Ein heftiges Unwetter mit Regengüssen, heftigen Windböen sowie Blitz und Donner hat die Golfprofis bei der European Open in Winsen/Luhe für fast vier Stunden gestoppt. Um exakt 12:59 Uhr unterbrach die Turnierleitung wegen Tief "Bernhard" den Wettkampf und schickte die Spieler ins Klubhaus, erst um 16:45 Uhr wurde das Turnier fortgesetzt.
Den 8.700 Zuschauern empfahl man, Schutz vor den Unbillen der rauen Witterung in den Zelten der Gastronomen und Händler auf der Anlage Green Eagle zu suchen. Wenig später wurde den Besuchern sogar angeraten, unter festen Überdachungen zu warten.
Schon in den vergangenen Tagen war auf einem der längsten Plätze Europas mit fast 7000 Metern Länge sehr viel Regen heruntergekommen. Das bei PGA-Turnieren übliche Pro-Am am Mittwoch war auf nur vier Löcher verkürzt worden, um die Anlage zu schonen.
Chesters vor Rahman und Smith
Zum Zeitpunkt des Abbruchs am Freitag hatten lediglich 39 der 154 Profis die zweite Runde absolviert. Zahlreiche Spieler, unter ihnen der nach dem ersten Tag führende Engländer Richard McEvoy, waren noch gar nicht auf dem Platz gewesen.
Und so muss der zweite Durchgang am frühen Samstagvormittag fortgesetzt werden. Im Zwischenklassement setzte sich der Engländer Ashley Chesters mit 135 Schlägen vor Siddikur Rahman aus Bangladesh (136) sowie seinem Landsmann Jordan Smith (137) an die Spitze des Teilnehmerfeldes.
Unübersehbar gehandicapt von den schwierigen Verhältnissen beendete kurz vor dem ersten Sturzregen Marcel Siem seine zweite Runde. Seinen 69 Schlägen vom Donnerstag, die ihm einen geteilten 16. Platz eingebracht hatten, ließ der Ratinger eine 71 folgen und war damit nur bedingt zufrieden.
Turnier mit zwei Millionen Euro dotiert
"Es war schwierig für uns Spieler, in kurzer Zeit kam extrem viel Wasser auf den Platz. Dazu hat eine heftige Böe einen Schlag von mir förmlich ausbrechen lassen und mir einen Bogey eingebracht", berichtete der 37-Jährige von seinem Kampf gegen die Naturgewalten.
Dabei konnte sich der Rheinländer nicht einmal adäquat vor der Feuchtigkeit von oben schützen. Siem: "Um meine Frau beim Schleppen zu entlasten, hatte ich keine Regenklamotten dabei." Gattin Laura vertritt derzeit Siems aktuellen Caddie, der krankheitsbedingt für das mit 2,0 Millionen Euro dotierte Turnier nicht zur Verfügung steht.
Von den insgesamt zehn deutschen Teilnehmern konnten zumindest fünf weitere Spieler den zweiten von vier Durchgängen abschließen. Wie Siem dürfen auch Alexander Knappe aus Paderborn und der Bremer Hinrich Arkenau mit jeweils 143 Schlägen darauf hoffen, den Cut zu überstehen.

