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Kittel fliegt zum Etappensieg - Froome stürzt

Marcel Kittel hat die 2. Etappe der Tour de France 2017 gewonnen
Marcel Kittel hat die 2. Etappe der Tour de France 2017 gewonnen
Foto: © imago sportfotodienst
02. Juli 2017, 17:23
sport.de
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Marcel Kittel hat der großen deutschen Radsport-Party ein rauschendes Finale beschert und den ersten Tour-Auftakt in Deutschland seit drei Jahrzehnten mit dem Etappensieg gekrönt. 24 Stunden nach der schmerzhaften Pleite von Hoffnungsträger Tony Martin im verregneten Düsseldorfer Zeitfahren triumphierte Sprintstar Kittel am Sonntag in Lüttich - mehr als eine Million Fans hatten das Peloton zuvor auf dem Weg zur belgischen Grenze gefeiert.

In einem packenden Finish an der Maas hatte der 29 Jahre alte Quick-Step-Profi Kittel die besten Beine und verwies mit einem mächtigen Sprint den Franzosen Arnaud Demaré (FDJeux) auf Platz zwei. Knapp dahinter wurde der Rostocker André Greipel (Lotto-Soudal) Dritter. Für Kittel, der unter Tränen seine ganze Freude herausbrüllte, war es der zehnte Tour-Etappensieg seiner Karriere.

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll", suchte der überglückliche Sieger anschließend nach Worten. "Es war ein unglaublicher Auftakt mit den Fans in Deutschland", schwärmte der Sprinter von der Atmosphäre. "Ich kann nicht sagen, dass ich heute frei von Druck oder Erwartungen war - ich wollte diesen Sieg unbedingt." André Greipel zeigte sich nach dem Rennen als fairer Verlierer und gratulierte: "Der Schnellste hat heute einfach gewonnen."

Beste Partystimmung am Streckenrand

Das Gelbe Trikot trägt nach dem Auftakt-Wochenende der Waliser Geraint Thomas. Der Edelhelfer von Titelverteidiger Chris Froome im Team Sky hatte am Samstag triumphiert, der deutsche Hoffnungsträger Martin (Sky) war dabei nicht über den vierten Platz hinausgekommen.

Auf den 144 km von Düsseldorf bis zur Grenze bei Aachen standen die deutschen Radfans meist dichtgedrängt, in den größeren Städten wie Neuss und Mönchengladbach herrschte trotz des neuerlichen Regenwetters beste Partystimmung - die Fahrer genossen die Atmosphäre sichtlich.

Zeit dazu hatten sie schließlich auch, rein sportlich war die zweite Etappe lange eine recht unspektakuläre Angelegenheit. Die obligatorische Ausreißergruppe mit US-Profi Taylor Phinney als prominentestem Fahrer hatte sich früh abgesetzt, das Feld mit Sky und den Sprinterteams fror den Rückstand aber bei gut kontrollierbaren zweieinhalb Minuten ein. Die letzten Ausreißer wurden allerdings erst an der 1000-Meter-Marke geschnappt - eine Punktlandung.

Froome in Massensturz verwickelt

Rund 30 Kilometer vor dem Ziel waren zwei Dutzend Fahrer in einen Massensturz auf rutschiger Straße verwickelt. Auch Froome und der französische Herausforderer Romain Bardet gingen zu Boden, konnten aber das Rennen mit einigen Schrammen fortsetzen. Froome musste mit einigem Aufwand die Lücke zum Feld schließen.

Martin rollte am Tag nach dem vergeblichen Angriff auf Gelb, den er über Wochen generalstabsmäßig geplant hatte, weitestgehend im Feld mit. Die erste Enttäuschung über das verpasste große Ziel hatte der Weltmeister verdaut. "Ich komme mit der Situation klar, der Kopf ist nicht unten", sagte Martin, der den 14 km langen am Samstag nur als Vierter beendet hatte.

 

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