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Sa, 13.09. - So, 21.09.

Paukenschlag! Vetter mit Traumwurf ins Finale

Vetter erreicht das WM-Finale mit einem Paukenschlag
Vetter erreicht das WM-Finale mit einem Paukenschlag
Foto: © AFP/SID/FRANCK FIFE
10. August 2017, 22:06

Johannes Vetter hat den Angriff der deutschen Speer-Gang auf WM-Gold mit einem Monsterwurf eröffnet. Mit seinem ersten Versuch in der Qualifikation kam der deutsche Rekordhalter in London auf gewaltige 91,20 m.

Weiter haben in der Geschichte der Weltmeisterschaften überhaupt nur drei Athleten geworfen. Olympiasieger Thomas Röhler zog glanzlos ins Finale ein, das auch Andreas Hofmann erreichte.

"Es hat sich im Einwerfen angekündigt. Ich hätte es aber selber nicht gedacht, dass es heute im ersten Wurf gleich so weit geht", sagte der 24 Jahre alte Vetter, der am Samstag nun der große Favorit ist, im "ZDF": "Ich kann nicht mit 80 Prozent werfen, daher dachte ich mir: alles drauf."

Auch Röhler hielt sich in der Qualifikation schadlos, benötigte aber zwei Versuche, um mit 83,87 m über der geforderten Weite (83,00) zu bleiben. Hofmann, hinter Vetter und Röhler in diesem Jahr Nummer drei der Welt, kam im zweiten Durchgang auf 85,62 m und darf damit auch auf eine Medaille hoffen.

"Der Plan waren 83 Meter"

"Der Plan war eigentlich nur, dass er die 83 Meter wirft", sagte Bundestrainer Boris Obergföll: "Die 91,20 waren nicht geplant und interessieren am Samstag gar niemanden mehr. Da müssen wir schauen, dass wir noch einmal so in die Gänge kommen wie heute."

Vetter, der Anfang Juli Röhler den deutschen Rekord abgejagt und um 54 Zentimeter auf 94,44 m gesteigert hatte, stellte einen Rekord für WM-Qualifikationen auf. Der tschechische Weltrekordler Jan Železný hatte 2001 in der Vorausscheidung von Edmonton 90,76 m erzielt.

Železný wurde damals auch Weltmeister, der Meisterschaftsrekord steht seither bei 92,80 m. Hinter dem großen Tschechen sowie 2015er-Weltmeister Julius Yego (Kenia/92,72) und dem 2001 hinter Zelezny zweitplatzierten Finnen Aki Parviainen (91,31) sortierte sich Vetter auf Platz vier des WM-Rankings ein - und das könnte noch nicht sein letztes Wort in London gewesen sein.

Der Traum vom Sweep lebt

Damit lebt der deutsche Traum vom "Sweep". "Wir hätten nichts dagegen, drei Medaillen zu holen", hatte Olympiasieger Röhler gesagt. Gold, Silber und Bronze im Speerwurf abzuräumen, ist bei einer WM noch keinem Land gelungen. Das deutsche Trio könnte damit auch die bislang recht maue Medaillen-Bilanz der DLV-Auswahl in London (einmal Silber durch Siebenkämpferin Carolin Schäfer) aufpolieren.

Hinter dem überragenden Vetter überzeugten auch Keshorn Walcott (Trinidad und Tobago), der 2012 an gleicher Stelle sensationell Olympia-Gold geholt hatte, und der finnische Routinier Tero Pitkämäki, der vor zehn Jahren in Osaka Weltmeister geworden war, mit 85,97 m. Titelverteidiger Julius Yego aus Kenia (83,57) zog ebenfalls mit nur einem Wurf ins Finale ein.

Olympiasieger Röhler hatte im Mai in Doha den deutschen Uralt-Rekord von Raymond Hecht (92,60) auf 93,90 m gesteigert, Vetter schlug im Juli zurück: Erst wurde er in Erfurt deutscher Meister vor Röhler, zwei Tage später dann mit seinem Rekord-Wurf von Luzern zur Nummer zwei der "ewigen" Bestenliste. Nur Železný, dessen Weltrekord bei 98,48 steht, hat jemals weiter geworfen.

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