Die zwölfte Etappe der Vuelta stand unter keinem guten Stern: Nach der Brandattacke auf einen Teambus in der Nacht auf Donnerstag kam es während des Rennens zu zwei weiteren Skandalen. Ein Fan warf einen Fahrer vom Rad, ein Polizist stieß einen Fan vor ein fahrendes Motorrad.
Videoaufnahmen zeigen den Russen Maxim Belkov, wie er abgeschlagen den letzten Berg der Etappe hinauf fährt. Plötzlich rennt von der Seite ein Zuschauer heran und stößt den Fahrer vom deutsch-russischen Team Katusha-Alpecin vom Rad. Belkov stößt gegen die Absperrung und fällt in den Straßengraben. Sofort stürmen Streckenposten auf den Täter zu und halten ihn fest. Fans am Straßenrand kümmern sich um Belkov, der nach wenigen Sekunden wieder auf dem Rad sitzt. Informationen zum Täter und seinen Beweggründen sind nicht bekannt.
"Das war wie beim Rugby! Da kam ein Kerl im roten T-Shirt und schubste mich einfach um. Der kam mit Vollgas auf mich zu", regte sich Belkov nach der Etappe auf. "Das ist empörend und alles andere als sportlich den Fahrern gegenüber." Team-Direktor Dimitri Konyshev zeigte sich gegenüber der "Bild" fassungslos. "Ich hätte nie gedacht, dass so etwas passieren kann", erklärte der 51-Jährige. "Die Leute stehen den ganzen Tag in der Sonne, warten auf die Fahrer und trinken viel Alkohol. Da ist die Stimmung schon manchmal angespannt und aggressiv. Maxim hat sehr besonnen reagiert und ist in Ruhe sein Rennen zu Ende gefahren."
Doch damit nicht genug. Nach der Vuelta-Etappe kursierte noch ein zweites Video im Netz. Es zeigt einen Fan, der am Berg neben einem Fahrer herläuft. Wie aus dem Nichts tritt ein Polizist herbei und stößt den Mann um. Der fällt auf die Straße und kollidiert mit einem fahrenden Motorrad, das Ersatzräder transportiert. Wie es dem Mann geht und ober sich verletzt hat, ist nicht bekannt.
Bereits in der Nacht auf Donnerstag war es zu einem Skandal bei der Vuelta gekommen. Bei einer Brandattacke auf den Mannschaftsbus des ProContinental-Teams Aqua Blue Sport wurde dieser komplett zerstört. Personen waren nicht zu Schaden gekommen. Die spanische Polizei hatte einen Verdächtigen verhaftet.
"Wo sind wir denn da gelandet? Brennende Teambusse und Zuschauer, die Fahrer angreifen!? Da macht man sich schon so seine Gedanken…", schrieb der deutsche Fahrer Nico Denz vom französischen Team Ag2r auf "radsportnews.com".



