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Damals: Monza bejubelt den ersten Weltmeister

Guiseppe Farina feierte den ersten WM-Titel in der Formel 1
Guiseppe Farina feierte den ersten WM-Titel in der Formel 1
Foto: © getty, Keystone
03. September 2017, 08:58
sport.de
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Als Giuseppe "Nino" Farina am 03. September 1950 über die Ziellinie des "Autodromo Nazionale di Monza" fuhr, war ihm ein Platz in den Annalen des Motorsports sicher. Der Italiener, der für seinen halsbrecherischen Fahrstil bekannt war, gewann vor 67 Jahren die erste Saison der Formel 1.

Vor dem letzten Rennen der Saison in Italien hatte noch der Argentinier Juan-Manuel Fangio die besten Aussichten auf den Titel: Der 39-Jährige hatte seinen Alfa Romeo bereits in drei der sechs absolvierten Rennen als erster über die Ziellinie gejagt und war damit Führender in der Gesamtwertung. Doch seine engsten Verfolger, die eigenen Teamkollegen, lauerten in der Tabelle dicht hinter ihm.

Der Stall der Mailänder war mit seinen 158er Modellen der Konkurrenz während der Automobil-Weltmeisterschaft stets davon gefahren. Neben den Siegen des späteren fünffachen Weltmeisters Fangio, konnten auch die Mannschaftskameraden Farina und Fagioli Erfolge bejubeln. Lediglich beim Grand Prix von Indianapolis, an dem fast ausschließlich US-Amerikaner teilgenommen hatten, siegte kein Alfa Romeo. Zu Beginn des finalen Rennens in Italien hatten deshalb noch alle drei großen "Fs" - Fangio, Fagioli und Farina - Chancen auf den Titel.

Ascari übernimmt Auto vom Team-Kollegen

Bei Ferrari hingegen hatte man wegen anfänglicher Schwierigkeiten auf das Modell 375 umgesattelt und konnte damit einige Rennen außerhalb der F1 gewinnen. Auch in der Qualifikation für den Grand Prix zeigte die Scuderia, dass sie den "Alfetta" noch einmal gefährlich werden wollte. So konnte der Ferrari-Pilot Alberto Ascari seinen Flitzer vor Rennbeginn auf dem zweiten Startblock parken.

Beim Start offenbarten sich dann jedoch die stärkeren Motoren der Mailänder: Von Platz drei aus konnte Nino Farina mit seinem Boliden die Führung übernehmen. Schnell setzte sich eine Führungsgruppe aus sieben Teilnehmern vom Rest ab. An der Spitze kämpften Farina und sein Kontrahent in Rot um Position eins.

Während des Rennens mussten indes einige Fahrer ihre Karossen aufgeben, da die Motoren den Belastungen allzu oft nicht standhielten. So auch Ascari, der nach dem Ausfall seines Fahrzeugs kurzerhand das Auto seines Mannschaftskollegen übernahm.

Der Gentleman von Turin

Durch die dabei verlorene Zeit war der Weg für Giuseppe Farina frei, der mit seinem eigens entwickelten Fahrstil als schnellster Pilot die Ziellinie überquerte. Mit ausgestreckten Armen fuhr er zum ersten Formel 1 Titel der Geschichte. "Wegen seines verrückten Fahrstils war nur die heilige Jungfrau im Stande ihn auf der Strecke zu halten", erinnerte sich später sein Teamkollege Fangio.

Abseits der Rennstrecke jedoch präsentierte sich der Neffe von Karosseriedesigner Battista "Pinin" Farina stets als echter Gentleman. Beispielhaft ist seine Geste, als er zwei Jahre später dem schwer verunglückten Mannschaftskameraden seinen Siegeskranz an das Krankenbett brachte.

Insgesamt konnte Farina in seiner Karriere 19 Podestplätze erkämpfen. Sein Weltmeister-Titel von 1950 sollte allerdings sein letzter werden. Tragisch auch das jähe Ende des Italieners: Während sein Fahrstil auf der Rennstrecke noch Punkte sicherte, kostete er dem ersten Weltmeister der Geschichte am Ende doch sein Leben. Im Alter von 59 Jahren kollidierte er auf dem Weg zu einem Rennen in Frankreich mit einem Telegrafenmast.

Christian Meerschiff

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1ArgentinienFranco ColapintoAlpine F1 Team0
2FrankreichPierre GaslyAlpine F1 Team0
3SpanienFernando AlonsoAston Martin F1 Team0
4KanadaLance StrollAston Martin F1 Team0
5FinnlandValtteri BottasCadillac F1 Team0

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