Er war angetreten, um das Gelbe Trikot zur erobern. Am Ende musste sich Tony Martin zum Auftakt der Tour de France 2017 mit dem vierten Platz begnügen. Ein Umstand, der den Cottbusser sehr ärgerte.
Tony Martin, Sie haben von Gelb geträumt, es wurde nur Rang vier. Wie geht es Ihnen jetzt?
Tony Martin: "Die Enttäuschung ist unendlich groß. Ich hatte die klare Zielstellung zu gewinnen. Es ist sehr schade für mich, es war eine einmalige Chance, in Deutschland in Gelb zu fahren. Die Chance ist vorbei. Aber es war trotzdem ein wunderschönes Rennen. Ich habe überhaupt keine Anweisungen verstanden, weil die Leute mich so gepusht, so angefeuert haben. Ich hatte null Informationen, aber die Zuschauer haben das wettgemacht."
Bei der Zwischenzeit lagen Sie noch knapp vorne, haben dann aber Zeit verloren. Was war dann anders?
"Ich habe auf dem letzten Kilometer etwas liegenlassen, der Akku ist mir hintenraus ausgegangen. Durch den Regen war es ein unrhytmisches Rennen, anders als erhofft. Mit dem Wetter hatte dauerhaft niemand gerechnet. Das kam mir natürlich nicht entgegen. Es war für alle das Gleiche, aber das Unrhythmische, das Beschleunigen aus den Kurven hat mir den Zahn gezogen."
Es war sehr gefährlich, es gab sogar Ausfälle. Haben diese rutschige Straßen auch den Ausschlag gegeben?
"Es hat schon arg eingeschüchtert, man hat immer wieder Stürze gesehen, einige hat es auch schlimm gelegt. Da ist man nicht grad motiviert, noch mehr Risiko zu gehen, ein halbes km/h zu schnell und das Rennen ist zu Ende. Ein halbes km/h zu langsam und du hast keine Chance. Ich denke aber, ich habe eine akzeptablen Mittelweg gefunden."
Wer baut Sie jetzt auf?
"Ich habe so viele liebe Menschen um mich, in erster Linie meine Tochter und meine Partnerin. Wie immer meine Eltern, meine Freunde, die ganze Bande ist ja dabei. Das lässt mich das ganze ein bisschen leichter erleben."



