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Tour-Archiv: Das Papphand-Blutbad

Thor Hushovd sorgte für einen Schreckmoment
Thor Hushovd sorgte für einen Schreckmoment
02. Juli 2017, 12:20

23 Tage, 23 Geschichten: Der "SID" schaut in die Archive der Tour de France und erinnert an prägende Momente aus 114 Jahren Frankreich-Rundfahrt.

2. Juli 2006: So blutig war die Frankreich-Rundfahrt selten. Das ging schon vor dem Tour-Start los, als die Ausweitung des Fuentes-Skandals eine breite Schneise in die Favoritenriege schlug. Jene Affäre um Blut-Doping und -Pantschereien holte am Tag vor dem Tour-Start in Straßburg Jan Ullrich sowie Ivan Basso und Francisco Mancebo ein, kostete sie die Teilnahme an der Großen Schleife und zumindest in Ullrichs Fall die Karriere.

War die unsägliche Geschichte um Fuentes eher auf der Meta-Ebene blutig, wurde es am zweiten Tour-Tag auch optisch unschön. Auf einer Etappe - so würden Horrorfilm-Fans wohl sagen - mit erhöhtem Splatter-Faktor: Im Zielraum von Straßburg sackte der Norweger Thor Hushovd nach verlorenem Massensprint zusammen, aus seinem rechten Oberarm schoss das Blut. Das Gelbe Trikot, das der Prolog-Sieger trug, war nurmehr ein rotes. Hushovd, seine Konkurrenten, herbeieilende Sanitäter - niemand wusste zunächst, was geschehen war.

Die Fernsehbilder gaben schließlich Aufschluss: Hushovd hatte bei rasender Fahrt kurz vor dem Ziel eine große grüne Papphand gestreift, damals ein höchst beliebtes Tour-Souvenir, dessen messerscharfe Kante den Arm des bulligen Skandinaviers regelrecht aufschlitzte.

So übel er aussah, der Zwischenfall endete glimpflich: Hushovds Oberarm wird im Krankenhaus wieder zusammengenäht, der Norweger kann die Tour fortsetzen. Die grünen Hände erhalten indes einen Platzverweis für die Zielräume der kommenden Etappen, feiern erst im kommenden Jahr ein Comeback - als Gummi-Pranken.

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