Bei 59 Punkten Rückstand auf den WM-Führenden Lewis Hamilton sind die Chancen auf den fünften Weltmeister-Titel für Sebastian Vettel nur noch theoretischer Natur. Aufgegeben hat der Heppenheimer trotzdem noch nicht.
"Unsere Chancen sind kleiner als noch vor ein paar Rennen, aber es gibt sie noch", flüchtete sich der Deutsche vor dem Großen Preis der USA in Zweckoptimismus. In den letzten Rennen sei es nicht wie gewünscht gelaufen, "das heißt aber nicht, dass wir es in den nächsten Rennen nicht besser machen können", sagte Vettel im Interview mit "formula1.com"
Unter dem Strich ist die Scuderia für Vettel die Mannschaft, die sich "am meisten gesteigert hat", ist der Heppenheimer überzeugt. "Jeder hat vor der Saison gedacht, dass Red Bull stark sein würde. Aber sie waren es nicht - zumindest am Anfang der Saison. Jedem war klar, dass Mercedes stark sein würde, aber keiner hat erwartet, dass wir so stark sein würden", lobte der Deutsche sein Team rückblickend.
"Kein Geheimnis, dass mir die letzten Rennen nicht geholfen haben"
Dass längst nicht alles nach Wunsch gelaufen ist, muss allerdings auch der vierfache Weltmeister zugeben. "Es gibt Gründe für das, was passiert ist. Einer ist, dass wir als Team manche Dinge hätten besser machen müssen. Die Formel 1 lebt vom Ausreizen der Limits - und manchmal reizt man es zu sehr aus und macht Fehler, die später Konsequenzen haben", deutete Vettel an, dass sich die Scuderia zum Teil selbst in diese schier aussichtslose gebracht hat.
Obwohl sich Vettel einerseits kämpferisch gibt, weiß der 30-Jährige auch, wie weit er derzeit von einem weiteren WM-Titel entfernt ist. "Ich bin ein Mensch der Zahlen, aber in diesem Fall schiebe ich die Zahlen beiseite und werde einfach alles versuchen, was möglich ist. Ob das am Ende reicht, werden wir sehen. Es ist kein Geheimnis, dass mir die letzten Rennen nicht geholfen haben", erklärte der enttäuschte Ferrari-Pilot.
Personelle Konsequenzen scheinen bei der Scuderia nach der nächsten gescheiterten Titel-Mission unumgänglich. Vettel warnt jedoch davor, jetzt schon in Panik zu verfallen. "Wir haben viel zu tun und gar keine Zeit, Panik aufkommen zu lassen. Maurizio macht einen guten Job und hält alle Teammitglieder in der Spur. Wir schauen nach vorne, nicht nach hinten", so der Deutsche.


