhr in jedem der 17 Rennen ins Ziel, gewann dabei fünf der letzten sechs Grands Prix.
Der Rennstall aus Deutschland prägt dabei eine ganze Ära. Seit der Einführung der Turbomotoren vor vier Jahren war noch nie ein Konstrukteur über eine Saison gesehen schneller als Mercedes. Einfach beeindruckend! Mercedes-Sportchef Toto Wolff verriet das interne Erfolgsmotto: "Wenn wir schwierige Zeiten durchmachen, wird das die Konkurrenz noch bedauern. Denn die schmerzhaften Erfahrungen, die du machst, machen dich noch viel stärker". Die Frage aller Fragen ab 2018 wird sein, ob diese Dominanz auch ein fünftes Jahr bestehen kann.
Max Verstappen. Es war das vielleicht kurioseste Bild des Wochenendes: Max Verstappen wartet mit Lewis Hamilton und Sebastian Vettel im Nebenzimmer auf den Beginn der Siegerehrung für die besten drei Fahrer. Erst Sekunden vor der beginnenden Zeremonie wird ihm mitgeteilt, dass er mit einer nachträglichen Fünf-Sekunden-Strafe belegt wurde, die ihm den dritten Platz kostete. Er musste weichen, der zwei Kurven vor Schluss spektakulär überholte Kimi Räikkönen holte sich so seinen Podestplatz zurück.
Ob nun Dritter oder Vierter. Der Red-Bull-Youngster zeigte in Austin eine herausragende Leistung. Von Platz 16 gestartet, holte er innerhalb des ersten Renndrittels viele Positionen auf und wurde durch die richtige Stopp-Strategie immer weiter nach vorne gespült. In der heißen Phase des Rennens fuhr er dieselben Zeiten wie die Spitze um Lewis Hamilton und Sebastian Vettel. Ohne die Rückversetzung nach dem Qualifying hätte der Niederländer um den Sieg mitfahren können - ganz sicher.
Carlos Sainz. Sein erster Auftritt im Renault wurde gleich mal ein sehr guter. Als Siebter fuhr er ein an den Ansprüchen des französischen Rennstalls gemessen hervorragendes Resultat nach Hause. Im ersten Rennen schon sechs Zähler fürs Team gesammelt - sein Vorgänger Jolyon Palmer brauchte für ein ähnliches Resultat in dieser Saison 14 Versuche.
Der Spanier fuhr im ersten Rennen nach seinem Wechsel von Toro Rosso einen überaus soliden Grand Prix ohne große Aufreger. Die Erkenntnis, dass er mit beiden Force-India-Piloten Ocon und Pérez mithielt, wurde von der Teamleitung nur allzu gerne zur Kenntnis genommen. Ebenso, dass sich Renault dank der Sainz-Punkte in der Konstrukteurs-Wertung wieder vor das Haas-Team geschoben hat und wieder in Reichweite von Toro Rosso ist.
Die Verlierer des Wochenendes:
Valtteri Bottas. Die Ergebniskrise des Finnen hält an. Zum dritten Mal in Folge fuhr der 28-Jährige nicht aufs Podest. Und das im bekanntlich schnellsten Auto im Fahrerfeld. Bottas lieferte sich gleich mehrere heiße Duelle. Mit Ricciardo direkt zu Beginn, mit Vettel nach dessen zweiten Boxenstopp und in den Schlussrunden mit Räikkönen und Verstappen.
Nicht zuletzt aufgrund stark nachlassender Reifen musste sich der zwischenzeitlich Zweitplatzierte noch dreimal überholen lassen und lief nach 56 Runden nur als Fünfter ins Ziel ein. Toto Wolff über seinen Schützling: "Der Spagat zwischen Vollgas und dem Haushalten mit den Reifen ist sein Problem. Es sah alles gut aus und dann ist er eine Klippe heruntergestürzt." Immerhin reichte auf Platz 5 zur vorzeitigen Meisterschaft in der Teamwertung.
Kevin Magnussen. Und wieder einmal wird eine Kollision mit dem Namen Kevin Magnussen in Verbindung gebracht. Diesmal drängte der Däne den deutschen Youngster in der ersten Runde kompromisslos ab. Magnussen fuhr Wehrlein so unglücklich in die Seite, dass dieser sich seinen Sauber-Boliden stark am Unterboden beschädigte und wenig später aufgab.
Besonders bitter für den zuletzt leidgeprüften Wehrlein, der zu verstehen gab: "Wir waren gestern so stark wie lange nicht mehr. Es gibt aber Fahrer, die denken, in der ersten Runde entscheidet sich das ganze Rennen. Es blieb der einzige Unfall des Rennsonntags, der einen Ausfall zur Folge hatte. Doppelt bitter für Wehrlein. Rambo Magnussen wurde im Übrigen 16. und damit Letzter.
Fernando Alonso. Der stolze Spanier hat keinen Bock mehr! Kein Bock mehr auf die Saison, kein Bock mehr auf die Honda-Motoren. Das wurde besonders deutlich, als er zum wiederholten Male in diesem Jahr an die Box fahren musste, um seinen McLaren wegen eines Schadens am Motor abzustellen. "Es ist eine Schande", haderte der zweimalige Weltmeister nach seinem achten (!) Ausfall der Saison.
Schon im Rennen klagte er: "Ich kann es nicht glauben! Es wären heute sechs Punkte drin gewesen!" Stattdessen waren es wieder einmal null! Drei Rennen muss er noch durchhalten, dann ist das Thema Honda beim McLaren-Rennstall endlich Geschichte.
Mats-Yannick Roth


