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Tour-Aus für Cavendish - Sagan-Protest abgewiesen

Bruch des Schulterblattes: Cavendish muss den Traum vom Tour-Sieg begraben
Bruch des Schulterblattes: Cavendish muss den Traum vom Tour-Sieg begraben
Foto: © POOL/POOL/AFP/STEPHANE MANTEY
05. Juli 2017, 11:16

Für Mark Cavendish vom Team Dimension Data ist die Tour de France vorzeitig beendet. Das bestätigte sein Rennstall via Twitter.

Der 32-Jährige hat im Zielsprint der vierten Etappe in Vittel bei einem schweren Sturz einen Bruch des Schulterblattes erlitten. Der Brite wird zur fünften Etappe am Mittwoch nicht mehr antreten. Eine Operation bleibt ihm aber vorerst erspart. Cavendish war zuvor dick bandagiert ins Krankenhaus gebracht worden.

"Ich bin natürlich unheimlich enttäuscht", wird Cavendish zitiert. "Ich sah mich in einer guten Position zu gewinnen, diese zu verlieren und sogar die Tour verlassen zu müssen, ein Rennen, um das ich meine ganze Karriere gebaut habe, ist wirklich traurig." Den Rest des Wettbewerbs werde er nun gezwungenermaßen vor dem Fernseher verfolgen.

Peter Sagan vom Team Bora-hansgrohe hatte Cavendish am Dienstag mit dem Ellbogen in die Absperrgitter gedrängt. Die Rennjury schloss den Slowaken anschließend von der Frankreich-Rundfahrt aus.

Protest abgewiesen

Gegen das Urteil hatte der deutsche Rennstall bei der Rennleitung offiziell Protest eingelegt - ohne Erfolg. Der Einspruch wurde am Mittwochvormittag vor dem Start der fünften Etappe abgelehnt.

Sagan hatte zuvor versichert, den schweren Sturz von Cavendish "weder verursacht noch in irgendeiner Weise beabsichtigt zu haben".

"Im Sprint habe ich Mark nicht gesehen. Er kam von rechts und ich wollte an das Hinterrad von Kristoff. Mark kam sehr schnell von hinten und hat mich berührt. Ich hatte keine Zeit zu reagieren und er kam zu Sturz", wurde Sagan in einer Pressemitteilung zitiert. Die Bora-Mannschaft war mit der Disqualifikation "nicht einverstanden" und forderte die Wiederaufnahme in die Ergebnisliste.

Die Jury hatte den Übeltäter zunächst mit einer Zeitstrafe von 30 Sekunden in der Gesamtwertung belegt, später aber dann ihr Urteil drastisch verschärft. Zuvor hatte auch Cavendishs Sportdirektor Rolf Aldag den Ausschluss gefordert.

Greipel ändert seine Meinung

Unterstützung erhält Sagan - durchaus überraschend - von André Greipel (Lotto-Soudal), der seine Meinung nach seiner scharfen Kritik offenbar geändert hat. "Manchmal sollte ich mir die Bilder ansehen, bevor ich rede. Entschuldigung an Peter Sagan - die Strafe ist zu hart", twitterte der 34-Jährige am Dienstagabend.

Zuvor hatte er sich im Zielsprint unfair attackiert gefühlt. "Hör auf! Du hast mich zum zweiten Mal beinahe umgebracht!", hatte Greipel zu Sagan gesagt. Der Slowake meine, sich "alles erlauben zu können".

Degenkolb fährt weiter

Entwarnung geben konnte unterdessen John Degenkolb. Der in den Sturz verwickelte Deutsche setzt die Tour de France fort. "Er fährt weiter - trotz Schmerzen. Er hat bei dem Crash keine Brüche erlitten und hatte eine verhältnismäßig ruhige Nacht", erklärte die Trek-Segafredo-Teamsprecherin Elke Weylandt vor dem Start der fünften Etappe.

Degenkolb, einer der wichtigen Helfer des zweifachen Toursiegers Alberto Contador, wurde an der lädierten Schulter bandagiert. Der Klassiker-Jäger hofft weiter auf seinen ersten Tour-Etappensieg.

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