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Froome klagt nach Debakel: "Nicht mehr möglich"

Chris Froome musste auf der zwölften Etappe mächtig kämpfen
Chris Froome musste auf der zwölften Etappe mächtig kämpfen
Foto: © getty, Chris Graythen
13. Juli 2017, 19:27

Als Christopher Froome das Gelbe Trikot und den Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren hatte, rollte der niedergeschlagene Titelverteidiger mit gesenktem Kopf über die Ziellinie. Die schwerste Pleite seit Jahren hatte den dreimaligen Gesamtsieger der Tour de France mehr als nur das "Maillot jaune" gekostet.

Die zwölfte Etappe zur Pyrenäen-Bergankunft in Peyragudes belegte, was sich bereits im bisherigen Tour-Verlauf angedeutet hatte: Die erdrückende Dominanz der vergangenen Jahre ist dahin, Froome ist angreifbar - und das Rennen um den Gesamtsieg mindestens ein Dreikampf.

Die 104. Frankreich-Rundfahrt verspricht dadurch die spannendste seit Jahren zu werden. "Für mich war einfach nicht mehr möglich. Ich habe das Maximum herausgeholt", sagte Froome, der im knallharten Finale Etappenrang sieben belegte. Gelb, das der Italiener Fabio Aru übernahm, hatte er da bereits mit dem weiß-blauen Jersey seiner Sky-Mannschaft getauscht. Froome wirkte mitgenommen, die Niederlage trug er dennoch mit Fassung.

Er gratulierte Tagessieger Romain Bardet (AG2R), der die französischen Hoffnungen auf den ersten Tour-Sieg seit Bernard Hinault 1985 beflügelte. Und auch Aru, den kleinen Astana-Kapitän, der Froome schon am Fuße der Alpen während eines Defekts attackiert hatte, bedachte der Brite mit warmen Worten: "Es ist ein schöner Erfolg für ihn."

Aru freut sich über die "schönste Sache im Leben"

Der wankende Champion hatte einen Tiefschlag erlitten, besiegt ist er deshalb aber noch lange nicht. "Es ist noch ein weiter Weg bis Paris", sagte Froome, der erstmals Gelb an einen direkten Konkurrenten abgeben musste. Angesichts von nur sechs Sekunden Rückstand auf Aru könnte schon am Freitag auf der zweiten Pyrenäen-Etappe nach Foix der Konter folgen.

Die Herausforderer genossen ungeachtet dessen im malerischen Bergpanorama den Moment. Bardet, im Klassement Dritter (+0:25), wurde von seinen Landsleuten geherzt. Der neue Spitzenreiter Aru strahlte, als er auf dem Podium ins neue Gewand schlüpfte. "Das Gelbe Trikot ist die schönste Sache, die einem im Leben passieren kann", sagte Aru mit reichlich Pathos.

Aru und Bardet hatten auf der steilen Schlussrampe der 214,5 km langen Etappe den Angriff auf Froome initiiert. Während nach dem Duo auch weitere Fahrer wie der Kolumbianer Rigoberto Uran (+0:55) den Champion überholten, quälte sich dieser schwerfällig dem Ziel entgegen.

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